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Der Anfang ist gemacht: Im Frühjahr 2017 wird das frühere Erholungsheim der Unicredit an der Perronstraße ganz abgerissen.

Neue Klinikgebäude in Tegernsee: Es bleibt bei Gauben und Giebeln

Klinik in Tegernsee-Süd: Stadtrat stellt sich gegen Kreisbaumeister

Tegernsee - Auch wenn es dem Kreisbaumeister Werner Pawlovsky nicht gefällt: Die neuen Klinikgebäude an der Perronstraße bekommen Gauben und Giebel. 

Das A-ja-Ressort ist vom Tisch, jetzt kommen neue Pläne für die Bebauung des ehemaligen Unicredit-Areals in Tegernsee-Süd an der Perronstraße in kleinen Schritten voran. Wie berichtet, will Klaus Dieter Burkhart, Chef des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, auf dem 1,5 Hektar großen Arealeine Klinik und ein Sanatorium bauen. Der Stadtrat steht einstimmig hinter dem Projekt.

Nach der erstmals öffentlichen Präsentation der Pläne im November und dem Votum der Stadträte, einen Vorhaben- und Erschließungsplan aufzustellen, trafen sich alle maßgeblich Beteiligten zu einem Runden Tisch im Landratsamt. Dabei erhob Kreisbaumeister Werner Pawlovsky Einspruch: „Ihm gefällt die Dachgestaltung mit Gauben und Giebeln nicht“, berichtete Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) jetzt im Stadtrat, wo die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans erneut Thema war. Pawlovsky wolle eine „ruhige Dachform, ohne Gauben und Giebel.“ Dies hätte aber zur Folge, dass die Gebäude mit jeweils um 2,60 Meter höher geplant werden müssten. dies hätte wiederum größere Abstandsflächen zu den Grundstücksgrenzen und eine Verschiebung der Gebäude zur Folge. „Der Landschaftsverbrauch würde dadurch steigen“, informierte Bauamtsleiterin Bettina Koch. Die 43 bis 49 Meter langen und zwölf bis 13 Meter hohen Häuser würden wie „sterile Zweckbauten“ wirken. „Eine Dachform nach Wunsch des Kreisbaumeisters würde zu einer baulichen Verschlechterung führen“, so Koch.

Der Bauherr bekam Gelegenheit, zu der neuen Situation Stellung zu beziehen. „Ohne Gauben und Giebel wirkt jeder Bau wie ein Riegel, wie eine Kaserne oder wie ein typischer Krankenhausbau.“ Auch ihm würde die aufgelockerte Bauweise besser gefallen, wenngleich ein ruhiges Dach einfacher zu planen wäre. Im Stadtrat war man sich schnell einig: Die Pläne für die drei Gebäude sollen – gegen den Wunsch Pawlovskys – mit Quergiebeln und Gauben weiter vorangetrieben werden.

Eine Änderung gab es aber doch: Im bergseitigen Haus, in dem sich das Sanatorium befindet, wird der mittlere Quergiebel etwas kleiner geplant als ursprünglich vorgesehen. „Das aufgelockerte Bild passt einfach besser zu Tegernsee und ist auch mit der Gestaltungssatzung vereinbar“, sagt Burkhart auf Nachfrage. Auf ihn warten jetzt die nächsten Hürden: „Wir brauchen etwa zehn verschiedene Gutachten.“ Im Frühjahr 2017 will er die alten Gebäude abreißen lassen, für September plant er den Baubeginn.

gr

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