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Der aggressive Schwan vom Tegernsee.

Schutz-Bojen kommen wohl doch zum Einsatz

Zu früh gefreut: Problem-Schwan doch nicht verschwunden - neuer Vorfall mit Paddler

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Da hat sich die Stadt Tegernsee zu früh gefreut: Der Problem-Schwan von der Schwaighofbucht ist offenbar doch nicht verschwunden. Anlieger haben das Tier wieder beobachtet. Ein Stand-Up-Paddler flüchtete.

Update, Donnerstag, 6. Juni, 10.32 Uhr:  Von wegen verschwunden! Mit seiner Aussage im Tegernseer Stadtrat, dass der Problem-Schwan aus der Schwaighofbucht mittlerweile das Weite gesucht habe, liegt Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) offenbar falsch. Inzwischen haben sich Anlieger in der Redaktion unserer Zeitung gemeldet, die den wohl bekanntesten Wasservogel vom Tegernsee erst dieser Tage wieder beobachtet haben. Sie habe gesehen, wie der Schwan direkt auf einen Stand-Up-Paddler zugeflogen sei, bis sich dieser auf sein Board gesetzt habe und geflüchtet sei, erzählt Gisela Trowbridge, die am Leeberg wohnt und einen guten Blick auf die Egerner Bucht hat. „Ich glaube nicht, dass ein zweiter so schlecht gelaunter Schwan am Tegernsee unterwegs ist“, sagt die Anwohnerin.

Lesen Sie auch: Drei Pfaue terrorisierten tagelang ein Dorf in Bayern: Anwohner konnten in Magnetsried nicht mehr schlafen - aus einem pikanten Grund. Jetzt ist Schluss mit Radau. Ebenfalls tierisch ist eine Beobachtung, die Experten im Landkreis Weilheim-Schongau gemacht haben: Dort sind große Teile der Jungstorch-Population gestorben.

Auch Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, wunderte sich über die Meldung aus dem Stadtrat. Dass der Schwan nach dem Hochwasser aus seinem Revier in der Schwaighofbucht verschwunden sei, könne auch sie „nicht bestätigen“, so Ecker-Schotte auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung. Das Schwanen-Paar sei nachweislich noch da. Ecker-Schotte bittet aber nun alle Privatpersonen dringend darum, eigene Nachforschungen zu unterlassen und die Tiere in Ruhe zu lassen.

Hagn selbst teilte auf Nachfrage mit, dass die Tegernseer Stadtverwaltung aus Nachbar-Kreisen die Auskunft erhalten habe, dass das Nest leer und der Schwan nicht mehr vor Ort sei. Sollte dies anders sein, werde die Stadt ihre Pläne, den Bereich durch Bojen zu schützen, selbstverständlich umsetzen. „Wir werden schauen, ob es ein neues Nest gibt und die Bojen entsprechend platzieren“, so Hagn. Offenbar hat aber keine Brut stattgefunden.

Ursprünglicher Artikel vom Mittwoch, 5. Juni:

Tegernsee – Wochenlang erregte ein aggressiver Schwan in der Schwaighofbucht die Gemüter und sorgte fürgroße mediale Aufmerksamkeit. Bis der Tegernseer Stadtrat, zuständig für die Sicherheit auf dem See, Anfang Mai entschied: Die Schilfzone in der Schwaighofbucht und der Brutbereich sollen mit gelben Bojen umgeben werden, um den Schwan und auch Wassersportler zu schützen. 

Dann kam das Hochwasser. „Wie es aussieht, hat sich das Problem mit dem Schwan vorerst erledigt“, berichtete Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) jetzt im Rahmen der Stadtratssitzung. Der Schwan habe offenbar ohne Bruterfolg sein Revier verlassen.

 „Damit haben wir keine Notwendigkeit, die Bojen festzumachen“, so Hagn. Die Bojen lägen jedoch beim Bauhof bereit, sollte der Schwan wieder auftauchen. Wohin er „abgetaucht“ ist, ist bisher offen.  

Lesen Sie hier: Pläne für die Schwaighofbucht

gr

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