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Hier auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal in Tegernsee sollen drei Wohnhäuser und ein Hotel entstehen.

Investor will innovatives Modell umsetzen

Krankenhaus-Areal: Hier soll ein besonderes Hotel entstehen

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Tegernsee - Die Niere kommt - vielleicht sogar als Hotel-Projekt der anderen Art. Monatelang hat man nichts mehr gehört von den Hotel- und Wohnplänen auf dem ehemaligen Tegernseer Krankenhaus-Areal. Jetzt gibt's Neues.

Die Niere, oder auch die Bohne, hat schon für viel Diskussion gesorgt im Tegernseer Stadtrat. Die Residenzgruppe Bremen als Investor hat sich die runde Form für das Hotel ausgedacht, das dort entstehen soll, wo früher das Tegernseer Krankenhaus stand. Wirklich begeistert war davon niemand - doch letztlich hat die Stadt den Durchführungsvertrag jetzt fertig gestellt. Ein Dreivierteljahr, nachdem die Pläne erstmals Thema waren. "Er muss nur noch unterzeichnet und vom Stadtrat genehmigt werden", sagt Bürgermeister Johannes Hagn.

Rolf Specht ist geschäftsführender Gesellschafter der Residenz-Gruppe Bremen.

Geplant ist auf dem Areal - wie berichtet - aber nicht nur ein Hotel. Und das ist auch der Grund für die Verzögerung der Pläne. "50 Prozent Hotel, 50 Prozent Wohnen" sind geplant, sagt Hagn. Das besondere: Von den Wohnungen, die auf dem insgesamt 7500 Quadratmeter großen Gelände entstehen, soll ein Drittel bevorzugt an junge Familien zu vergünstigten Preisen vergeben werden, im sogenannten "Tegernseer Projekt". Die Stadt könne dem Investor dann potenzielle Käufer vorschlagen. Welche Kriterien die genau erfüllen müssen, stehe noch nicht fest. Nur so viel: "Wir wollen auf keinen Fall Zweitwohnsitze." Diese und viele weitere Punkte hätten einen Durchführungsvertrag erforderlich gemacht, der "zehn Zentimeter dick" ist und dessen Ausarbeitung dementsprechend lange gedauert hat.

Neu ist jetzt: Wenn es nach dem Investor geht, soll das Hotel ein völlig neues Konzept verfolgen. Menschen, die zu Hause einen Angehörigen pflegen, sollen dort Urlaub machen können - und zwar gemeinsam mit dem zu Pflegenden. Die Idee dazu hatte kürzlich Rolf Specht, geschäftsführender Gesellschafter der Residenz-Gruppe. "Das ist echt eine Lücke." In welchem Hotel könne man schließlich Pflegeleistungen, sogenannte "persönliche Assistenzleistungen" in Anspruch nehmen? Die mit der Pflege betrauten Angehörigen können so auch einmal durchschnaufen. 120 Zimmer und Suiten sollen in dem sogenannten Care-Hotel entstehen. Die Unterbringung werde auf Vier-Sterne-Niveau liegen - mit Restaurant, Wellness, Fitness und Tagungsraum. Und selbstverständlich könne sich dort auch jeder andere Urlauber einbuchen. In Norddeutschland entstehe derzeit ein solches Hotel, so Specht. Betreiben will die Residenz-Gruppe es in Tegernsee selbst. Wenn es denn kommt.

Sicher sei noch nichts, so Specht. "Wir sind auch im Gespräch mit vier anderen Betreibern, die ganz normale Hotels einrichten würden." In den kommenden drei Monaten soll die Entscheidung fallen. Los gehen werde es mit der Bauphase der insgesamt vier Gebäude wohl noch 2016, so Bürgermeister Hagn. 45 Millionen Euro dürfte das gesamte Projekt kosten, so Investor Specht. Und wenn alles glatt geht, ist das ehemalige Krankenhaus-Gelände 2018 wieder bebaut - nach dann 20 Jahren des Stillstands.

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