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Kommt bald auf die Mieter der Stadt Tegernsee zu: Schreiben über Mieterhöhung.

Um maximal 20 Prozent jährlich

Tegernsee erhöht Miete für städtische Wohnungen

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Tegernsee – Die Stadt hat die Verwaltung seiner Besitztümer selbst in die Hand genommen. Katharina Aust (23) leitet das städtische Referat - und hat schlechte Nachrichten.

41 Häuser besitzt die Stadt, 145 Wohnungen sind aktuell vermietet, zudem 15 Büros. Sieben Objekte sind verpachtet. Wer in einer der städtischen Wohnungen lebt, muss sich jetzt darauf einstellen, dass die Mietpreise steigen. „Sie werden auf 6,50 Euro pro Quadratmeter erhöht“, verkündete Katharina Aust im Stadtrat, als sie das Gremium über ihre Arbeit informierte.

„Die Mieterhöhung betrifft alle Wohnungen, die unter dem Richtwert von 6,50 Euro liegen“, erklärt der Tegernseer Geschäftsleiter Hans Staudacher dazu auf Nachfrage. Je nach Zustand werde man die Mieten „sukzessive“ anpassen, um maximal 20 Prozent jährlich, so Staudacher. Teilweise betragen die Mieten in den städtischen Wohnungen lediglich drei Euro pro Quadratmeter. Anheben werde man die Mietpreise vor allem bei Wohnungen, die nach einem Auszug neu vermietet werden. Sechsmal war das heuer schon der Fall.

Zuständig für die Liegenschaften der Stadt Tegernsee: Katharina Aust.

Während andere Gemeinden ihre Besitztümer mit Kommunalunternehmen betreuen, bündelt die Stadt Tegernsee ihre Kräfte also wieder im Rathaus. Und zwar mit einem Eigengewächs: Katharina Aust ist 23 Jahre jung und hat ihre Ausbildung zur Verwaltungs-Fachangestellten im Tegernseer Rathaus abgeschlossen. Anfang des Jahres wurde ihr die Liegenschaftsverwaltung anvertraut, nachdem der Stadtrat beschlossen hatte, sein Kommunalunternehmen aufzulösen. Es bringe keine steuerlichen Vorteile, lautete die Begründung für die Auflösung der Tegernseer Liegenschaftsverwaltung (TLV), zu deren Werkleiter der Stadtkämmerer Jürgen Mienert ernannt worden war.

Wichtigste Aufgabe für Aust ist das Abwickeln sämtlicher Miet- und Pachtangelegenheiten. Die Mitarbeiterin muss alle Verträge vorbereiten und übergeben und auch die lange Liste der Bewerbungen ständig auf den aktuellen Stand bringen. „Diese gelten nur ein Jahr“, informierte Aust, „dann muss man sich neu bewerben.“

Bei einem Wohnungswechsel muss die 23-Jährige, die sich gerade zur Verwaltungs-Fachwirtin weiterbildet, in Absprache mit den städtischen Mitarbeitern Klaus Riedlechner und Michael Haller nötige Renovierungsarbeiten vorbereiten. „Die Entscheidungen trifft dann der Stadtrat“, sagt Aust. Geld für Instandsetzungsarbeiten ist laufend im Haushalt eingeplant: 100 000 Euro stellt der Kämmerer jährlich für bauliche Maßnahmen bereit, weitere 100 000 Euro für energetische Sanierungen.

Die Mitglieder des Stadtrats lobten die bisherige Arbeit von Katharina Aust. Sie habe alles kompetent angepackt, fand Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste). Für ihn sei jetzt aber wichtig, dass eine wirtschaftliche Bewertung der Liegenschaften im Hinblick auf das Verhältnis von Instandsetzungsaufwand und Einnahmen vorgenommen werde. „Da haben wir noch viel Arbeit“, fügte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) an.

Zuständig ist Aust auch für die Point: Sie erstellt den Belegungsplan für die Sportanlage. „Wer den Platz nutzen möchte“, sagt die 23-Jährige, „muss sich im Rathaus melden.“

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