Birgit Halmbacher-Höpplinger, Vorsitzende des Altertums-Gauvereins
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Birgit Halmbacher-Höpplinger, Vorsitzende des Altertums-Gauvereins.

„Verein hat sich einen guten Ruf geschaffen.“

Namensänderung? Alterstums-Gauverein hält nicht viel von Vorschlag

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Wenn sich der Altertums-Gauverein Tegernsee das nächste Mal trifft, steht auch ein Antrag auf Umbenennung auf der Tagesordnung. Die Vorsitzende hält aber nicht viel davon.

Tegernsee – Die Hauptversammlung ist bis auf Weiteres verschoben, doch wenn sich der Altertums-Gauverein Tegernsee das nächste Mal trifft, steht auch ein Antrag auf Umbenennung auf der Tagesordnung. Der 1903 aus der Taufe gehobene Trägerverein für das Museum Tegernseer Tal soll nach dem Willen eines Vereinsmitglieds in „Historischer Verein für das Tegernseer Tal“ umbenannt werden. Dieser Name soll mehr jüngere Mitglieder anziehen. Wir haben die Vereinsvorsitzende Birgit Halmbacher-Höplinger gefragt, was der Vorstand vom Vorstoß hält.

Frau Halmbacher-Höpplinger, wie steht es um den Verein? Droht tatsächlich die Überalterung?

Halmbacher-Höpplinger: Glücklicherweise ist die Lage im Verein nicht so drastisch wie dargestellt. Aufgrund unserer aktiven Zusammenarbeit mit vielerlei Institutionen – Vereinen, vhs, Gymnasium, Schulen und vielen interessierten Privatpersonen – sehen wir den Altertums-Gauverein Tegernsee durchaus gut aufgestellt. Derzeit hat der Verein rund 320 Mitglieder zwischen 30 und 90 Jahren. Dass das Alter der Mitglieder höher ist als in anderen Vereinen, begründet sich sicherlich mit dem geschichtlichen und zeithistorischen Schwerpunkt. Vielfach kommt das Interesse dafür erst mit einem gewissen Alter. Wenn man sich die Vereinsstrukturen allgemein anschaut, lässt sich generell die Zurückhaltung junger Menschen gegenüber einer Mitgliedschaft in Vereinen feststellen. Das Schöne an unserem Verein und im Museum ist, dass sich eben nicht nur Mitglieder dafür interessieren, sondern unsere Angebote und Aktivitäten für die breite Allgemeinheit zur Verfügung stehen – und auch weit über den Verein hinaus auf Interesse stoßen.

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Was halten Sie von der Idee eines neuen, moderneren Namens für so einen alten Verein, der sich obendrein der Historie verpflichtet? Ist das zielführend oder kontraproduktiv?

Halmbacher-Höpplinger: Der Verein besteht nun seit mehr als 110 Jahren. In dieser Zeit hat er sich einen guten Ruf geschaffen. Das breit aufgestellte Wissen und unser umfangreiches Archiv werden gerne genutzt und der Kontakt gesucht. Die Inhalte unserer Aufgaben sind aktuell und im ständigen Austausch mit Jung und Alt. Das erachte ich als wertvoll und zukunftssichernd. Eine bloße Umbenennung würde daran wohl kaum etwas ändern, und es ist auch eine Frage des Respekts vor den Leistungen der Vereinsmitglieder in der langen Zeit des Bestehens.

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Würde der Name „Historischer Verein für das Tegernseer Tal“ möglicherweise den Burgfrieden mit den anderen Museumsträgern im Tal gefährden?

Halmbacher-Höpplinger: Der korrekte Vereinsname lautet laut Satzung „Altertums-Gauverein Tegernsee e.V.“. Nachdem wir als Träger des Museums Tegernseer Tal in vielen Dingen nicht nur den Ort Tegernsee thematisieren und bei Bedarf und bei allen möglichen Gelegenheiten mit den anderen Museumsträgern im Tal zusammenarbeiten und uns abstimmen, hoffe ich auch weiterhin auf dieses gegenseitige Vertrauen zugunsten aller Museen im Tal. Wir haben gerade erst den gemeinsamen Museumsflyer wieder neu aufgelegt, weil wir uns dessen bewusst sind, dass wir als Partner mehr erreichen als jeder für sich. Die Museen und die dafür Verantwortlichen sind daran interessiert, die Kultur und Geschichte des Tegernseer Tals für die Öffentlichkeit sichtbar und verständlich darzustellen. Jeder auf seine Weise, und gemeinsam wirken wir für alle.

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