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Das Ufer an der Schwaighofbucht: Eine dicke Blätterschicht wabert im Wasser, 60 000 Kubikmeter Schlamm haben sich inzwischen angesammelt.

Wieder ein Versuch, um sich dem schwierigen Thema zu nähern

Schwaighofbucht: Firma darf Methode zum Zersetzen des Schlamms im Stadtrat vorstellen

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Lässt sich der Schlamm in der Schwaighofbucht einfach zersetzen? Mit einer Methode, die jüngst vom Verein  „Rettet den Tegernsee“ vorgestellt wurde, will sich demnächst der Stadtrat befassen.

Tegernsee Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Rettet den Tegernsee“ hatte Joachim Schöchle von der Firma Söll Tec in Hof folgende Methode vorgestellt: Mit einem Spezialboot könnte in der Bucht ein umweltneutrales Spezialpräparat ins Wasser ausgebracht werden, das mithilfe spezieller Mikroorganismen den Faulschlamm zersetzen soll. 216 000 Euro, so hieß es, würde diese Methode kosten, im Gegensatz zu etwa 4,7 Millionen Euro, die fürs Ausbaggern anfallen würden. (wir berichteten). Wären damit die Probleme gelöst? Immerhin haben sich rund 60 000 Kubikmeter Schlamm angesammelt und die Schwaighofbucht zur Problembucht verwandelt.

„Die Methode klingt schon interessant“, fand Peter Schiffmann jetzt im Stadtrat (SPD) und kündigte einen Antrag an, wonach sich der Stadtrat mit der Methode befassen solle. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) erklärte zunächst, dass er gerne zur Versammlung des Vereins gekommen wäre, zeitgleich aber die Eröffnung der Tegernseer Kunstausstellung stattfand. Er stellte erneut klar, dass ein Eingriff zur Bekämpfung des Schlamms keine Auswirkungen auf den See haben dürfe – weder für Tiere, noch für Pflanzen. 

Ausbub des Wiesenbachs in der Schwaighofanlage.

Wie schwer dies sei, machte er anhand des Wiesenbachs deutlich, der in die Schwaighofbucht mündet und für dessen Unterhalt die Stadt zuständig sei. Die Stadt habe diesen laufend ausgebaggert, das Material, etwa 80 Kubikmeter, habe sie am Ufer getrocknet und gelagert. Die Folge seien Beschwerden gewesen, warum die Stadt diesen „Misthaufen“ nicht entferne. „Wir haben den Aushub untersuchen lassen und festgestellt, dass er mit Kupfer und Zink belastet ist“, berichtete Hagn. Der Aushub sei nun eine Art Sondermüll und müsse teuer entsorgt werden. „Über die Ökobilanz haben wir noch nicht gesprochen, wenn man den Schlamm aus dem See zu Spezialdeponien in Sachsen-Anhalt bringen müsste.“

Er bleibe dabei: Erst müssen alle Stellungnahmen zu der von der Stadt in Auftrag gegebenen Analyse vorliegen. „Dann werden wir alles häppchenweise abarbeiten müssen.“ Dies sei auch der Grund, warum die Sache so lange dauere. „Erst, wenn wir alle Antworten auf dem Tisch haben, können wir einen Weg beschließen, für den uns am Ende nichts vorzuwerfen ist. Ein Jahr hin oder her, spiele da keine Rolle mehr.“

Wer ist tatsächlich verantwortlich für das Schlamm-Schlamassel? Ist es der Freistaat Bayern, der durch seine CSU-Umweltministerin Ulrike Scharf bei einem Ortstermin im September vergangenen Jahres Unterstützung zugesagt hatte? Die Stadt jedenfalls sieht sich in Sachen Schwaighofbucht nur als Mediator. Auch dieses Problem steht noch im Raum.

Lesen Sie hier auch, warum der Verein „Rettet den Tegernsee“ ungeduldig wird.

gr

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