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Ein Senegalese, der in der Tegernseer Turnhalle wohnt, rastet immer wieder aus.

Senegalese rastet immer wieder aus

Aggressiver Flüchtling: Welche Handhabe haben die Behörden?

  • Veronika Mahnkopf
    VonVeronika Mahnkopf
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Tegernsee - Immer wieder rastet ein Senegalese (27), der in der Tegernseer Turnhalle untergebracht ist, aus und bringt Unruhe in die Unterkunft. Viele fragen sich: Hat sein Verhalten keine Konsequenzen?

Mitte September wird die Polizei in die Tegernseer Unterkunft gerufen, weil sich ein Flüchtling aus dem Senegal aggressiv verhält und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit dem Tode bedroht. Als die Beamten ihn aufgrund seines Verhaltens in Gewahrsam nehmen wollen, wehrt sich der junge Mann vehement, spukt um sich und beißt einen Polizisten schließlich in die Hand.

Zwei Monate später rastet der Senegalese wieder aus: Betrunken schreit er am Dienstagabend in der Turnhalle herum. Seine Mitbewohner versuchen ihn zu beruhigen - ohne Erfolg. Die eingetroffene Polizei nimmt ihn fest, wobei er wieder eine Polizistin verletzt.

Viele fragen sich: Wie kann es sein, dass das Verhalten des Senegalesen scheinbar ohne Konsequenzen bleibt? Warum wird er - auch um den Frieden in der Turnhalle zu wahren - nicht verlegt und kehrt immer wieder nach Tegernsee zurück? Derzeit ist der junge Mann wegen selbstverletzendem Verhalten in der Psychiatrie im Krankenhaus Agatharied untergebracht. Doch irgendwann wird er auch dort wieder entlassen.

Ganz ohne Konsequenzen bleibt sein Verhalten nicht, stellt ein Beamter der Polizei Bad Wiessee klar. Gegen den Mann wird im zweiten Fall wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbesamte und Körperverletzung ermittelt. Im ersten hat er eine Strafanzeige wegen Bedrohung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte kassiert. Gründe für eine Inhaftierung sind das freilich nicht. "Ansonsten hat das Landratsamt die Hand darauf, wir können nur Anregungen geben." Das habe die Polizei getan, eine Verlegung vorgeschlagen.

Hier liege tatsächlich eine Option, so Landratsamtssprecher Birger Nemitz. "Ein anderer Bürgermeister müsste damit einverstanden sein, dass der Mann in seine Gemeinde verlegt wird." Bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung werde dies Thema sein. Aber: Der Senegal gilt als sicheres Herkunftsland, der junge Mann wird früher oder später dorthin abgeschoben. "Und das weiß er auch." Wenn er nicht verlegt wird, muss er den Tegernsee und das Land also sowieso bald verlassen.

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