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Wollen etwas bewegen: Rund 20 Schüler des Gymnasiums Tegernsee haben im Rahmen des Projekts „Smart Girls for Malawi“ vier Stipendien vergeben.

1500 Euro gesammelt

Tegernsee Gymnasiasten ermöglichen Mädchen aus Malawi eine Zukunft

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In nur sieben Monaten haben es rund 20 Schüler des Gymnasiums Tegernsee im Rahmen des Hilfsprojektes „Smart Girls for Malawi“ geschafft, die Ausbildung für insgesamt vier Stipendiatinnen zu finanzieren.

Tegernsee – In nur sieben Monaten haben es rund 20 Schüler des Gymnasiums Tegernsee im Rahmen des Hilfsprojektes „Smart Girls for Malawi“ geschafft, die Ausbildung für insgesamt vier Stipendiatinnen zu finanzieren. Am 28. Februar beginnen die beiden Neuen mit ihrem Studium „Law“ (Recht) und Business Management.

Die Tegernseer Gymnasiasten sind richtig stolz. Ebenso wie ihre Englisch- und Spanisch-Lehrerin Claudia Maier. Gemeinsam haben sie vier Mädchen im südostafrikanischen Staat Malawi eine Zukunftsperspektive gegeben. Die 14- bis 18-jährigen Schüler haben sich im Juli von ihrer Lehrerin und deren Tochter Franziska (22) überzeugen lassen, dass jeder etwas bewirken und bewegen kann. Franziska, selbst ehemalige Schülerin am Gymnasium Tegernsee, war nach dem Abitur im Rahmen eines Hilfsprojektes nach Malawi gegangen und kam mit einem Koffer voller Eindrücke und Erkenntnisse zurück.

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Tegernsee Gymnasiasten ermöglichen Mädchen aus Malawi eine Zukunft

Bei ihrem Aufenthalt hatte Franziska außerdem den malawischen Studenten Isaac kennengelernt, dessen Sponsoren zwei Semester vor Ende seines Studiums abgesprungen waren. Ihm haben die Maiers aus Deutschland damals spontan geholfen – und waren erstaunt, wie einfach das war.

Durch Isaac erfuhren sie aber auch, dass es in Malawi besonders Mädchen schwer haben, eine qualifizierte (Berufs-)Ausbildung zu machen, um sich damit dann später auch selbst finanzieren zu können. Kinderehen sind dort trotz des Verbots seit 2017 immer noch an der Tagesordnung, ebenso wie der Kinderreichtum – durchschnittlich hat eine Frau in Malawi 5,5 Kinder. Die AIDS-Rate ist ebenfalls hoch.

Durch diese Erkenntnisse wurde die Idee „Smart Girls for Malawi“ geboren. Claudia und Franziska Maier gründeten das Projekt und schlossen sich damit dem Münchner Verein „Chancen durch Bildung – Verein zur Förderung Jugendlicher in Malawi“ an, der seinerseits bereits seit drei Jahren in der Republik aktiv ist. Das Gymnasium Tegernsee hatte den Verein bereits bei einem früheren Malawi-Projekt unterstützt. Parallel dazu begeisterte Claudia Maier ihre Schüler von der Idee zu helfen, aber auch tatsächlich etwas bewirken zu können. „Wenn man davon weiß und nicht den Kopf in den Sand steckt, kann jeder helfen“, findet der 14-jährige Max Heiden. Die 18-jährige Anna Speier engagiert sich, weil es leider eine Frage des Glücks sei, mit welchem familiären Hintergrund man auswächst. Deshalb findet sie es besonders wichtig, einen Ausgleich für Mädchen und junge Frauen in Malawi zu schaffen.

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„Smart Girls for Malawi“ - So sammelten die Tegernseer Geld

Die Gymnasiasten setzten auf Information und Sensibilisierung. Die Jüngeren erstellten eine informative Wandzeitung, die Älteren eine Powerpointpräsentation. In einer großen Glasflasche in der Mensa sammelten sie 115 Euro. In ihren Mensa-Betreibern, Iris und Rolf Ziesing, fanden sie Sponsoren. Sie stockten den Flascheninhalt auf. Und auch von der Schulbuchhandlung Kolmannsberger gab es einen Zuschuss. Die Schüler veranstalten einem Markt mit Kunsthandwerk aus Malawi, was wiederum hervorragend in die Aktionen als Fair Trade Schule passte. Insgesamt kamen seit Schuljahresbeginn im September 1500 Euro zusammen.

Nachdem im Sommersemester Chifundo Masakasa Banda mit dem Studium der Tiermedizin und Kondanani Banda mit der Ausbildung zu Krankenschwater und Hebamme begonnen haben, können jetzt zwei weitere Stipendiatinnen in das Programm aufgenommen werden. Sie werden Ende Februar ihr Studium aufnehmen. Die Studiengebühren wurden schon direkt an die Universitäten der Mädchen überwiesen. Für den Weltfrauentag am 12. März stehen die Gymnasiasten schon für die nächste „Smart Girls for Malawi“-Aktion in den Startlöchern. Sie werden über die Rottacher Floristin Margit Mayr Fair-Rosen beziehen und an der Schule verkaufen. Die Bestellungen für die Rosen werden in der Woche vor den Faschingsferien entgegengenommen.

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