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Der Alpbach wird mit einer Plattform für den Bauhof überbaut. Technischer Leiter Klaus Riedlechner zeigt den Plan und die Stelle, an der das Bauwerk entsteht.  

Bauhof-Erweiterung

Stadt baut Plattform über den Alpbach

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Der Tegernseer Bauhof muss auf engstem Raum zurecht kommen. Weil kein Alternativ-Standort möglich ist, hat sich die Stadt eine ungewöhnliche Erweiterung einfallen lassen: Sie überbaut den Alpbach.

Tegernsee – Klaus Riedlechner ist seit 25 Jahren bei der Stadt beschäftigt und als Technischer Leiter auch zuständig für alle Belange des Bauhofs. Er muss versuchen, die Bedürfnisse von Bauhofleiter Martin Eberle und der 21 Mitarbeiter umzusetzen. Doch das ist nicht immer einfach. Der Bauhof befindet sich an der engen Waldschmidtstraße direkt am Alpbach. Früher war hier der Schlachthof der Stadt, in den 1980er-Jahren wurde das lang gestreckte Haus für den Bauhof fit gemacht.

Doch der Platz reicht längst nicht mehr aus. Auf der bergseitigen, schmalen Zufahrt ist das Rangieren der Fahrzeuge äußerst mühsam. Ein Lkw, ein Unimog, ein Traktor und eine Kehrmaschine, vier Schmalspurfahrzeuge, ein Radlader und ein Unitrack sind in dem Haus mit dem steilen Dach und den gestaffelten Anbauten untergebracht. Weil die Stadt als einzige Kommune im Landkreis die Müllabfuhr in Eigenregie durchführt, braucht auch der Mülllaster einen eigenen Stellplatz.

Im Inneren der langen Fahrzeughalle merkt man dem Bauhof an, dass er in die Jahre gekommen ist. Dennoch ist alles ordentlich gegliedert und aufgeräumt. Es gibt eine Schreinerei, eine Werkstatt zur Fahrzeugwartung und für den Reifenwechsel sowie einen separaten Raum zur Metallbearbeitung. An der Wand hängt alles, was das Bauhof-Team täglich so braucht, um die Stadt in Schuss zu halten: Besen, Rechen, Schaufeln. Weil im Gegensatz zu anderen Kommunen auch die Arbeit des Wassermeisters Aufgabe der Stadt ist, hat der zwei separate Garagen – für ein Fahrzeug und jede Menge Rohrmaterial. Natürlich gibt’s auch einen Aufenthaltsraum, wo die Mitarbeiter Pause und sich ihr Essen aufwärmen können. Die Gärtnerei, das Reich des kreativen Mitarbeiters Anian Hölzl, ist teilweise an einen Standort am Prinzenweg ausgelagert – „aus Platzgründen“, sagt Riedlechner.

Draußen auf dem Vorplatz grenzt ein einfacher Metallzaun das Gelände ab. Gleich darunter fließt der Alpbach. „Vor fünf Jahren haben wir hier ein Metallgerüst installiert, das wenigstens für mehr Lagerfläche sorgt“, erklärt Riedlechner und deutet auf ein Gitter am Boden, das mit 30 Tonnen befahrbar ist und deutliche Verschleißspuren aufweist.

Keine Frage: Der Bauhof braucht mehr Platz und kann bei Weitem nicht mithalten mit anderen Bauhöfen am Tegernsee, etwa dem neuen Vorzeige-Bauhof in Rottach-Egern. „Es gibt keine Alternative“, weiß Riedlechner. Die Stadt habe immer wieder alle Möglichkeiten durchgespielt, „doch es fand sich nichts, was finanziell möglich gewesen wäre.“

Nun hat sich die Stadt für eine Lösung entschieden, die so völlig einzigartig ist im Tegernseer Tal: Sie überbaut den Alpbach. Geplant ist eine 18,60 mal zwölf Meter große Plattform, die aus jeweils einen Meter breiten Fertigbau-Elementen besteht. Getragen wird die Plattform von mehreren Stützmauern und Pfählen. Weil sich auf der gegenüberliegenden Seite ohnehin eine Winterdienst- und Lagerhalle befindet, kann ein Teil der Baustellenabwicklung über die dortige Max-Josef-Straße erfolgen. Keine Angst vor Hochwasser? „Das haben wir noch nie erlebt“, sagt der Technische Leiter. „Dafür ist das Gefälle des Bachs viel zu steil.“

Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt haben dem Vorhaben schon zugestimmt. Nun muss lediglich noch der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung eine Reparatur des im Alpbach verlaufenden Kanals durchführen, „dann kann’s losgehen.“ Ob das heuer noch der Fall sein wird, ist offen. Fest steht: Der Stadtrat hat nach einer Ausschreibung die Kosten für die Überbauung bereits freigegeben: rund 253 000 Euro. Für die Mitarbeiter des Bauhofs wird in Zukunft also vieles leichter. Riedlechner ist zuversichtlich: „Es wird das Beste daraus gemacht.“

gr

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