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Nur eines von vielen Millionenprojekten: Das Feuerwehrhaus in Tegernsee.

Für zukünftige Millionenprojekte

Tegernsee erhöht Steuern und Gebühren

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Tegernsee – Die Stadt Tegernsee steht finanziell noch gut da und investiert fünf Millionen Euro. Allerdings muss sie für anstehende Millionen-Projekte Geld sparen. Die Folge: höhere Steuern.

Insgesamt fünf Millionen Euro wird die Stadt heuer in verschiedene Maßnahmen investieren, dazu muss sie sich aus den Rücklagen bedienen. Von derzeit 4,4 Millionen Euro werden diese bis 2019 auf etwa 800 000 Euro schrumpfen. Dennoch zeigte sich Kämmerer Jürgen Mienert zufrieden, als er jetzt im Stadtrat den Haushalt 2016 vorlegte. 

Viele dicke Brocken belasten den Haushalt

Insgesamt sechs Millionen Euro muss die Stadt bis 2019 für ein neues Feuerwehrhaus beiseite legen. Eine neue Lösung muss her, weil das alte Haus längst nicht mehr den Anforderungen entspricht. Konkrete Pläne gibt’s noch nicht. Dass die Stadt ein Gutachten über die Point in Auftrag geben und dafür 25 000 Euro im aktuellen Haushalt einplanen muss, ist eine Forderung des Landratsamts. Die Behörde will wissen, ob das heutige Freizeitgelände noch durch Schadstoffrückstände belastet ist, die aus einer Zeit stammen, als die Point noch Müllhalde war. Bis 1954 konnten Tegernseer dort ihren Hausmüll entsorgen. 

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) sieht keinen Grund zur Besorgnis und geht davon aus, dass nichts gefunden wird. „Das ist über 60 Jahre her“, sagte er im Stadtrat, als die Kosten für das Gutachten im Rahmen der Investitions- und Finanzplanung vorgestellt wurden. Der Straßenbau verschlingt bis 2019 637 000 Euro. Darin enthalten sind der Ausbau der Klosterwachtstraße (230 000 Euro) und die Gehwegverlängerung und Asphaltierung an der Neureuthstraße (100 000 Euro). Dies werde erst ausgeführt, wenn das Almdorf oberhalb des Lieberhofs stehe, so Hagn. 

Wasser wird teurer

Zu den größeren Posten gehören auch der Hochwasserschutz an der Rottach (250 000 Euro) und Investitionen in Höhe von 902 000 Euro in den nächsten vier Jahren für die Wasserversorgung. Wegen dieser Kosten fordert das Landratsamt die Erhöhung des Wasserpreises. Dieser wurde seit 20 Jahren nicht angetastet. Eine halbe Million Euro ist noch einmal für das Radolin-Haus fällig. Die Stadt hat es zusammen mit Rottach-Egern geerbt und musste das Anwesen sanieren. Für die Ertüchtigung von Wohnungen plant die Stadt jeweils 200 000 Euro jährlich ein. Jährlich 100 000 Euro werden für die Schaffung von Parkplätzen beiseite gelegt, mit rund 2,2 Millionen Euro tilgt die Stadt ihre Darlehen, die sie zum Kauf des Mehrfamilien-Wohnhauses an der Neureuthstraße 4 und 6 benötigt hat. 

Grundsteuer A und B steigt

Dass Tegernsee an der Steuerschraube drehen und die Grundsteuer A und B erhöhen muss, begründete Kämmerer Jürgen Mienert so: Die jährlichen Mehreinnahmen von 80 000 Euro seien nötig, um Investitionen künftig ohne neue Darlehen finanzieren zu können. CSU-Sprecher Florian Widmann rückte den Schuldenstand zurecht: Nur zwei Prozent könnten nicht mit Erträgen gegengerechnet werden. FWG-Sprecher Andreas Obermüller bezeichnete den Haushalt als ehrlich und vorausschauend. 

Er blicke zuversichtlich in die Zukunft und bedankte sich bei allen Steuerzahlern. Dem schloss sich Florian Kohler (Bürgerliste) an: „Gute Steuereinnahmen sprechen auch für Tegernsee.“ Der Haushalt zeige, wie solide die Stadt dastehe. Thomas Mandl (SPD) mahnte bei den Ausgaben, wie etwa fürs Feuerwehrhaus: „Ein einziges Thema darf uns den Handlungsspielraum nicht rauben.“ Insgesamt könne die Stadt stolz sein, „dass sie alles selbst schultern könne.“

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