Corona Tegernsee Bootsverleiher
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Darf nun auch wieder Elektroboote vermieten: Michael Reiffenstuel aus Rottach-Egern, Vorsitzender der Vereinigung privater Schifffahrtsunternehmer. 

Weitere Lockerungen auf dem See

Gute Nachricht für Bootsverleiher: Auch Elektroboote dürfen wieder ablegen

  • Gerti Reichl
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Gute Nachricht für alle Bootsverleiher: Auch Elektroboote sind nun wieder auf dem Tegernsee zugelassen.

+++Aktualisierung, Dienstag, 5. Mai, 16 Uhr:

Gute Nachricht für alle Bootsvermieter: Das Landratsamt Miesbach teilt auf seiner Internetseite mit, dass auf allen bayerischen Gewässern nun wieder maschinenbetriebene Sportfahrzeuge auslaufen dürfen. Ein Privatmann vom Starnberger See hatte sich dieses Recht erklagt. Michael Reiffenstuel, Bootsvermieter in Rottach-Egern und Vorsitzender der Vereinigung privater Schifffahrtsunternehmer Tegernsee-Schliersee-Spitzingsee, hatte Gleichbehandlung gefordert und an das Landratsamt geschrieben.

Ursprünglicher Artikel vom 4. Mai:

Tegernsee – Den 4. Mai hatten Lorenz Höß, Betriebsleiter der Staatlichen Seenschifffahrt Tegernsee und sein Team eigentlich rot im Kalender angestrichen. Dieser Termin wurde angesichts weiterer Lockerungen in Sachen Corona-Ausgangsbeschränkungen angesteuert. Zumindest mit einem großen Rundfahrtschiff wollte man den Betrieb wieder aufnehmen. 

Am Montag war davon nichts zu sehen: „Die Lage ist verschwommen“, berichtet Höß. Er habe keinerlei Infos, wann der Fahrbetrieb wieder starten könne. Die Mitarbeiter befinden sich zudem noch in Kurzarbeit, sagt Höß, der für seine Leute dieser Tage nur noch ein „ein paar Restarbeiten“ zu tun hat. Die Tegernsee-Flotte stünde also parat. Doch wann der Fährbetrieb tatsächlich wieder losgeht, steht für den Betriebsleiter „in den Sternen“.

Bootsverleiher am Tegernsee: Neidvoller Blick auf Starnberg

Bei den privaten Bootsverleihern ist die Lage aussichtsreicher, denn Ruder- und Tretboote dürfen schon vermietet werden. Doch die Tegernseer wollen mehr – nämlich Gleichbehandlung. Sie wollen auch Elektroboote vermieten, die das meiste Geld bringen. Am Starnberger See sind sie seit wenigen Tagen erlaubt. Der Anwalt eines privaten Bootsbesitzers hatte gegen das dortige Landratsamt geklagt und im Eilverfahren vor Gericht erwirkt, dass auch Motorbootfahren zulässig und ein „triftiger Grund zum Verlassen der Wohnung ist“ (Aktenzeichen M 26 E 20.1701).

 „Wir pusten ins gleiche Horn“, sagt Michael Reiffenstuel, Vorsitzender der Vereinigung privater Schifffahrtsunternehmer Tegernsee-Schliersee-Spitzingsee, „Warum soll am Starnberger See erlaubt sein, was bei uns noch verboten ist?“ Der 32-Jährige hat deshalb am Montag einen Vorstoß am Landratsamt Miesbach unternommen. Wann und wie dort reagiert wird, wisse er noch nicht, sagt Reiffenstuel. Seine Boote im Verleih an der Seestraße in Rottach-Egern macht er schon mal startklar.

Auch sein Kollege Josef Grieblinger in Bad Wiessee hofft auf Nachbesserungen, denn der Großteil seiner Flotte hat einen E-Motor. Dass Rundfahrten für mehrere Fahrgäste, etwa mit seinem Boot „Favorit“ für 14 Personen noch nicht drin sind, könne er ja nachvollziehen.

Neustart für Bootsverleiher: DLRG findet das „nicht optimal“

Ob mit oder ohne Motor: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wasserrettung sind nicht begeistert, dass die Bootsvermietung wieder anläuft. „Das ist nicht optimal“, findet Andreas-Bernd Lange, Vorsitzender der DLRG Tegernsee. Denn die Wachstationen sind hier am Tegernsee, im Gegensatz zu anderen Gewässern in Bayern, weiterhin nicht besetzt. „Der Rettungszweckverband Rosenheim-Miesbach hat uns bisher untersagt, Wachdienste auf den Stationen mit drei bis fünf Leuten zu leisten“, sagt Lange. Zum Glück sei trotz einzelner Segler, Surfer, SUP-Boarder oder Kite-Surfer in den vergangenen Wochen kein Einsatz nötig gewesen, über Funk wären die DLRG-Retter dann informiert worden.

Lange und seine Kollegen haben die Zeit bisher genutzt, um das 21 Jahre alte Rettungsboot klar zu machen. Es wurde nicht nur neu gestrichen, sondern bekam auch eine neue Elektronik und einen neuen 250 PS-starken Motor. Kosten: 18 000 Euro. Bezahlt wurde die Maßnahme vom Innenministerium, berichtet Lange, 8000 Euro musste die DLRG Tegernsee selbst schultern. Die Anschaffung weiterer Ausrüstung, wie etwa Helmsprechanlagen wäre dringend nötig. Der Vorsitzende hofft nicht nur, dass bald wieder normaler Wachdienst möglich wird. Er hofft auch auf Spendengelder.

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Manuel Neuer trainiert in seinem Garten über dem Tegernsee und zeigt ungewöhnlich offen, wie er dort lebt.

gr

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