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Stand-Up-Paddel-Verbot auf anderen Seen: Tegernsee bleibt SUP-Paradies

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Von: Christian Masengarb

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Auf einigen Seen in Bayern ist das Stand-Up-Paddeln schon eingeschränkt oder verboten. Auf dem Tegernsee haben die Trendsportler weiter freie Fahrt. Das bleibt wohl auch so.

Tegernsee – Stand-up-Paddler müssen derzeit mit viel Gegenwind kämpfen. Das Strandbad Seehausen am Staffelsee verbietet den Trendsport ab 2019, auch die Stadt Freising untersagt Paddlern den Zugang zu ihren Seen. Grund sind in beiden Fällen Beschwerden von Badegästen über rücksichtslose Paddler. Auf dem Tegernsee müssen die Trendsportler hingegen keine Einschränkungen fürchten.

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Dafür gibt es eine rechtliche Grundlage, erklärt Peter Thümmler von der Außenstelle Chiemsee der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung: „Große bayerische Seen wie der Tegernsee und der Schliersee unterliegen dem Gemeingebrauch.“ Wer in ihnen schwimmen möchte, dürfe dies ohne vorherige Genehmigung. Gleiches gelte für das Treiben auf der Luftmatratze – und das Stand-up-Paddeln (SUP). Zwar könnten private Grundbesitzer wie Strandbäder Paddlern den Zugang zu ihrer Anlage verbieten, den See könne man ihnen aber nicht so leicht nehmen.

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Dazu müsste das Landratsamt aktiv werden. Dort sieht man bisher aber keinen Handlungsbedarf, sagt die stellvertretende Pressesprecherin Sophie-Marie Stadler. Naturschützer würden die Trendsportler aber durchaus kritisch sehen, weil diese den See auch zu Zeiten bevölkern, die sonst den Vögeln vorbehalten waren. „Das ist die Pest für Wasservögel“, sagt Gerhard Kinshofer, Vorsitzender der Kreisgruppe Miesbach des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), zum Stand-up-Paddling. Die hohe Gestalt der Sportler auf den Boards in Kombination mit den die Sonne reflektierenden Paddeln würden die Tiere aufschrecken. Ein generelles SUP-Verbot zum Schutz der Vögel sei ihm bislang nicht bekannt, so Kinshofer. „Es wird aber landesweit an Studien gearbeitet.“

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In Seehausen und in Freising geht es in erster Linie um die Konflikte mit anderen Menschen. Kein Wunder, meint Stefan Eder, Eigentümer des Sailingcenters am Tegernsee: „In kleinen Seen ist oft kaum Platz für die Badegäste. Wenn dann noch SUPs dazu kommen, kann es eng werden.“ Auf dem Tegernsee sei aber mehr als genug Platz für alle. „Das verteilt sich von ganz alleine.“

Wer bei Eder ein Board ausleiht, muss außerdem erst einen Anfänger-Kurs absolvieren. Darin lernen angehende Paddler, sich von Naturschutzzonen, Schifffahrtrouten und Schwimmgebieten fernzuhalten. „Wer so vorbereitet auf den See geht, macht keine Probleme“, ist sich Eder sicher. 

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