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Beim Mähen von Wiesen soll der Landschaftspflegeverband künftig helfen. Auch Tegernsee wird Mitglied.  

„Mehrwert nicht erkennbar“

Stadt Tegernsee will dennoch Landschaftspflegeverband beitreten

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Oben die Berge, unten der See. Die Pflege des meist steilen Grünlands in Tegernsee ist eine Herausforderung. Ein Landschaftspflegeverband (LPV) soll künftig dabei helfen. 

Tegernsee –  Alle Kommunen im Landkreis diskutieren gerade über den Beitritt zu einem Landschaftspflegeverband, zuletzt Rottach-Egern. „Und jede hat gewichtige Gründe, beizutreten“, fand Florian Busl von der Naturschutz-Abteilung im Landratsamt Miesbach, der jetzt im Stadtrat Tegernsee Rede und Antwort stand. „Das Grünland in Tegernsee ist schwierig zu bewirtschaften“, urteilte Busl, dazu käme der Strukturwandel, der nur noch anderthalb landwirtschaftliche Betriebe übrig gelassen habe. Aber: „Die verbleibenden Flächen haben sakrisch viel Potenzial“, so Busl. „Das schreit nach einem Landschaftspflegeverband.“

Ob ein Beitritt zu dem politisch unabhängigen Verband, der von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleiteten wird, auch für Tegernsee Sinn macht, darüber gingen zunächst die Meinungen auseinander. „Ich erkenne den Mehrwert nicht“, gestand FWG-Sprecher Andreas Obermüller. Zumal städtische Flächen bislang an Landwirte verpachtet sind, die diese Flächen dann auch pflegen. „Was würde denn besser laufen?“, wollte Rudolf Gritsch (CSU) wissen. Und Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) fragte: „Haben wir das nicht ordentlich gemacht?“ Busl klärte darüber auf, dass durch einen LPV deutlich mehr staatliche Fördergelder zu holen seien, als dies bei Landwirten der Fall sei. „Auch die Abstimmung der Pflegemaßnahmen wird deutlich besser.“ Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) erschien der Netzwerk-Gedanke interessant, und auch Fraktionskollegin Martina Niggl-Fisser betrachtete den Beitritt als Akt der Solidarität mit den anderen Talgemeinden.

Auf Nachfrage von Christine Laprell (CSU) machte Busl deutlich, dass auch Privatpersonen, die im Besitz großer Wiesen sind, vom LPV profitieren könnten. Natürlich, so Busl, würden keine Gärten gepflegt, aber 2000 Quadratmeter müssten die Wiesen schon haben.

Norbert Schußmann (CSU) wollte wissen, ob der Beitrag von 35 Cent je Einwohner ein „Lockangebot“ sei oder dauerhaft Bestand habe. Dieser Beitrag werde lange stabil bleiben, kündigte Busl an. Zwischen 1300 und 1500 Euro würde der Beitritt Tegernsee kosten. Man habe schon Geld für sinnlosere Dinge ausgegeben, war dann am Ratstisch zu hören.

Am Ende zeigte der Stadtrat dann doch Einigkeit und schien überzeugt: Er sprach sich einstimmig für den Beitritt aus. Jährlich will man sich aber mit dem Thema LPV befassen. Die Pachtverträge mit den Landwirten will die Stadt aber nicht kündigen. „Hier machen wir weiter wie bisher“, stellte der Rathauschef klar.

gr

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