Blick auf Tegernsee (hier noch 2019): Nicht persönlich vor den Bürgern, sondern per Bericht auf der Rathausseite informiert Bürgermeister Johannes Hagn über die Entwicklungen und Vorhaben der Stadt.
+
Blick auf Tegernsee (hier noch 2019): Nicht persönlich vor den Bürgern, sondern per Bericht auf der Rathausseite informiert Bürgermeister Johannes Hagn über die Entwicklungen und Vorhaben der Stadt.

Bürgerversammlung in Corona-Zeiten

„Nur ned auslassn“: Hagn macht den Bürgern Mut

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Im November hätte die Stadt Tegernsee zur Bürgerversammlung eingeladen – wegen Corona wurde sie abgesagt. Auf die Berichte über die Entwicklung der Stadt und aktuelle Projekte müssen die Bürger jedoch nicht verzichten. Rathauschef Johannes Hagn hat eine ausführliche Zusammenfassung im Internet eingestellt.

Tegernsee – Angesichts hoher Infektionszahlen und den Beschränkungen im privaten Bereich leitet Hagn seinen Bericht mit einer Ermunterung an die Tegernseer ein und verweist auf die Unterstützung der Nachbarschaftshilfe durch die Stadt: „Wenn Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich an uns. Behalten Sie den Mut und Glauben an die Zukunft, bleiben Sie gesund und wie man bei uns sagt: ’nur ned auslassn’.“ Auch bietet Hagn an, dass sich jeder an ihn wenden könne.

Hagn liefert aktuelle Zahlen (siehe Kasten) und versichert, dass die Stadt sorgsam mit den Finanzen umgehe. Schulden seien zurückgeführt und Rücklagen aufgebaut worden. Weil die Einbrüche bei der Gewerbesteuer nicht absehbar seien, und um auf der sicheren Seite zu sein, sei der Haushalt 2020 komplett ohne Gewerbesteuereinnahmen geplant worden.

Bauvorhaben

Ausführlich berichtet Hagn über die aktuellen Bauvorhaben der Stadt. Dazu gehören kleinere Projekte wie die Sanierung der Forststraße zur Neureuth, wo heuer bereits ein Hangrutsch repariert werden musste. Wegen der längeren Sperrung werde eine Alternativtrasse ertüchtigt, sodass diese mit Allradfahrzeugen genutzt werden könne. Aber es gibt auch Großvorhaben: Neben dem Neubau des Feuerwehrhauses – noch heuer wird die Interimshalle im Schulhof errichtet –, der Erweiterung der Tiefgarage (für 2021 ist die vertragliche Abwicklung mit der Kreissparkasse und die Fortsetzung der Planung vorgesehen, für 2022 der Baubeginn), berichtet Hagn über die Orthopädische Klinik auf der Point, wo im Oktober die Baugenehmigung für die Therapiehalle erteilt wurde. Auch Westerhof und Almdorf hätten ihre Baugenehmigungen, die teilweise Aufweitung der Olaf-Gulbransson-Straße erfolge 2021.

Verkehr

Zunehmender Verkehr belastet Tegernsee, Hagn wirft einen Blick darauf und berichtet, dass die Verkehrsüberwachung wesentlich erweitert worden sei.

So waren an Wochenenden und Feiertagen zwei Kontrolleure im Einsatz. „Sie hatten, trotz oder gerade wegen Corona, alle Hände voll zu tun.“ Im Ausbau befänden sich Maßnahmen wie die Bewirtschaftung im Bereich Homposs oder die Schaffung von Anwohnerparkbereichen. Der neue Wanderparkplatz bei der Schießstätte soll zum Jahresende in Betrieb gehen. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs werde ab Januar an das Kommunale Dienstleistungszentrum Oberland abgegeben, „und die Stadtverwaltung damit in hohem Maße entlastet.“

2021 soll auch die Befahrung mit dem Arbeitskreis Fahrradfreundliche Kommune (AGFK) erfolgen, um erste Schritte zur Mitgliedschaft zu gehen. „Aufgrund der äußerst schwierigen Platzverhältnisse“ werde das erste Ergebnis mit Spannung erwartet.

Anfragen

Insgesamt sieben Anfragen erreichten das Rathaus vor der Bürgerinfo. Eine davon betrifft den Bau des Seeuferwegs nach Rottach-Egern, der noch immer in den Leitsätzen der Stadt verankert sei. „Es wäre ein Top-Projekt, wenn man als Fußgänger nicht mehr neben der viel befahrenen Bundesstraße gehen müsste“, heißt es in der Anfrage. Laut Hagn gibt es keine konkreten Planungen und wegen anderer Vorhaben auch keine finanziellen Mittel.

Angeregt wird unter anderem auch ein Zebrastreifen auf Höhe des Königin-Caroline-Wegs. Dieses Thema soll bei der nächsten Verkehrsschau mit Landratsamt und Polizei geprüft werden.

Moniert werden die am Sonntagabend überquellenden Papierkörbe am Bahnhof. Hagn berichtet, dass bis zu viermal geleert wurde. Allerdings habe die Stadt auch festgestellt, dass vermehrt Hausmüll darin entsorgt werde. Zwar werde an das Aufstellen weiterer Müllkörbe gedacht, „dann aber nur mit beengten Einwurfschlitzen, damit nicht wieder der Hausmüll entsorgt wird.“

Bericht im Netz: Der ausführliche Bericht des Tegernseer Bürgermeisters ist im Internet abrufbar unter www.gemeinde.tegernsee.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare