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Ohne Genehmigung: Auf dieser Überschwemmungsfläche der Rottach wurde das Baustofflager errichtet.

Im Überschwemmungsgebiet der Rottach:

Baustoff-Lager illegal errichtet

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Ein Baustoff-Lager, illegal und noch dazu im Überschwemmungsgebiet der Rottach errichtet, sorgt für Verwunderung im Tegernseer Bauausschuss.

Tegernsee – Wäre im April nicht ein Wasserrohrbruch in der Nähe passiert, dann wäre die Stadt Tegernsee wohl nicht so schnell auf diesen ziemlich ungewöhnlichen Fall ungenehmigter Bautätigkeit gestoßen: Auf einem 1800 Quadratmeter großen Gelände an der Tuftenstraße, das noch zum Stadtgebiet Tegernsee gehört, hat Zeki Taygar ein Baustofflager errichtet. Das Grundstück, das früher dem gegenüberliegenden Sägewerk als Lagerfläche diente, hat er von den Inhabern des traditionsreichen Holzwerks A. Miller & Sohn gepachtet.

Taygar grenzte die Fläche mit einem zwei Meter hohen Bauzaun ein und begann damit, den ehemaligen Holzlagerplatz zu befestigen. Was noch grüne Wiese war, wurde aufgeschüttet, um dort Schauflächen anzulegen. Kies, Schutt, Steinmaterial, Fliesen, Pflastersteine – alles, war zum Bau und im Garten benötigt wird, ist dort schon jetzt ausgestellt. Allerdings ohne Genehmigung, wie sich herausgestellt hat.

Zur jüngsten Bauausschuss-Sitzung reichte der Betreiber nun eine Baugenehmigung für die Errichtung eines Baustofflagers inklusive drei Containern ein. In diesen Containern soll wertvolles Material sowie ein Büro untergebracht sein. Problem ist nicht der Gewerbebetrieb an sich. Das Gelände liegt vielmehr im Überschwemmungsgebiet (HQ100) der Rottach. Und dort, so zitierte Geschäftsleiter Hans Staudacher aus entsprechenden Vorschriften, sind weder das Errichten von Mauern, noch irgendwelche Bauten oder das Ablagern von wassergefährdenden Stoffen erlaubt. Zwar betreibt die Firma Stettner zwischen Birkenmoos- und Tuftenstraße auf Rottacher Flur ebenfalls ein Baustofflager. Doch diese Fläche, so Staudacher, liege nicht im Überschwemmungsgebiet-Gebiet. Zudem sei dort alles ordentlich gelagert und sortiert.

„Das Verfahren ist nicht einfach“, meinte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Zeki Taygar hätte vor Eröffnung seines Betriebs die Zustimmung des Landratsamts und der wasserrechtlichen Abteilung gebraucht. Auf Nachfrage von Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) stellte sich dann noch heraus, dass die Gewerbeanmeldung erst erfolgt sei, nachdem die Stadt auf den illegalen Betrieb aufmerksam geworden sei. Auch sei Familie Miller als Verpächterin wohl davon ausgegangen, dass alles seinen normalen Weg geht.

Dem Bauausschuss blieb nichts anderes übrig, als den nachträglichen Antrag auf Baugenehmigung abzulehnen. Der Betreiber des Baustofflagers riskiert nun, dass er schließen und das Gelände wieder in seinen früheren Zustand versetzen muss – sollte das Landratsamt nicht zustimmen. 

gr

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