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Riesengroß prangen der Buzi und sein Herrchen auf der weiß-blauen Hülle des Bräustüberl-Ballons, hier bei der Montgolfiade.

Interview mit Heißluftballon-Pilot Michi Unger

Zehn Jahre Bräustüberl-Ballon: „Haben uns viel Verrücktes einfallen lassen“

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Eine kleine Berühmtheit vom Tegernsee feiert Geburtstag: Seit zehn Jahren gibt es den Buzi-Ballon mit dem Logo des Bräustüberls. Pilot Michi Unger (62) weiß Abenteuerliches über den Ballon zu erzählen. 

Tegernsee – Seit zehn Jahren dreht der Heißluftballon mit dem bekannten Bräustüberl-Logo „Herr und Hund“ nun schon majestätisch seinen Runden über dem Tegernsee und den bayerischen Alpen. Gesteuert wird er seit jeher von Michi Unger (62) und seinem Piloten-Team von Ballooning Tegernsee. Wir sprachen mit dem passionierten Ballonfahrer aus Kreuth über das gwamperte Maskottchen auf der Ballonhülle, über seine Wirkung auf die Menschen im Tal und darüber, welche abenteuerlichen Aktionen die Beiden bereits gestartet haben.

Herr Unger, seit zehn Jahren bringen Sie nun schon den Bräustüberl-Ballon in die Lüfte. Wie kam es zu dieser Bräustüberl-Ballon-Symbiose?

Michi Unger: So hundertprozentig weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube, ich hatte ein ganzes Jahr lang die Idee im Schädel, dass der Buzi mit Herrchen toll ausschauen müsste auf einer weiß-blauen Ballonhülle. Auf dem Computer hab ich deshalb von meiner Ballonfirma ein 3D-Bild entwerfen lassen und bin damit zum Peter Hubert (Anm.d.Red.: der Bräustüberlwirt) gegangen.

Und der war sofort für die Idee zu begeistern?

Michi Unger: Der Peter ist bekannt dafür, dass er gute Entscheidungen aus dem Bauch heraus trifft. Er hat sofort gesagt: Des mach ma! Daraufhin war die Zusammenarbeit beschlossene Sache.

Der Ballon hat sich ja schon fast zu einem Markenzeichen für den Tegernsee entwickelt. Wie kommt’s?

Michi Unger: Das liegt zum einen am hohen Bekanntheitsgrad des Bräustüberls. Zum anderen an seiner guten Marketing-Arbeit. Wir haben uns in den zehn Jahren schon viele verrückte Dinge mit dem Buzi-Ballon einfallen lassen – dabei wurden die meisten Ideen natürlich im Bräustüberl geboren.

Erzählen Sie!

Michi Unger: Einmal haben wir mit dem Ballon einen Stand-up-Paddler an einer 150 Meter langen Leine über den gesamten Tegernsee gezogen. Für diese Aktion haben wir einen echten Profi gewonnen, denn einen normalen Paddler hätten wir vermutlich direkt vom Brett gefegt. Das war wirklich spektakulär, die Aktion haben wir fast zwei Jahre lang geplant. Ein anderes Mal haben wir in ein paar tausend Metern Höhe Weißwürste gekocht.

Im Ernst?

Michi Unger: Ja, rein in die Lederhosn und auffi mitm Ballon (lacht).

Klar, so etwas bringt natürlich jede Menge Klicks im Internet. Aber man sieht den Buzi-Ballon häufig auch einfach über dem Tegernsee schweben.

Michi Unger: Richtig, wir sind viel in der Heimat unterwegs. Bei dieser Gelegenheit sehen Tausende Urlauber und Einheimische unseren Bräustüberl-Ballon – das verankert sich natürlich im Unterbewusstsein.

Ballonfahrten sind ja nicht ganz billig, trotzdem sind sie stark gefragt. Was macht Ihrer Meinung nach die Faszination des Ballonfahrens aus?

Michi Unger: Ich glaube, das ist vor allem die Arbeit mit der Natur. Nur wenn es uns die Natur erlaubt, dürfen wir dieses schwerelose Schweben im Ballon erleben. Dann gibt es für die Passagiere 100 Kilometer Fernsicht und mehr – das ist eine tolle Geschichte. Ich fahre seit 28 Jahren Ballon und mich persönlich fasziniert noch immer die Tatsache, dass alles, was am Boden ist, auch dort bleibt: Du nimmst kein Problem mit hinauf.

Und die Kulisse aus See und Bergen ist ja auch nicht zu verachten.

Michi Unger: Richtig, aber das macht die Sache auch schwieriger. Das Ballonfahren in den Bergen ist wesentlich anspruchsvoller als anderswo. Denn hier herrschen ganz andere Luftströmungen und Windverhältnisse. Die Kenntnisse dazu muss man sich durch viel Erfahrung erst erarbeiten. Ich selbst habe schon Tausende von Stunden in der Luft überm Tegernsee verbracht – auch als Windsurfer und Gleitschirmflieger. Und auch meine Piloten Florian Schneider und Andreas Götschl bringen viel Erfahrung mit.

Inzwischen gibt es in Ihrem „Fuhrpark“ ja schon einen zweiten Buzi-Ballon. Warum das?

Michi Unger: Wir haben bei den Ballonen einen hohen Verschleiß und dachten, der erste Buzi-Ballon geht irgendwann in die Knie. Deshalb ließen wir einen zweiten, größeren Buzi-Ballon bauen. Was soll ich sagen: Es leben beide noch! Und wir haben noch viele gute Ideen mit ihnen in Arbeit, die ich aber noch nicht verraten möchte.

Sie setzen also auch in Zukunft ganz aufs Ballonfahren?

Michi Unger: Ja, Ballonfahren liegt seit seiner Entstehung, also seit gut 230 Jahren, im Trend. Und ich denke, das wird auch so bleiben. Weil uns die Natur nicht jeden Tag die Möglichkeit dazu gibt, werden die Leute nie das Interesse daran verlieren.

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