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Schwaighofbucht in Tegernsee.

Antrag der Bürgerliste zur Schwaighofbucht

„Naturbad ein Nonsens“

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Wohin mit dem Schlamm in der Schwaighofbucht? Auf das Ausbaggern verzichten, die verlandete Fläche nutzbar machen und ein Naturbad anlegen?  Der Stadtrat befasste sich mit einem Antrag der Bürgerliste.

Tegernsee – Bereits im Februar war die Bürgerliste mit ihrer Idee vorgeprescht. Zur jüngsten Sitzung des Stadtrats lag ein Antrag offiziell auf dem Tisch. Die Idee der Fraktionsmitglieder Heino von Hammerstein, Martina Niggl-Fisser und Florian Kohler lautet: Sie Stadt solle ein Gutachten über das Aufschütten und eine einfache naturnahe Gestaltung der Verlandungsfläche der Schwaighofbucht anfertigen lassen. Zudem soll eine Machbarkeitsstudie für ein ökologisches Naturbad angefertigt werden.

Wäre das eine Lösung, um dem Schlamm in der Bucht Herr zu werden?

Etwa 60 000 Kubikmeter Schlamm haben sich inzwischen in der Bucht angesammelt. Er soll wieder weg. 1200 Unterschriften hat eine Bürgerinitiative um Gertraud Eberwein gesammelt, auch der Verein Rettet den Tegernsee kämpft für das Ausbaggern. Inzwischen liegt ein Gutachten vor, das von der Stadt in Auftrag gegeben und bereits vorgestellt worden war. Gutachter Peter Niesslbeck vom Büro bioconsult kommt zu dem Ergebnis, dass eine Verklappung im See keine gute Möglichkeit darstelle. Sinnvoll erscheint vielmehr ein Pilotprojekt: ein Abpumpen von 1000 Kubikmetern und Ablagern in einem Becken, um dann Klarheit über die Belastung des Schlamms mit Schadstoffen und das weitere Vorgehen zu bekommen.

Das Kuenringerbad in Dürnstein in Österreich könnte als Vorbild dienen.

Die Bürgerliste hält es für sinnvoll, Klarheit über das gezielte Verlandenlassen der Bucht zu bekommen. Auf der entstehenden Fläche könnte nicht nur ein großer Kinderspielplatz angelegt werden, sondern eben auch das Naturbad. Als Vorbild könnte das Kuenringerbad in der Tegernseer Partnergemeinde Dürnstein in Österreich dienen. Doch die Idee stieß auf wenig Begeisterung.

„Ein neues Gutachten wäre zu früh“, fand Hagn und schlug vor, Stellungnahmen vom Wasserwirtschaftsamt, der Seenverwaltung und dem Fischereifachberater bei der Regierung von Oberbayern einzuholen. Peter Schiffmann (SPD) sagte frei heraus, was er von der Idee der Bürgerliste hielt: „Das ist schlichtweg Nonsens.“ Man sollte vielmehr die Schwaighofbucht einigermaßen nutzbar halten. Den Schlamm so aufzubereiten, um sich darin zu „suhlen“ könne man doch nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, fand Schiffmann.

Peter Hollerauer (FWG) gab ihm zu hundert Prozent recht.“ Man werde über kurz oder lang nicht daran vorbeikommen, den Schlamm auszubaggern. Als Mitunterzeichner des Antrags fand Florian Kohler, dass ein Gutachten das Ziel habe, Klarheit zu liefern, ehe man ein Urteil fälle. „Das Naturbad hat mit Schlamm nichts zu tun“, stellte er klar, dies zeige das Bad in Dürnstein. Peter Schiffmann hakte erneut ein und verwies auf das benachbarte Bademöglichkeiten im Rottacher Warmbad und auf der Point. Seinen Appell an das Wasserwirtschaftsamt, die Rottach zu säubern, damit bei der Schneeschmelze nicht alles in den See gespült werde, griff Hagn gerne auf.

Die Stadträte ließen nicht locker. Es sei wirtschaftlich nicht machbar, urteilte Norbert Schußmann (CSU), Fraktionskollege Peter Friedrich Sieben war ebenfalls aus Kosten-Nutzen-Gründen dagegen. „Der ganze See ist ein Naturbad. Lasst uns lieber andere Möglichkeiten schaffen, die nicht so einen Rattenschwanz an Kosten nach sich ziehen“, sagte Sieben. Für Laura Mandl (SPD) sollte es ohnehin Ziel sein, so viele kostenfreie Zugänge wie möglich zu schaffen, Christine Laprell (CSU) sorgte sich um die Wasserqualität.

Heino von Hammerstein verteidigte den Antrag: Das Ausbaggern sei extrem kritisch und teuer. Der Antrag ziele daher darauf ab, die Verlandung aufzugreifen und zu nutzen. „Nun sollten wir die Fachbehörden urteilen lassen, um Klarheit zu bekommen.“ 

Gegen die Stimme von Peter Schiffmann war der Stadtrat am Ende damit einverstanden, zunächst die Stellungnahmen einzuholen. „Da vertun wir uns nichts“, sagte Hagn. Ansonsten bleibt die Stadt dabei: Bei einem Workshop nach Pfingsten wird man sich mit dem weiteren Kurs für die Schwaighofbucht befassen.

gr

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