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Das Gelände der Villa am See in Tegernsee.

Stadtrat verhängt Veränderungssperre

Tegernsee geht bei der Villa am See auf Nummer sicher

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Jetzt also doch: Der Stadtrat will die touristische Nutzung für die Villa am See sichern und hat eine Veränderungssperre erlassen. 

Tegernsee – Heuer im Januar hatte der Stadtrat beschlossen, einen Bebauungsplan für die Villa am See aufzustellen, um damit die Hand auf der Planung zu haben und die Fremdenverkehrsnutzung sichern zu können. Auf den Erlass einer Veränderungssperre, die jede andere Nutzung als die für Hotel und Gastronomie unterbindet, hatte das Gremium damals noch verzichtet. 

Es war noch nichts bekannt von den Entwicklungen, die sich im Laufe des Jahres für das Areal abzeichnen sollten. Inzwischen ist Unternehmer Klaus Hurler dabei, den Gebäudekomplex an die De Lago GmbH der Münchner Kanzlei Sachs zu verkaufen. Nicht nur das bergseitige Gebäude mit dem früheren Hotel und Restaurant gehören dazu, sondern auch das benachbarte, aufgeschüttete und mit einer Villa bebaute Grundstück. Zudem beinhaltet der Besitz eine seeseitige Fläche, auf der zwei kleine Häuschen stehen und ein Parkplatz angelegt ist.

Zweimal hatten sich Stadtrat und Bauausschuss bereits mit Voranfragen für einen Umbau des Areals befasst, dabei aber nicht alles für gut geheißen. Die Umwandlung des Kaminzimmers und der Bibliothek in eine 132 Quadratmeter große Wohnung wurde daher abgelehnt. Gegen die Umwandlung des bisherigen Bankettsaals im Süden und des darunter liegenden Büros in eine 180 Quadratmeter große Wohnung, den Abriss der Villa und dem Neubau von zwei je zweigeschossigen Villen mit vier bis acht Wohneinheiten, den Bau einer Tiefgarage sowie der Veränderung des seeseitigen Grundstücks war nichts entgegen zu setzen.

Stadt Tegernsee wartet auf städtebaulichen Vertrag

Allerdings war bisher auch klar, dass die touristische Nutzung bisher nicht gesichert ist. Die Stadt befürchtet, dass die neuen Besitzer das Anwesen zerstückeln und Eigentumswohnungen daraus machen könnten. Von „Salamitaktik“ war schon die Rede. Um dies zu verhindern, hatte der Bauausschuss nun doch die Aufstellung einer Veränderungssperre empfohlen. „Sie soll so lange gelten, bis ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt unterzeichnet ist, der die Interessen der Stadt sichert“, sagte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), als die Villa am See jetzt im Stadtrat wieder Thema war. Der komplette Stadtrat war einverstanden. Haupt- und Nebengebäude sowie das seeseitige Grundstück sind von der Sperre betroffen.

Gerichtsverhandlung wurde abgesagt

Die erneute Behandlung im Stadtrat war auch der Grund dafür, dass eine vor dem Münchner Verwaltungsgericht angesetzte Verhandlung vor wenigen Tagen abgesetzt wurde. Die „Blitz 17 - 120 GmbH“ und die „Hurler Beteiligungs GmbH und Co KG“, nach Person identisch mit Käufer und Verkäufer, hatten sich gegen den Freistaat Bayern und damit gegen das Landratsamt Miesbach gewandt. Nach Auskunft von Martin Friedrich, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, ging es um das naturschutzrechtliche Vorkaufsrecht, das der Landkreis auf Antrag der Stadt ausüben möchte. Ziel dieses Vorkaufsrechts, für das das Landratsamt rechtlich zuständig sei, ist es laut Bauamtsleiterin Bettina Koch, „die Zugänglichkeit von an den See angrenzenden Flächen für die Allgemeinheit zu sichern“.

Mit der Veränderungssperre ist nun ein wichtiger Schritt getan, dass das Gelände vor allem am See für den Tourismus und die Öffentlichkeit gesichert bleibt. 

Lesen Sie hier auch, was der Birkenstock-Erbe in Tegernsee plant.

gr

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