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Das bisherige Feuerwehrhaus in Tegernsee.

Planung des neuen Feuerwehrhauses

Wohnungen auf dem Feuerwehrhaus: Stadtrat legt sich auf Kubatur fest

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Nach langer Debatte hat sich der Stadtrat auf eine Kubatur für den Wohnungsbau auf dem Feuerwehrhaus geeinigt. 

Tegernsee Wieder einmal hatte die Münchner Architektin Claudia Schreiber zur Stadtratssitzung Klötzchen mitgebracht, die sie ins Modell einpasste. Alles soll auf den Tisch, hat Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) immer betont. Deshalb nimmt sich die Stadt viel Zeit, um die richtige Lösung für den Neubau des Feuerwehrhauses zu finden. Schließlich geht es um einen würdigen Ersatz für den Altbau, um den sogar eine Bürgerinitiative gekämpft hat. Eine Entscheidung musste her, wie der Aufbau auf dem L-förmigen Garagenkomplex aussehen soll.

So würde sich der L-förmige Neubau einfügen.

Wird es ein klarer, zweigeschossiger Riegel in Nord-Süd-Achse? Mit Flachdach oder Satteldach? Fünf Wohnungen hätten darin Platz. Oder ein terrassierter, pyramidenartiger Aufbau mit Flachdächern, der sich teils über beide Achsen erstreckt und bis zu sieben Wohnungen möglich machen würde? 

Das Gremium tat sich anfangs schwer, einige wirkten „ratlos“, gar „überfordert“. Mehrheitlich Kritik gab’s zum Flachdach. „Das ist doch immer undicht und in unserer Gegend mit viel Schnee unzweckmäßig“, fand Andreas Obermüller (FWG). Die Architektin sah das anders, „es muss nur richtig gemacht sein.“

Wohnungen auf dem Feuerwehrhaus Tegernsee: „Pyramide wäre ein No-Go“

Florian Kohler (Bürgerliste) griff die Formulierung von Peter Schiffmann (FWG) auf, der sich nicht mit der Pyramiden-Lösung anfreunden konnte, die eher Beverly Hills passen würde. „Das wäre zwar cool, passt aber nicht“, so Kohler. Ein Satteldach sei nicht nur Stilelement, sondern würde auch die Fassade schützen. Rudolf Gritsch (CSU) bezeichnete zwar die Pyramide als die „mit Abstand schlüssigste Form“, für Tegernsee sei sie aber ein „No-Go“. Ihm wäre Gritsch ein Gebäude am liebsten, das mit der sechs Meter hohen Fahrzeughalle unten und Wohnungen obenauf wie eine Einheit wirken würde. Gritsch führte die Brauerei als gelungenes Beispiel an und forderte: „Da muss man noch viel Gehirnschmalz hineinstecken.“

Lesen Sie hier: Das ist der Tegernseer Rekordhaushalt

Anton Lengmüller (FWG) nannte das Rottacher Feuerwehrhaus als Beispiel: „Das ist doch auch schön, warum nicht so?“, fragte er und erteilte einem Pyramidenbau eine Abfuhr. Der würde eher nach Unterhaching passen. „Wir haben uns doch auch beim Quartier Tegernsee nebenan bemüht“, so Lengmüller. „Kein Flachdach“, formulierte Andrea Köstler (FWG) kurz und bündig. Sie forderte eine Entscheidung: „Wir können doch nicht ewig so herumeiern.“

Wohnungen auf dem Feuerwehrhaus Tegernsee: Warnung vor „Schildbürgerstreich“

Die terrassierte Variante mit Flachdachbauten hatte aber auch Befürworter. Etwa Thomas Mandl (SPD). Ihm ging es um Ästhetik und Wohnqualität, um den „Wow-Effekt“. Mandl favorisierte die Flachdach-Variante. „Das Satteldach wirkt aufgesetzt.“ Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) pflichtete ihm bei: Eine klare Kubatur sei die beste Lösung und auch für die Nachbarn angenehm zu ertragen. „Auf den Flachdachbau der Garagen einen Riegel mit Satteldach aufzusetzen, sieht ziemlich hässlich aus und ist nicht ästhetisch.“ Von Hammerstein warnte vor einem „Schildbürgerstreich“.

Vieles war schon gesagt, doch Bernhard Mayer (CSU), für den die Bedürfnisse der Feuerwehr im Vordergrund stehen und die vorgestellten Lösungen noch immer nicht „der Weisheit letzter Schluss“ waren, wollte noch die Meinung der Architektin hören. Sie wäre eher für eine Lösung mit begrünten Flachdächern, gestand Schreiber.

Rathauschef Hagn, der sich auch für eine Wohnriegel in Nord-Süd-Achse aussprach, formte die Meinungen am Ende zu einem großen Bild und einen Beschlussvorschlag. Der wurde mit 12:4 Stimmen angenommen. Die Architektin soll auf Basis eines Wohnriegels in Nord-Süd-Achse mit Satteldach weiter planen und Vorschläge zu Gestaltung und Fassade machen. Visualisiert und nicht mehr mit Klötzchen. 

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier

gr

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