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So geht’s: Sabine Adolph (l.) und Franziska Mazuhn drücken zwei Pakistani ein Deutschbuch in die Hand.

Seit Montag

Tegernseer Asylothek soll Flüchtlinge informieren

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Tegernsee - In der Tegernseer Bücherei gibt es seit Montag eine sogenannte Asylothek: Flüchtlinge können dort in Lehrbüchern blättern, Interessierte sich zum Thema Asyl informieren.

Bei schönem Wetter sind rund ums Tegernseer Rathaus alle Bänke belegt – auch mit Asylbewerbern. Denn hier, zwischen Länd und Schlosscafé, ist WiFi-Zone. Auch drinnen im Lesesaal, wo die Stadtbücherei St. Quirinus ihren Sitz hat, sitzen Flüchtlinge in den Korbstühlen am Fenster, um im Internet zu surfen und an verfügbaren Steckdosen die Smartphones wieder aufzuladen. Für das Bücherei-Team um Leiterin Marie-Luise Ress lag der Schritt also nahe: Wenn die Flüchtlinge schon hier sind, dann könnten sie auch ein Deutsch- oder Englischbuch zur Hand nehmen, um Sprachen zu lernen.

Und so wurde am Montag die „Asylothek“ eröffnet. Aus einem Bücherregal können sich nicht nur Flüchtlinge bedienen und in einem von 95 Büchern schmökern. Auch Einheimische und Gäste sind eingeladen, „sich mit Literatur eine Meinung zum Thema Asyl zu bilden und nicht nur Gerüchten zu folgen“, sagt Organisatorin Franziska Mazuhn. Unterstützt wird das Projekt, das es bereits in Holzkirchen, ab Dienstag in Hausham und demnächst auch in Weyarn gibt, nicht nur von der Stadt, der vhs und dem Helferkreis. Der Sankt Michaelsbund, das Medienhaus des Erzbistums München und Freising, fördert das Tegernseer Projekt mit 800 Euro. 

Bistumsweit werden 50.000 Euro für die Integration am Bücherregal investiert. „Wir wollen gelebte Willkommenskultur damit sichtbar machen“, betonte Sabine Adolph vom Michaelsbund. Die beiden Pakistani Hussein und Sajjad Hussein trauten sich am Montag schon mal ran ans Bücherregal. Die anderen acht Flüchtlinge im Lesesaal zogen sich mit ihren Handys doch lieber in die WiFi-Ecke zurück.

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