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Kein Masten trübt den Blick: Eine Akku-Lok-Lösung fürs Oberland würde die Kosten für den Bau von Oberleitungen sparen, die manche optisch wenig erbaulich finden.

Tegernsee-Bahn-Chef will in Förderprogramm

Pilotprojekt: Mit der Akku-Lok an den Tegernsee?

Tegernsee - Neues in Sachen Elektro-Mobilität: Die Tegernsee-Bahn versucht, in ein neu aufgelegtes Förderprojekt hineinzukommen. Das Ziel: Akku-Loks statt der alten Diesel-Lösung.

Konkretes Ziel ist, die umweltschädlichen Dieselloks auf lange Sicht loszuwerden. Wie berichtet, könnten künftig Akku-Loks Züge auf Teilstrecken im Oberland ziehen oder schieben. Der große Vorteil: Es braucht keine – auch das Landschaftsbild störende – Oberleitungen. Bekanntlich fehlen solche südlich von Holzkirchen. Und der landespolitische Wille, die Strecken nach Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries nachzurüsten, ist ob der hohen Kosten (noch) überschaubar.

Nach der ersten Vorstellung der Idee im Fischbachauer Gemeinderat hat sich schon einiges getan. So ist eine Delegation der maßgeblichen Triebfedern der Idee – etwa Tegernsee-Bahn-Chef Heino Seeger, Ex-Ministerialdirigent Dieter Wellner und Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner – bei Bosch Engineering vorstellig geworden. Die Firma hat unlängst bekanntlich ihren neuen Standort in Holzkirchen in Betrieb genommen. Mit dabei war auch das Ingenieurbüro Molinari Rail mit Hauptsitz in Winterthur. Das hat 2005 das Engineering-Team des Schienenfahrzeug-Herstellers Jenbacher übernommen. Und der hatte bekanntlich die Integrale gebaut, mit denen die BOB unterwegs ist. Schon in die Entwicklung des Modells war Molinari eng eingebunden. Die Schweizer kennen sich somit bestens mit den Anforderungen im Landkreis aus. Alle Seiten „bleiben in Verbindung und im Informations-Austausch“, sagt Seeger.

Diverse Fachleute stricken gerade an dem Förderantrag. In der Studie, die mit den staatlichen Geldern kofinanziert werden soll, geht es darum, herauszufinden, ob die Akku-Lok-Lösung für die Strecke Holzkirchen-Bayrischzell technisch möglich und langfristig auch wirtschaftlich ist. Zu klären ist etwa, ob die gespeicherte Energie nur für die Strecke Schliersee-Bayrischzell oder sogar von Holzkirchen aus bis Bayrischzell reicht. „Es gibt Hunderte Fragen zu beantworten“, sagt Seeger.

Und das sollte nicht zu lange dauern. Denn 2022 steht die neuerliche Ausschreibung der Strecken an. Zwei bis drei Jahre Vorbereitungszeit eingerechnet ist man bei 2018/19. Bis dahin muss klar sein, welche Lösung auf die Schiene kommen soll. Mitzureden haben dabei etliche Stellen. Vom Bahnkonzern als Infrastruktur-Eigentümer bis zu aller vorderst die Bayerischen Eisenbahngesellschaft als Verantwortliche für die Ausschreibung.

Auf staatliche Förderung für die Studie hoffen Seeger & Co. unter anderem, weil das Projekt im Oberland beispielgebend sein könnte für nicht-elektrifizierte Nebenstrecken, die ein Netz mit Oberleitung in der Nachbarschaft haben. Die Strecke nach Bayrischzell wurde ausgewählt, weil sie die längste ist. Seeger: „Wenn es dort geht, funktioniert es auch nach Tegernsee und Lenggries.“ Elektrisch betriebene Züge im Oberland – in Verbindung mit einer zweiten Stammstrecke in München schafft das Raum für Fantasie. Lechner etwa träumte zuletzt im Gemeinderat schon laut von einer BOB zum Flughafen. Doch das ist ein Projekt für die fernere Zukunft.

Gipfeltreffen zur BOB: Minister-Antwort fällt ernüchternd aus

Mit der Bitte um Unterstützung für das Pilotprojekt Akku-Loks hatte sich Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner an seinen CSU-Parteifreund und Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann gewandt. Die Antwort fiel „ernüchternd“ aus, wie Lechner im Gemeinderat sagte. „Zweieinhalb Seiten nur Bedenken“ und eine „völlig unbefriedigende Arbeit“, wertete der Bürgermeister. Und das ärgerlichste: Auf das eigentliche Thema, die Akku-Lösung, die eine teure Oberleitung überflüssig mache, sei der Minister überhaupt nicht eingegangen. Ferner werde der Sinn eines Halbstundentakts bis Bayrischzell infrage gestellt, mangels Passagierfrequenz. „Das ist doch klar bei einem Einstundentakt“, findet Lechner. Angesichts der – zumindest angestrebten – Entwicklung im Tourismus sei es wichtig, die Menschen von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Das hat im übrigen auch die Kreis-CSU in einem Standpunktpapier so festgehalten. Politische Unterstützung vom zuständigen Minister: Fehlanzeige.

Die kommt dagegen offenbar von einer anderen CSU-Ministerin: Ilse Aigner. Ein paar Tage nach der Gemeinderatssitzung war sie mit CSU-Chef Alexander Radwan, der für den Bahnverkehr zuständigen Bayerischen Eisenbahngesellschaft und eben Herrmann zusammengesessen, um über das Thema Eisenbahn im Oberland zu sprechen. Ergebnisse gibt’s keine. Das Gespräch habe „nicht ausreichend Informationen“ gebracht, heißt es auf Anfrage aus Aigners Landtagsbüro. Deshalb soll es im September ein weiteres Treffen der Minister geben.

Von Daniel Krehl

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