Am Spielplatz im Tegernseer Kurgarten tummeln sich viele Kinder. Hier war der Fuchs unterwegs.
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Am Spielplatz im Tegernseer Kurgarten tummeln sich viele Kinder. Hier war der Fuchs unterwegs.

Tier am Spielplatz und beim Medius unterwegs

Tegernsee: Kranker Fuchs mitten im Kurpark erschossen – Jagdbehörde prüft Vorgehen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Mitten im Tegernsee Kurpark, am helllichten Tag, brachte ein Jäger am Montag einen Fuchs zur Strecke. Der Vorfall wurde von etlichen Zeugen beobachtet, die Aufregung war groß.

Tegernsee – Mitten im Tegernsee Kurpark, am helllichten Tag, brachte ein Jäger am Montag einen Fuchs zur Strecke. Der Vorfall wurde von etlichen Zeugen beobachtet, die Aufregung war groß. Inzwischen geht die Jagdbehörde dem Vorfall nach. Außer Zweifel steht, dass es sich um ein krankes Tier handelte. Nachdem es im Bereich des Kinderspielplatzes unterwegs war und sich nicht vertreiben ließ, schien Eile geboten.

Tegernsee: Kranker Fuchs mitten im Kurpark erschossen – Jagdbehörde prüft Vorgehen

Den Jäger hatten Mitarbeiter der Stadt alarmiert, nachdem es Anrufe wegen eines offensichtlich kranken Fuchses gab, der im Kurpark umherstreifte und dem medizinischen Fitnesszentrum Medius einen Besuch abstattete. „Der Fuchs ist auch zum Spielplatz gelaufen. Das geht halt gar nicht“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn. Die Stadt habe als Sicherheitsbehörde einschreiten müssen. Schließlich liege es nahe, dass Kinder den Fuchs streicheln wollen: „Und das ist nicht ungefährlich.“

Hagn war mit dabei, als der herbeigerufene Jäger zum Kurpark kam. Der Fuchs habe sich völlig artuntypisch verhalten, schildert Hagn. „Der ist gleich zu mir hingelaufen.“ Nachdem das Tier sich nicht vertreiben ließ, nahm der Jäger es aufs Korn. Es habe keine Gefahr für die Menschen rundum bestanden, versichert Hagn. Der Jäger, ein erfahrener Mann, habe dafür gesorgt, dass keine Menschen ins Schussfeld geraten konnten und zudem eine Spezialmunition verwendet. Leider, so Hagn, gebe es immer wieder Probleme mit Füchsen im Stadtgebiet, die den Einsatz eines Jägers erforderten.

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Dieser Fall beschäftigt die Behörden allerdings noch. Auslöser war eine Anfrage von Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, beim Landratsamt. „Der Fuchs hatte offenbar Räude, jedoch ist auch zur Entnahme eines kranken Tieres in befriedetem Gebiet zwingend eine Ausnahmegenehmigung der Jagdbehörde erforderlich“, teilt das Landratsamt mit. Eine solche Genehmigung lag jedoch nicht vor. Bis zur Information durch den Tierschutzverein, so die Pressestelle des Landratsamts, sei von einem kranken Fuchs in Tegernsee oder dessen geplanter Entnahme nichts bekannt gewesen. Die Jagdbehörde gehe dem Vorfall nach. Welche Konsequenzen der nicht abgesegnete Abschuss habe, sei erst nach Prüfung des Sachverhalts zu sagen.

Ecker-Schotte bedauert, dass die Tierschützer nicht um Hilfe gebeten wurden. „Wir hätten versucht, den Fuchs mit einem Kescher zu fangen oder ein Betäubungsgewehr organisiert.“ Sie könne aber nachvollziehen, dass die Situation Panik erzeugt und nach einer schnellen Lösung verlangt habe. Als Alternative zum Abschuss wäre denkbar gewesen, den Fuchs in einer Wildtier-Station behandeln zu lassen. Dies sei aber nur in begrenztem Umfang möglich. Schlimmer als der öffentlich sichtbare Abschuss des Fuchses, so Ecker-Schotte, sei das Leid verwaister Jungtiere im Wald.

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