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Das Vier-Sterne-Hotel, die „Bohne“: Auf dem Dach entsteht ein öffentliches Café.

Stadtrat befürwortet Änderungen am Hotel und drei Mehrfamilienhäusern

Das ist der Stand zur Bohne: Ein Dachcafé und weniger Lederhosen-Architektur

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Ein Dachcafé für das Hotel, „die Bohne“, weniger „Lederhosen-Architektur“ für die Wohnhäuser. An den Plänen auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal wurde gefeilt.

Tegernsee – Lange genug herrschte auf dem ehemaligen Krankenhaus-Grundstück in Tegernsee Stillstand, wucherte das Unkraut. Jetzt kommen Planung und Genehmigung des ehrgeizigen Projekts „Quartier Tegernsee“ zügig voran. Bei seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Tegernseer Stadtrat erneut mit dem Vorhaben, weil die anfängliche Planung in einigen Punkten geändert werden soll.

Nach der Häme, die nach der Veröffentlichung der Pläne vor allem im Internet über die Planquadrat T2 GmbH hereingebrochen war, nahm sich der Arbeitskreis qualitätvolles Bauen im Landkreis Miesbach die drei mehrstöckigen Wohnhäuser noch einmal vor. „Wir werden die Lederhosen-Architektur ein wenig zurücknehmen“, sagte Architekt Florian Medicus, der die Änderungen zusammen mit Planquadrat-Geschäftsführer Thomas Hofer im Stadtrat erläuterte. Zudem sollen auf Anregung von Kreisbaumeister Werner Pawlovsky die Dachüberstände um 50 Zentimeter größer ausfallen. Auch werde man das Aussehen der Balkone geringfügig ändern. „Wir schaffen eine moderne Variante der Holzoptik“, sagte Medicus. „Das wirkt dann insgesamt leichter und homogener.“

Haus Neureuth: So sieht nun die Fassade der Mehrfamilien-Gebäudes aus. 

Die weiteren Änderungen betreffen das Vier-Sterne-Hotel, die „Bohne“. Schon bei der Vorstellung der Pläne im Mai hatte sich der Stadtrat ein Café auf dem Dach gut vorstellen können. Es soll nun tatsächlich kommen. Die komplette, bisher auf dem Dach vorgesehene Technik soll dafür in den Keller gepackt werden. Von den 292 Quadratmetern Dachfläche werden nun 249 als Café genutzt. Allerdings gilt dieses „Laternengeschoss“ nun offiziell als weiteres Geschoss – sechs sind es damit insgesamt. Allen leuchtete ein: Schon aus optischen Gründen ist ein Café besser als metallverkleidete Technik. „Nachdenken bringt Fortschritt“, fand Rudolf Gritsch (CSU), der damit ausdrücken wollte, dass ihm die Änderungen gefallen.

Das Haus Leeberg.

Im Gegensatz zum Projekt an der Perronstraße, stellt hier die Stellplatzfrage kein Problem dar. Zum einen, so berichtete Hofer, werde die Zahl der Hotel-Zimmer von 130 auf 121 reduziert. Man wolle einige Suiten und Familienzimmer schaffen. Diese Reduzierung gibt Spielraum. Weil das Café nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch von Hotelgästen genutzt wird, habe man sogar neun Stellplätze in Reserve, rechnete Hofer vor. Allerdings bekommt die Tiefgarage mit 304 Stellplätzen drei Ebenen, das stehe jetzt fest.

Eine weitere Änderung betrifft den Lichtgraben rings ums Hotel, der auch aus Fluchtweg nötig ist. Er wird um ein 15 Quadratmeter großes Atrium ergänzt, um die natürliche Belüftung und Beleuchtung für die Wäscherei zu ermöglichen.

Die Stadträte waren mit den Änderungen komplett einverstanden. Im Durchführungsvertrag soll nun festgehalten werden, dass das Café auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Jedem war klar, was nun auf die Stadt zukommt. „Mir wird angst und bange wegen der massiven Bebauung“, sagte Florian Kohler (Bürgerliste). Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) musste ihm Recht geben: „Wir brauchen das Vorhaben nicht schön reden“, so Hagn. Die Stadt hätte in der Vergangenheit lange die Möglichkeit gehabt, das Gelände zu kaufen. „Hat es aber nicht. Jetzt sind wir da, wo wir sind und müssen uns mit Realitäten auseinandersetzen.“ Es werde massive Einschränkungen während der Bauzeit geben, so Hagn.

Und die kommen wohl schon bald auf die Stadt zu. Auf Nachfrage rechnet Hofer damit, dass Ende November alle Genehmigungen in trockenen Tüchern sind. Im Februar 2018 soll der Aushub beginnen. Neben dem Hotel sollen 85 Eigentumswohnungen in drei Gebäuden entstehen.21 Wohnungen sollen nach dem Tegernseer Modell, also unter den derzeit im Tal üblichen Immobilienpreisen vergeben werden. Die Vermarktung läuft bereits. Rechtzeitig vor Baubeginn, so Hofer, werde man mit einem Gutachter die Beweissicherung in den umliegenden Häusern starten. Bereits in den nächsten Tagen soll im Rathaus die Baustellen-Abwicklung besprochen werden. 

gr

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