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War mal eine Mülldeponie: Point am Tegernsee.

Kaum zu glauben

An diesem beliebten Tegernsee-Strand war früher eine Mülldeponie - mit Folgen für heute

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Die Point am Tegernsee ist ein beliebtes Erholungsgelände. Weil sich hier aber früher eine Mülldeponie befand, muss die Stadt jetzt aktiv werden.

Tegernsee – Bei schönem Wetter tummeln sich hier Badegäste und Sonnenanbeter, Spaziergänger flanieren über die Wege. Auch der Fußballplatz befindet sich auf der Point, die Beachvolleyballplätze ebenso. Früher war die Point jedoch ein weniger idyllischer Ort: Von 1920 bis Ende der 1950er-Jahre befand sich hier eine Mülldeponie. Alles wurde hier Tag und Nacht abgeladen, Hausmüll, Küchenabfälle. Der Gestank, so erinnern sich so manche älteren Tegernseer, muss manchmal unerträglich gewesen sein. 1959 wurde die Deponie geschlossen, und die Tegernseer waren den Gestank wieder los.

Schweres Erbe: An der Point befand sich einst eine Mülldeponie. Die Folgen werden noch untersucht. 

Auf den Folgen der Deponie blieb die Stadt aber sitzen – bis heute. Schon 2016 wurde die Stadt aufgefordert, ein Gutachten in Auftrag zu geben, ob mit Altlasten zu rechnen ist und sich Giftstoffe im Erdreich oder Grundwasser befinden. 22 000 Euro wurden dafür fällig. Seither wird eine Fläche von 9000 Quadratmetern und 25 000 Kubikmeter Erdreich untersucht.

„An 16 Messpunkten wurden Bohrungen durchgeführt“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). In unterschiedlichen Tiefen, die von einem halben bis 6,5 Meter ins Erdreich reichen, muss geprüft werden, was sich im Boden und im Grundwasser befindet. Noch keine abschließende Bewertung gebe es für das Deponiesickerwasser. „Dafür sind weitere Detailerkundungen nötig“, so Hagn. 45 000 Euro hat der Stadtrat kürzlich im Rahmen seiner Verabschiedung des Investitionsprogramms und Finanzplans (wir berichteten) dafür freigegeben. Mit 15 000 Euro beteiligt sich die Altlasten-Sanierungs GmbH an den Kosten.

Fest stehe für die Stadt bisher, dass im Bereich der früheren Deponie eine 30 Zentimeter dicke Humusschicht zusätzlich aufgebracht werden muss. Zu eventuell weiteren Maßnahmen, so Hagn, müsse das Institut Vorschläge machen.

Lesen Sie hier: Ärger für das Brauhaus nach Abholzaktion auf der Point.

Auch die Gemeinde Gmund hat noch mit Altlasten zu kämpfen. Während eine Untersuchung bei Festenbach bereits abgeschlossen ist und dort kein Sanierungsbedarf besteht, dauern die Untersuchungen im Bereich des Weilers „Berg“ weiter an. „Noch in diesem Jahr sind weitere Bohrungen nötig“, erklärt Bauamtsleiterin Christine Wild. Ein unsicherer Hang in der Nähe eines Baches stehe im Fokus. 60 000 Euro sind schon an Kosten angefallen. „Sie sind aber auf 100 000 Euro begrenzt“, erklärt Wild. Da die Gemeinde in den Fonds der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH einzahle, könne sie Zuschüsse daraus erhalten. Wild: „Die Kosten sind damit gedeckelt.“

Lesen Sie hier auch alles über den Schwan und wie es mit ihm weitergeht.

gr

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