Klinik Perronstraße Tegernsee
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So sollen die Gebäude für Sanatorium und Klinik an der Perronstraße aussehen.  

Sondersitzung des Stadtrats 

Klinikpläne an der Perronstraße: Wird‘s jetzt was?

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Wird‘s jetzt was mit der Klinik und dem Sanatorium an der Perronstraße? Bauherr Klaus Dieter Burkhart hat nachgebessert. In einer Sondersitzung befasst sich der Stadtrat damit.

Tegernsee – Anfang November hatte sich der Stadtrat fast drei Stunden lang mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Klinik und das Sanatorium an der Perronstraße auseinandergesetzt. Sämtliche Stellungnahmen mussten bearbeitet werden – und das waren nicht wenige. Am Ende wurde mit der Mehrheit von 10:7 Stimmen entschieden, den endgültigen Beschluss zu verschieben. Knackpunkt waren bisher die Stellplätze. Nach Ansicht der Stadträte wird die bisher geplante Anzahl dem Projekt nicht gerecht. Bauherr Klaus Dieter Burkhart, Chef des deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, müsse nachbessern, hieß es. Dieser Forderung ist er jetzt nachgekommen.

Wenn sich der Stadtrat am Dienstag, 16. Januar, um 18.30 Uhr zu einer öffentlichen Sondersitzung im Rathaus trifft, dann geht es um Burkharts Projekt. Burkhart hat das 1,5 Hektar große Grundstück bereits gekauft. Drei, je vierstöckige, mit Giebeln und Gauben gestaltete Häuser will er darauf bauen, mit insgesamt 121 Zimmern und sieben Wohnungen für Mitarbeiter. Dazu eine Tiefgarage mit 59 Plätzen, oberirdisch sollen 26 Autos parken können. 

Dass Burkhart damit den ortsüblichen Stellplatz-Schlüssel für Sanatorien – ein Stellplatz pro sechs Betten – mehr als erfüllt, war dem Stadtrat zu wenig. Die genaue Belegung der Zimmer und die Mitarbeiter seien nicht berücksichtigt, so die Meinung. 

„Wir müssen nun entscheiden, ob das neue Parkkonzept ausreicht“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Er nennt vorab keine Details, doch hatte Burkhart schon nach der November-Sitzung angekündigt, dass er wohl an der Tiefgarage arbeiten werde. „Wir brauchen jedoch Parkplätze, die auch funktionieren“, betont Hagn, „es sei nicht gewünscht, dafür die Parklandschaft zu opfern.“

Das Misstrauen einiger Stadträte und in Bereichen der Öffentlichkeit gegen das Projekt hält Hagn für nicht ganz nachvollziehbar: „Wir haben einen städtebaulichen Vertrag ausgearbeitet, der sicherstellt, dass nur dieses Projekt entsteht, nichts anderes.“ Die Umwandlung in Eigentumswohnungen durch die Hintertür sei ausgeschlossen. „Sollte die Klinik eines Tages nicht mehr funktionieren, dann hat der Stadtrat die Kontrolle über das Geschehen“, so der Rathauschef. Apropos: Wer die Klinik künftig betreibt, hält Burkhart noch geheim. Er selbst will lediglich das Sanatorium betreiben.

Was die Stellungnahmen der Kritiker betrifft, wo würden diese „komplett rechtssicher abgewogen“, so Hagn. Neben der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) hat vor allem die Interessengemeinschaft Perronstraße große Bedenken. Sie beklagt unter anderem den Mangel an Stellplätzen, die Verkehrsführung und zu geringe Abstandsflächen („rücksichtslose Bebauung“). Überhaupt sei das Projekt keine Verbesserung gegen über der früheren Planung eines Ferienresorts der A-ja-Gruppe. 

gr

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