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Die Zufahrt erfolgt über die bestehende Tiefgaragen-Einfahrt zwischen Haus des Gastes (1) und Kreissparkasse (2). Die unterirdischen Stellplätze entstehen auf dem Kurgartengelände zwischen dem Medius (3) und dem Olaf Gulbransson Museum (4). Der Spielgolfplatz (5) ist von der Baumaßnahme nicht direkt betroffen.

Stadtrat Tegernsee befasste sich mit Machbarkeitsstudie und favorisiert schon eine Variante

Tiefgarage im Kurgarten rückt näher

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Tegernsee braucht neue Parkplätze und steht vor einer großen Herausforderung. Jetzt wurde im Stadtrat das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie für die Erweiterung der Sparkassen-Tiefgarage vorgestellt.

Tegernsee – Die Lösung des Parkplatzproblems ist ein Dauerbrenner für die Stadt. Viel Geld wurde schon investiert: Für die Planung eines Parkhauses auf dem Horn-Parkplatz, dessen Bau mit 122 Plätzen mindestens 3,4 Millionen Euro netto gekostet hätte (Stand 2012). Für Gutachten und zuletzt die Experten-Analyse der Münchner transfers GmbH. Neben vielen kleineren Maßnahmen, die die Stadt bereits umsetzt – etwa die Vereinheitlichung der Parktarife oder die Umrüstung der Automaten für ein Handy-Bezahlsystem. Jährlich wird Geld im Haushalt für Stellplätze zurückgelegt. Dass der Neubau einer Tiefgarage Priorität hat, darauf hatte sich der Stadtrat bereits im August 2017 mehrheitlich geeinigt. Jetzt folgte der nächste Schritt: Ingenieur Herbert Wagenpfeil aus Hausham präsentierte das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

So könnte die Variante aussehen, die von der Stadt favorisiert wird.

Wagenpfeil stellte fünf Varianten vor – zwischen 124 und 169 zusätzlicher Parkplätze könnten dabei entstehen. In jedem Fall würde der Bau an die bestehende Tiefgarage der Kreissparkasse mit derzeit 96 Parkplätzen anschließen. Dieses Parkareal könnte an zwei Stellen „aufgeklappt“ werden, um daran die Zu- und Abfahrtsrampen zu dem neuen Parkdecks anzubauen. 

Möglich wäre ein Neubau mit zwei Ebenen (Variante 1) für 142 Fahrzeuge, mit drei Ebenen (Variante 2) für 169 Stellplätze sowie eine Lösung mit zwei Ebenen, aber vergrößerter Grundfläche (Variante 3) für 158 Fahrzeuge. Variante 4 und 5 hatte Wagenpfeil auf Anregung von CSU-Stadtrat Rudolf Gritsch kurzfristig entworfen: Nämlich eine Gestaltung mit Schrägparkplätzen im Fischgrät-Muster. Diese Varianten wurden wegen ungünstiger Platzausnutzung aber verworfen.

Die Garage hätte rund 2500 Quadratmeter, die Raumhöhe würde 2,50 Meter betragen. Die Netto-Kosten reichen von 5,98 Millionen Euro (Variante 1) bis zu 7 Millionen Euro (Variante 2). Variante 3 würde rund 6,32 Millionen Euro kosten.

Die Spielgolfanlage im Kurgarten ist nicht direkt betroffen.

In der Debatte wurde klar: Die Stellplätze sollten großzügig mit je 2,75 Metern Breite und 5,25 Metern Tiefe bemessen sein. „Die ist wichtig für die Akzeptanz“, fand Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein. FWG-Sprecher Andreas Obermüller war dafür, dass Tegernsee eine „super“ Garage bauen sollte, „und nicht so einen Murks wie am Gmunder Rewe.“ Bernhard Mayer (CSU) zitierte einen ADAC-Leitfaden, in dem der Breite eine große Bedeutung beigemessen wird. „Da sollten wir nicht auf den letzten Euro schauen.“

Die dritte Variante erschien allen dann schnell als beste Lösung. Allerdings forderte Thomas Mandl (SPD) zunächst eine Rentabilitätsprüfung und sprach von einer „kalkulierten Geldvernichtungsmaschine“. Ihm wäre es wichtig, nicht in Autos, sondern in Kindergärten zu investieren. Florian Kohler (Bürgerliste) pflichtete ihm bei und wollte schon die Debatte ums Parkhaus wieder aufwärmen, was Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) jedoch unterband. „Das Parkhaus ist ein Unfug“, wetterte Obermüller. „Diesen toten Fisch sollten wir beerdigen.“

Am Ende kam der Stadtrat dann doch einstimmig zu dem Ergebnis, dass die Variante 3 die beste Lösung wäre. Nun soll mit der Sparkasse verhandelt und eine Baugrunduntersuchung in Auftrag gegeben werden. Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, wird die finale Entscheidung getroffen. Dann muss eine EU-weite Ausschreibung folgen. Sollte es tatsächlich zur Tiefgarage kommen, dann wird der Kurgarten wegen der aufwändigen Baugrube für mindestens neun Monate aufgegraben.

Lesen Sie auch: Warum die Geschäftsleute um Parkplätze bangen. Und: Wie die Stadt „mobil“ in Sachen Parken wird.

gr

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