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Das Hotel Bastenhaus in Tegernsee wird Asylbewerber-Unterkunft.

Es muss ein Hotel bleiben

Bastenhaus als Asyl-Heim: Spätere Nutzung steht fest

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Tegernsee - Das Hotel Bastenhaus wird ab 1. Juni vorübergehend zur Flüchtlings-Unterkunft. Doch für wie lange, und was kommt danach? Eigentumswohnungen durch die Hintertür? Die Stadt will das auf alle Fälle verhindern.

60 Asylbewerber sollen im Bastenhaus einziehen – Männer, Frauen, Familien. Seit März liegt der Stadt ein Antrag zum Umbau des Hauses vor, denn aus dem bisherigen Hotel mit 42 Betten soll ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen werden. Mit dem Landratsamt Miesbach wurde offenbar schon ein Mietvertrag geschlossen. 

Die Stadt hat grundsätzlich nichts gegen das neue Flüchtlingshaus, schließlich kann damit die Dreifachturnhalle am Gymnasium endgültig geräumt und nach einer umfangreichen Sanierung nach den Pfingstferien wieder für den Sportunterricht zur Verfügung gestellt werden. „Aber es muss klar sein, dass die vorübergehende Nutzung nicht zu einer schleichenden Umwandlung von einem Hotel in eine Eigentumswohnanlage führen darf“, betonte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) im Stadtrat. Da musste das Gremium einen Bebauungsplan für das Gebiet des Hotels aufstellen und auch eine Veränderungssperre erlassen. Damit will die Stadt sicherstellen, dass es künftig bei einer touristischen Nutzung des Hauses bleibt. Allerdings, so heißt es in einem neuen Paragraphen in der Bauordnung, gilt die Umwandlung eines Objekts in ein Flüchtlingsheim nur für drei Jahre. „Und dann?“, fragte Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste). 

Hagn kündigte an, dass er an des Bundesinnenministerium schreiben werde, um Rechtssicherheit wegen der Umnutzung des Hotels zu bekommen. „Unsere Situation ist freilich nicht übertragbar auf ganz Deutschland“, sagte Hagn, „aber es könnte sein, dass wir die Regelung dreimal verlängern oder die Umnutzung gleich auf zehn Jahre beschränken können.“ Der Rathauschef stellte jedoch klar: „Auf keinen Fall werden wir der neuen Nutzung zustimmen, wenn am Ende der Reise Eigentumswohnungen entstehen.“ Schließlich habe Tegernsee in den vergangenen Jahren viele Gästebetten eingebüßt – allein seit 2014 seien es zehn Prozent gewesen. Zuvor habe man das Hotel Residenz und auch viele Gästebetten im Guggemos verloren. 

Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) hielt die Unterbringung der Flüchtlinge für wichtig, aber zugleich die Veränderungssperre für richtig: „Entscheidend ist, dass die kalte Umwandlung in Eigentumswohnungen durch uns verhindert wird.“ In seinem Beschluss, den der Stadtrat einstimmig fasste, wurden alle Punkte aufgeführt. Zum einen wurde festgelegt, dass es sich bei dem Gelände um ein Sondergebiet Fremdenverkehr handelt. Mittel- und langfristiges Ziel soll der Erhalt eines Hotels an dieser Stelle bleiben, da die Umwandlung in Eigentum nicht den Zielen der Stadt entspreche. Es dürfe kein Bezugsfall für andere Hoteliers geschaffen werden, die auf diese Weise versuchen, ihre Häuser umzuwidmen.

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