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In der Kritik: Die beiden Klinikgebäude (vorne und rechts) sowie das geplante Sanatorium (angedeutet im Hintergrund) sorgen für Zündstoff. Die Schutzgemeinschaft und die Anwohner lehnen das Vorhaben in dieser Form ab.

Tegernseer Stadtrat befasst sich mit Sanatoriums-Plänen

Perronstraße: Jetzt kommen die Einwände auf den Tisch

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Die Planungen für das Sanatorium und die Klinik an der Perronstraße kommen weiter voran. Unterdessen lassen die Kritiker kein gutes Haar an dem Projekt. Am 7. November wird das Thema im Stadtrat diskutiert.

Tegernsee – Erst war es das auf dem Gelände geplante A-ja-Hotel, das einen Sturm der Entrüstung auslöste. Mit der Folge, dass der Investor seine Pläne im Frühjahr 2016 resigniert zu den Akten legte. Aber auch das neue Bauprojekt – ein Sanatorium für Frischzellentherapie inklusive zweier Klinikgebäude – erntet seit Wochen und Monaten harsche Kritik.

„Schlimmer geht’s nimmer“ kommentierte etwa die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) die geplanten Baukörper. Und auch die Interessengemeinschaft Perronstraße holte zu einem neuerlichen Gegenschlag aus: Die Nachbarn kritisieren neben dem Bauvolumen vor allem die ihrer Ansicht nach zu gering bemessenen Stellplätze (geplant sind 85 Stück) sowie das „rechtswidrige und unschlüssige“ Verkehrskonzept. Schließlich grollte sogar die Gemeinde Rottach-Egern über das Vorhaben in der Nachbarkommune.

In einem langwierigen Prozess hat sich die Stadt in den zurückliegenden Monaten mit den Stellungnahmen der Bürger und Behörden zum Bebauungsplan auseinander gesetzt, wie Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) sagt. Er selbst kann die Kritik an den Plänen nicht nachvollziehen. „Das lässt mich einigermaßen ratlos zurück“, meint der Rathaus-Chef. Zumal alle Kritikpunkte am einstigen A-ja-Hotel in die jetzige Planung eingeflossen seien. So würden die Bauten diesmal kleiner ausfallen und die Autos würden dank der Tiefgarage nahezu allesamt „unter der Erde verschwinden“.

Was die Anzahl der Stellplätze betrifft, so seien diese gemäß Stellplatz-Satzung der Stadt und geplanter Nutzung der Gebäude ausreichend. „Das ist alles juristisch geprüft“, sagt Hagn. „Wir haben überhaupt kein Interesse, da jemandem freundlich entgegen zu kommen.“

Bauherr Klaus Dieter Burkhart, Chef des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, plant neben einem Sanatorium auch den Bau eines vorgelagerten Klinikkomplexes. Diesen sollte ursprünglich einmal Dr. Martin Marianowicz betreiben, allerdings ist der Inhaber der Wiesseer Privatklinik Jägerwinkel rasch wieder abgesprungen. Ob es einen neuen Betreiber gibt, ist Hagn nicht bekannt. Für die Stadt spiele das keine Rolle. Auch die von Burkhart angewandte Frischzellentherapie will der Rathaus-Chef nicht weiter kommentieren: „Wir sind nicht diejenigen, die befinden, ob das gut oder schlecht ist“, sagt er. Der Stadtrat steht seit Beginn geschlossen hinter dem Projekt.

Ein bohnenförmiges Hotel will das Unternehmen planquadrat auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal errichten. 

Neben den Plänen an der Perronstraße kommt bei der Stadtratssitzung am 7. November (Beginn 18.30 Uhr im Rathaus) noch ein weiteres – ebenfalls nicht unumstrittenes – Großprojekt Tegernsees aufs Tapet. Das Unternehmen planquadrat beantragt eine Tektur für seine Pläne auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal. Dort sollen bekanntlich neben einem bohnenförmigen Vier-Sterne-Hotel auch drei mehrstöckige Wohnhäuser entstehen. Weil der Bauträger an Stelle der ursprünglich vorgesehenen Technikräume auf dem Dach des Hotels nun ein öffentliches Café errichten möchte, ergibt sich laut Hagn ein zusätzlicher Bedarf an Stellplätzen. Bei der Tiefgarage komme daher eine dritte Halbebene hinzu, erläutert der Bürgermeister. Eine Änderung, mit der sich nach dem Bauausschuss nun auch der Gesamt-Stadtrat zu beschäftigen hat.

Im Übrigen hält Hagn auch die Kritik an diesem Projekt für „teils unsachlich“. Auf dem seit 15 Jahren brach liegenden Areal existiere schon ewig ein Bebauungsplan für ein Seminarhotel, der mittlerweile deutlich „runtergedampft“ worden sei. Die Kritiker hätten sich schon damals zusammenrotten müssen, findet Hagn. „Das ist eine Frage der Fairness.“

gab

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