Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

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Ein Ostergruß in die Landeshauptstadt? Die Talgemeinden sagen dem Tourismusverein Oberbayern München ade. Die Mitgliedschaft über die Alpenregion Tegernsee Schliersee und die Schönheit des Tals – hier die Seepromenade in Rottach-Egern – reichen völlig, meinen sie . 

Kündigungsschreiben an TOM verschickt

Tourismusverband ade

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Die Talgemeinden haben dem Tourismusverband Oberbayern München (TOM) den Rücken zugekehrt. Es sei ausreichend, wenn der Landkreis und die ATS Mitglied sind, finden sie. 

Tegernseer - Wie viele Mitgliedschaften in Verbänden und Vereinen braucht’s eigentlich? Den Personalwechsel, der die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) in den vergangenen Jahren kräftig durchgewirbelt hatte, nahmen die Tal-Bürgermeister als Gesellschafter der TTT zum Anlass, auch die einzelnen Mitgliedschaften und Zahlungen auf den Prüfstand zu stellen. Heraus kam: Die Mitgliedschaft im Verein Tourismus Oberbayern München (TOM) ist nicht zwingend nötig.

Dieser Verein ist der Dachverband der Tourismusbranche in München und Oberbayern und wurde 2015 neu gegründet, nachdem der frühere Tourismusverband München-Oberbayern 2012 in die Insolvenz gegangen war (wir berichteten). 13 000 Euro haben die Talgemeinden seitdem jährlich an Mitgliedsbeiträgen gezahlt. Das Geld floss in einen allgemeinen Topf. TOM übernahm dafür überregionale Vermarktung für die Destinationen Oberbayern und München, koordinierte das Marketing in 14 touristischen Regionen. Die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) ist eine davon.

Bereits bei einer Sitzung des Landkreis-Wirtschaftsausschusses im November vergangenen Jahres hatte CSU-Kreisrätin Anastasia Stadler den Sinn der Mitgliedschaft angezweifelt und dazu gemahnt, öffentliche Gelder anderweitig sinnvoll einzusetzen. Sie forderte, dass nur noch die ATS mit einem Beitrag von jährlich 15 000 Euro Mitglied beim TOM bleiben solle. Auch der Landkreis gehört TOM an und bezahlt 7000 Euro, Schliersee leistet sich ebenfalls eine eigene Mitgliedschaft für 8000 Euro. Zusammen mit den Talgemeinden bekam TOM damit bisher 43 000 Euro.

Künftig sind es 13 000 Euro weniger, denn die Talgemeinden haben beschlossen, den Verein zu verlassen. Jede einzelne Kommune hat für sich das jeweilige Kündigungsschreiben schon verschickt. In nicht öffentlichen Sitzungen gaben die Gemeinde- und Stadträte den Segen dazu. Argumentiert wurde immer gleich: Es sei ausreichend, wenn die ATS Mitglied bleibe. Da der Landkreis ebenso Mitglied sei, sei man durch die Kreisumlage beteiligt. „Doppelt und dreifach müssen wir ja auch nicht vertreten sein“, begründet Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck (CSU) den Austritt.

„Ich sehe unsere Mitgliedschaft als Anschubfinanzierung für TOM, der sich ja erst wieder neu formieren musste“, sagt Tegernsees Stadtchef Johannes Hagn (CSU). Der Austritt sei ein Beleg dafür, dass man sich schlanker aufstellen und Doppelstrukturen abbauen möchte. Zudem sei es so, dass das Tal seine touristischen Leistungen von der ATS und der TTT bekomme. „Es geht letztlich um die Frage, wie die Mittel für den Tourismus eingesetzt werden.“ TOM laufe inzwischen sehr gut, glaubt Hagn. Grundsätzlich in Frage gestellt werde TOM durch diese Entscheidung nicht. Zudem seien ja nicht alle Kommunen im südlichen Oberbayern Mitglied.

Dies ist ein Fakt, den auch ATS-Chef Harald Gmeiner noch zur Diskussion stellen möchte. „Da gibt’s ein Ungleichgewicht“, findet Gmeiner. „Das müsste auf den Prüfstand.“ Dass die Tal-Gemeinden nun austreten, könne er nachvollziehen.

Nach Ansicht von TTT-Chef Christian Kausch sei es ausreichend, wenn die ATS für den ganzen Landkreis Mitglied sei. Dies entspreche der touristischen Struktur. „Der Austritt der Talgemeinden wurde länger geprüft und in verschiedenen Gremien diskutiert“, so Kausch. Die TTT selbst ist übrigens nicht Mitglied, auch wenn man den Eindruck haben könnte – angesichts schöner Bilder vom Tegernsee, die auf der Homepage von TOM zu sehen sind.

Das Tal macht also reinen Tisch. Getroffen hat es in diesem Zug auch den Bayerischen Heilbäder Verband. „Auch hier sind wir ausgetreten“, so Hagn. Nur noch Bad Wiessee sei darin als Mitglied verblieben.

gr

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