Stolz präsentiert Peter Hubert Antigen-Tests vor dem Bräustüberl.
+
Stolz präsentiert Peter Hubert Antigen-Tests vor dem Bräustüberl.

Großteil der Lieferung vorbestellt

Bräustüberl-Wirt beschafft 250.000 Corona-Tests - und löst riesige Debatte bei Facebook aus

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
    schließen

Bräustüberl-Wirt Peter Hubert ist ein Meister darin, gefragte Ware für die Massen zu beschaffen. Dieser Tage hat er 250.000 Antigentests aus China kommen lassen. Das sorgt für Wirbel.

Tegernsee - Einen Teil der 250.000 Corona-Tests verkauft Hubert im Tegernseer Bräustüberl-Shop, das Gros der Corona-Tests geht an Unternehmen aus der Region, die händeringend Tests ordern wollen, um ihre Mitarbeiter testen zu können. „Wenn es die Politiker nicht schaffen, dann nehmen wir er es eben selber in die Hand“, schreibt der Wirt auf Facebook. Bis er wieder öffnen dürfe, verkaufe er Antigentests. Stückpreis in seinem Shop: 7,95 Euro.

Corona: Wirt beschafft Schnelltests aus China - „Wenn es Politiker nicht schaffen, nehmen wir es selber in die Hand“

Seinen Coup hat Hubert auf Facebook gepostet – und damit eine riesige Diskussion ausgelöst. Der Post lässt die Wogen hoch schlagen. Die einen jubeln über die „coole Aktion“ und die Initiative des Geschäftsmanns, der es allen zeige, andere kündigen empört an, nie mehr einen Fuß ins Bräustüberl zu setzen. Sie werfen dem Wirt Geldmacherei vor: Bei Aldi koste ein Test schließlich nur fünf Euro.

Vor allem aber geht es in der ausufernden Diskussion – es sind weit über 100 Kommentare – um die Sinnhaftigkeit des Testens überhaupt und die Corona-Politik insgesamt. „Mehr testen, damit es mehr ,Infizierte’ gibt und sie euch die Läden noch länger zusperren“, ätzt ein User. Die Pandemie solle wohl „künstlich aufrecht erhalten werden“, glaubt ein anderer.

Corona-Schnelltests in Bayern: Kauf von Wirt entfacht Grundsatzdiskussion - Größter Teil der Lieferung vorbestellt

Von der emotionalen Wucht der Debatte ist Hubert überrascht. „Ich habe doch die Vorgaben nicht gemacht“, meint der Unternehmer, der zu diesem Thema auch keine Stellung beziehen will. Er habe keine Diskussion über die Frage anstoßen wollen, ob die Corona-Politik gut oder schlecht sei, macht Hubert deutlich.

Dazu werde man von ihm nichts hören. Es bestehe aber kein Zweifel daran, dass die Tests aktuell gebraucht werden. Und im Gegensatz zu anderen sei es ihm gelungen, sie in großer Menge auf die Schnelle zu beschaffen. Sitzen bleiben wird Hubert auf seiner Ware aus Fernost nicht. Der größte Teil der Lieferung war schon vorbestellt.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Tegernsee-Newsletter.

(Von Christina Jachert-Maier)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare