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Hubertus Altgelt ist vor fünf Jahren gestorben.

Tal profitiert von Stiftung

Fünf Jahre nach seinem Tod: Das Vermächtnis des Hubertus Altgelt

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Tegernsee - Hubertus Altgelt hatte nicht nur ein dickes Bankkonto, sondern auch ein großes Herz: Über 9,4 Millionen Euro hat seine Stiftung bisher an soziale Projekte ausgeschüttet. Sein Todestag jährt sich am Freitag zum fünften Mal.

77 Jahre war Hubertus Altgelt, als er 2011 verstarb. Noch zu Lebzeiten gründete er 2003 die nach ihm benannte Stiftung, die bis heute hauptsächlich soziale Projekte im Tegernseer Tal, aber auch darüber hinaus unterstützt. „Projekte, für deren Finanzierung sich der Staat immer mehr zurückzieht und für die sich Bürger und ehrenamtliche Helfer engagieren“, erklärt Anton Lentner. 

Der Rottacher Steuerberater und Rechtsanwalt ist seit Beginn an Vorsitzender der Stiftung. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Christina Huber und dem Stiftungsrat mit Peter Lex (Vorsitzender), Max Lentner (Stellvertreter) und Andreas Bonholzer entscheidet Lentner, wer von dem Altgelt-Vermächtnis profitiert. Anfragen und Bittbriefe flattern Lentner permanent auf den Schreibtisch. „Wir prüfen schon ganz genau, wer Geld bekommt und welche Personen hinter den Organisationen stehen“, sagt Lentner. 

Dabei orientiert sich die Stiftung an den Maßstäben, die der Mäzen selbst setzte. Unterstützt werden Wohlfahrtswesen, Jugendhilfe und Sport, Kunst und Kultur, Forschung, Umwelt- und Denkmalschutz, Schüler und behinderte Kinder sowie Rettungsorganisationen. Vier- bis fünfmal jährlich treffen sich Vorstand und Stiftungsrat, um Gelder zu verteilen. Zuletzt hat das BRK für einen Einsatzrettungsleitwagen profitiert, auch das geländegängige Einsatzfahrzeug der Rottacher Feuerwehr und das Rettungsboot der Wiesseer Wasserwacht – nach „Hubertus“ benannt – kamen in den Genuss jeweils meist fünfstelliger Beträge. 

Überhaupt wird die Liste der Projekte immer länger. Der Erweiterungsbau des Olaf-Gulbransson-Museums, die Tegernseer Kunsteisarena, der Neubau des Rettungszentrums in Bad Wiessee, eine Pistenraupe am Sonnenbichl, der Kunstrasenplatz des FC Real Kreuth, die Sanierung der evangelischen Kirche in Rottach-Egern oder die Gartenanlage an der Anton-Weilmeier-Schule in Hausham sind Beispiele.

„Neues haben wir schon in der Planung“, kündigt Lentner an. Die Unterstützung des Projekts Schulschach gehört dazu. „Unterstützt wird allerdings nur, was man auch anfassen und sehen kann“, sagt Lentner. „Das hat Herr Altgelt so gewollt.“ Nicht nur die sorgfältige Auswahl der Projekte macht viel Arbeit. „Wir müssen dafür sorgen, dass wieder Gelder hereinkommen“, erklärt der Vorsitzende. Ganz im Sinne des Mäzens handelt Lentner umsichtig, tätigt nur Finanzgeschäfte ohne Risiko. 

Anlässlich des fünften Todestags würdigt die Stiftung ihren Gründer am Sonntag, 21. Februar, mit einem Gedenkgottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche (Gulbransson-Kirche) in Rottach-Egern. Der evangelische Pfarrer Martin Weber, der vor fünf Jahren auch den Trauergottesdienst zelebriert hatte, ehe Altgelt in Mainz begraben wurde, wird die Feier halten, Kinder der von der Stiftung unterstützten Musikschule Tegernseer Tal werden den Gottesdienst musikalisch umrahmen. Viele Organisationen, die in den Genuss von Spendengeldern kamen, haben ihr Kommen zugesagt, auch Landrat Wolfgang Rzehak und zahlreiche Bürgermeister. Anton Lentner wird dabei über die Stiftung, ihre bisherigen Projekte und ihre Ziele berichten. 

Er wird aber vor allem an Hubertus Altgelt erinnern – den bärtigen, weißhaarigen Mann, der Spross eines großen Medienunternehmens war: Seine Großeltern gründeten die heutige Mediengruppe Madsack in Niedersachsen. Altgelt hätte ein luxuriöses Leben führen können, doch er zog es vor, in einer bescheidenen 80-Quadratmeter-Wohnung in Tegernsee zu leben – ohne Computer und Handy. Ein Autounfall setzte ihm zu, machte ihn nachdenklich und brachte ihn dazu, dass soziale Projekte in den Genuss seines Vermächtnisses kommen sollen.

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