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Gut 45 Mitarbeiter des Herzoglichen Brauhauses streikten bei Dauerregen an der Kreuzstraße.

Tarifstreit der Tegernseer Brauer: Keine Einigung in Sicht

Droht bald der nächste Streik am Herzoglichen Brauhaus?

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Tegernsee - Von 6 bis 8 Uhr legten die Brauer im Herzoglichen Brauhaus die Arbeit nieder. Die Verhandlung von Gewerkschaft und Brau-Firmen lief dagegen nicht so toll. Droht bald der nächste Streik?

Aktuealisierung, 15.08 Uhr: Der Ausstand in Tegernsee am Donnerstagmorgen markierte den Abschluss der ersten Warnstreikwelle bei den bayerischen Brauereien. Nachdem die Gewerkschaft das Arbeitgeber-Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde nicht akzeptieren wollte, war für Donnerstag die zweite Verhandlungsrunde angesetzt. Am Nachmittag liefen die Gespräche noch auf Hochtouren, eine Einigung war nicht in Sicht. „Die Gegenseite hat noch kein neues Angebot vorgelegt“, ließ Georg Schneider wissen. Und auch Freddy Adjan, NGG-Verhandlungsführer in der Brauertarifrunde, bestätigte in einer kurzen Verhandlungspause: „Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Zeichen auf längere Streiks.“

Keine Menschenseele, geschweige denn eine Brauerseele ist am Donnerstagmorgen im Innenhof der Brauerei anzutreffen.

Aktualisierung, 8.18 Uhr: In Tegernsee selbst waren zwischen 6 und 8 Uhr keine Streikenden anzutreffen. In der Kreuzstraße stand dafür ein Streikposten. Dort hatten sich gut 45 Mitarbeiter versammelt. Die Brauer waren aus Tegernsee hingefahren, dazu kamen Mitarbeiter der Abfüllanlagen, der Technik und der Verwaltung. "Der Streik war ein voller Erfolg", sagt der Tegernseer Gewerkschaftssprecher Georg Schneider. "Die ganze Mannschaft war draußen. Schichtübergreifend." 

Inwieweit der Streik die Produktion beeinflusst hat, lässt sich schwer sagen. Das Brauhaus war am Donnerstagmorgen - wie so oft - nicht für eine Stellungnahme erreichbar. 

Ursprünglicher Artikel von 6 Uhr:

Zum Abschluss der ersten Warnstreikwelle hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Verhandlungstag, die Beschäftigten vom Herrnbräu in Ingolstadt und vom Herzoglichen Brauhaus Tegernsee von 6 bis 8 Uhr in zum Warnstreik gerufen. Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG in Rosenheim-Oberbayern ist sich sicher: „Beim Tegernseer Brauhaus steht die Belegschaft hinter der Forderung der NGG. Billig abspeisen lassen wir uns hier nicht.“ Im Brauhaus selbst wusste von dem Streik am Dienstag noch niemand.

In der ersten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber nur ein Angebot von 1,6% Lohnerhöhung unterbreitet. „Das ist völlig indiskutabel. Das Brauerjahr 2015 war absolut klasse, mit Steigerungen von Bierabsatz und einem Rekordexport,“ sagt Freddy Adjan, Landesbezirksvorsitzender der NGG in Bayern und Verhandlungsführer in der Brauertarifrunde, „da wollen wir ein großes Stück von der Branchenentwicklung abbekommen: Denn die 10.000 Brauereibeschäftigten in Bayern sind mit ihrer Arbeit das Fundament dieser sehr guten wirtschaftlichen Situation.“ Der Tegernseer Verhandlungs-Chef Schneider unterstreicht: "Allen Brauherren geht es hervorragend. Den Tegernseern geht es noch besser."

Bestreikt wurden in dieser ersten Warnstreikwelle unter anderemdie vier Münchner Großbrauereien Paulaner, Spaten-Franziskaner, Hofbräu und Augustiner und deren angeschlossene Logistikunternehmen. Adjan: „In allen Warnstreiks haben wir eine gute bis sehr gute Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen erlebt, die Stimmung ist kämpferisch." Bleibt abzuwarten, wie groß die Resonanz bei den Tegernseer Brauhausangestellten ist. Schneider ist jedenfalls zuversichtlich. In Kürze berichten wir hier direkt vom Streikposten.

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