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Teure Lage mit Blick auf den See: die sogenannte Amerikanerwiese am Leeberg.  

Debatte im Stadtrat um CSU-Antrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

Wohnen am Leeberg – nur für Millionäre?

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Die CSU will, dass in Tegernsee mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Der Stadtrat diskutierte ausführlich über den Antrag und auch darüber, ob der Leeberg dafür geeignet ist. 

Tegernsee – Lässt der Wahlkampf schon grüßen oder packt die CSU jetzt nur an, was schon lange auch in ihrem und den Programmen anderer Parteien köchelt? Passend zur neuesten Studie der Postbank, wonach im Landkreis Miesbach die Immobilienpreise am stärksten angezogen haben, legte die CSU zur jüngsten Stadtratssitzung einen Antrag für ein Konzept zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vor – und trat damit eine lebhafte Debatte los.

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In den letzten Jahren seien zu viele Häuser errichtet worden, die für die Entwicklung der Stadt keinen Mehrwert und zu wenig allgemein verfügbaren und bezahlbaren Wohnraum geschaffen hätten, finden Fraktion und Ortsverband. Vielmehr stünden meist reine Renditegesichtspunkte im Vordergrund. „Auf den wenigen für Wohnungsbau zur Verfügung stehenden Flächen führte und führt dies zu einer maximalen Verdichtung alleine zur maximalen Gewinnerzielung, zur Schaffung von teurem Wohnraum als Geldanlage oder als Zwei- oder Drittwohnsitz“, lautet die Analyse der CSU. Sie fordert: „Diese Entwicklung muss gestoppt und ihr ein eigenes Konzept entgegengestellt werden.“

Der Antrag beinhaltet fünf Punkte

Erstens müsse die Stadt Grundstücke und Wohnhäuser erwerben, um bezahlbaren Wohnraum zu errichten und zu sichern. Dann müsse die Stadt Bauwerber, die bezahlbaren Wohnraum schaffen oder langfristig sichern wollen, mit allen Möglichkeiten fördern und unterstützen. Um bezahlbaren Wohnraum zu errichten, müsse neuer Baugrund ausgewiesen werden, ansonsten dürfe dies nur in Ausnahmefällen in Frage kommen. Geprüft werden solle auch, inwieweit städtische Flächen, die für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nicht geeignet sind, für den Erwerb besser geeigneter Flächen eingesetzt werden können.

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Ganz konkret beantragt die CSU eine Überprüfung, ob die sogenannte Amerikanerwiese am Leeberg teilweise mit Mietwohnungen bebaut werden könnte, ob die Hangsicherungsmaßnahmen wegen der hohen Kosten bezahlbare Mieten überhaupt ermöglichen, und, ob über die Leebergstraße zusätzlicher Verkehr noch abgewickelt werden könnte. Klar sei der CSU, dass dieser Wunsch in Konkurrenz zum Schutz der Außenbereiche stehe. Es müsse auch sichergestellt werden, dass dies keine Präzedenzfälle nach sich ziehen dürfe. „Die Lage vor allem unserer älterer Mitbürger, aber auch der Familien mit Kindern rechtfertigen ein schnelles Handeln“, heißt es in dem Antrag.

Vor allem der Punkt Amerikanerwiese gefiel allen anderen Fraktionsvertretern nicht. Die Stadt besitzt einen 11 700 Quadratmeter großen Teil davon, laut Flächennutzungsplan ist eine Bebauung grundsätzlich möglich. Hagn hält eine Reihe entlang der Leebergstraße mit drei bis vier Häusern mit je vier bis sechs Wohnungen verschiedener Größe für machbar. „Die Wiese ist zu weit ab vom Schuss“, kritisierte Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste). Die Stadt solle lieber innerorts Wohnraum schaffen. Außenbereich müsse tabu sein. „Wir brauchen Natur, nicht zuletzt für den Tourismus“, forderte sie. Für Florian Kohler war die Wiese wegen der exklusiven, hochpreisigen Lage nicht geeignet, was Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Johannes Hagn nicht nachvollziehen konnte: „Ist der Leeberg nur für Millionäre da?“, fragte er. „Darf man von einer günstigen Wohnung aus nicht den See sehen?“

Alternativ-Vorschläge machten die Runde: Etwa ein Bauprojekt am Kopf des Bahnhofsareals oder in den dortigen Werkstätten. Für Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) gab es keinen Grund, auf Pläne der Bahn zu warten. Er schlug auch die Überbauung des geplanten Parkplatzes am neuen Feuerwehrhaus vor. Thomas Mandl (SPD) brachte die Aufstockung des Edeka-Marktes oder der Gärtnerei am Prinzenweg ins Spiel. Überhaupt wollte Mandl nur ungern der CSU das Feld überlassen: „Der Antrag, dass endlich was getan wird, klingt ziemlich sexy“, formulierte er. Dabei würden alle das Thema wie ein Mantra vor sich hertragen. Und direkt zur CSU: „Ihr spielt euch als Retter einer Situation auf, die ihr selbst verschuldet habt.“ Mandl meinte das ehemalige Krankenhaus-Grundstück, dessen Kauf in der Vergangenheit von der CSU abgelehnt worden sei.

Das Unternehmen Planquadrat bebaut inzwischen das Areal mit drei Mehrfamilienhäusern und einem Hotel. 21 der 85 Wohnungen wurden zu günstigeren Konditionen nach dem „Tegernseer Modell“ verkauft. Bei der Bebauung der Amerikanerwiese, die bisher laut Mandl als „Sparkasse für schlechte Zeiten“ diente und zudem gänzlich ungeeignet sei, werde er nicht mitmachen, kündigte Mandl an. „Wir sollten nicht den Landschaftsschutz gegen bezahlbaren Wohnraum ausspielen.“

Hagn rechtfertigte den Antrag immer wieder: Es gehe darum, dass die Vorschläge zur Kenntnis genommen und geprüft werden, sagte er. Was auch erfolgt: Die Verwaltung wird nun den Antrag sowie die in der Sitzung gesammelten Vorschläge aufarbeiten und dann wieder dem gesamten Stadtrat vorlegen.

gr

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