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Am Rande des Birdie-Golfplatzes in Tegernsee darf ein Haus gebaut werden.

Stadtrat ebnet den Weg

Haus am Golfplatz - Tegernsee spielt mit

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Tegernsee - Ein Wohnhaus am Golfplatz. Die Stadt Tegernsee ist damit einverstanden und macht den Weg frei.

Schon im Februar hatte sich der Stadtrat ausführlich mit der Frage befasst: Darf am Rande des Birdie-Golfclubs in Tegernsee ein Wohnhaus mit Doppelgarage gebaut werden? Der Stadtrat sagte Ja, obwohl die Fläche am Ledererweg im Landschaftsschutzgebiet und im Außenbereich liegt. Ausschlaggebend für die Zustimmung war, dass es sich bei den Bauherren um eine einheimische Familie handeln würde. Zudem würde sich das 14 mal zehn Meter große Haus gut in die Umgebung einpassen, der Betrieb des Sechs-Loch-Kurzplatzes wäre nicht beeinträchtigt. Die Änderung des Flächennutzungs- sowie des Bebauungsplans Schwaighofer Feld leitete der Stadtrat damals gleich in die Wege. 

Zur jüngsten Sitzung lagen jetzt alle Stellungnahmen der Behörden auf dem Tisch, Bürger hatten sich nicht dazu geäußert. Laut Bauamtsleiterin Bettina Koch akzeptieren die Regierung von Oberbayern und die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet. Kritik wurde von den Behörden am forschen Vorgehen der Bauherren geübt. Diese hatten Gehölz am Rande des Grundstücks gleich im Frühjahr beseitigen lassen, ohne die Genehmigung zum Bauvorhaben in der Tasche zu haben. Ob die Büsche und Sträucher tatsächlich „bedeutsam“ für die Natur waren, darüber gingen die Meinungen auseinander. Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) erkundigte sich nach der örtlichen Baumschutzverordnung. Die gelte aber nur für ortsprägende Laubbäume, so Koch. Außerdem sei die Abholzung nicht ausdrücklich verboten worden. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim regte an, wegen des nahen Süßbachs eine hochwasserangepasste Bauweise zu wählen. Gegen die Stimmen von Laura und Thomas Mandl (SPD) wurde der geänderte Flächennutzungsplan befürwortet. 

Ausgleichsfläche in Waakirchen

Dann ging’s um den Bebauungsplan. Dass die ökologische Ausgleichsfläche für die Versiegelung von 543 Quadratmetern Grünfläche nicht am Tegernsee, sondern in der Gemeinde Waakirchen gefunden wurde, wollte der neuen SPD-Nachrückerin Laura Mandl nicht ganz einleuchten: „Was bringt das den Tegernseer Bürgern?“, fragte Mandl. Koch erklärte die Zusammenhänge: Für alle Naturräume unterhalb des Riedersteins könne eine Ausgleichsfläche in einem Gebiet bis zum Starnberger See gefunden werden. Das Landratsamt sei einverstanden, die Fläche werde für den Zeitraum von 20 Jahren im Öko-Kataster festgeschrieben. „Wir sollten diese Möglichkeit nutzen, denn in Tegernsee gibt’s so gut wie keine Ausgleichsflächen mehr“, sagte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). „Sonst geht in Tegernsee nichts mehr.“ Eine restriktive Baupolitik oder ein Baustopp würde die ohnehin hohen Preise am Tegernsee noch weiter in die Höhe treiben. Das beantragte Haus am Golfplatz hielt Hagn für vertretbar. Thomas Mandl wollte schon die Debatte um eine „bauliche Entwicklung, die immer einhergeht mit Flächenfraß“ weiter in Gang setzen, doch Norbert Schußmann (CSU) setzte ihr mit seinem Antrag auf Abstimmung ein Ende. Gegen zwei Stimmen wurde dann auch der geänderte Bebauungsplan verabschiedet. Nun kann der konkrete Bauantrag für das Haus am Golfplatz folgen.

gr

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