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Radler nach links: Der Seeufersteg in Tegernsee bleibt Fußgängern vorbehalten.

Polizei zu Geschwindigkeitsbegrenzung: „realitätsfern vor allem bei E-Bikern“

Stadt stellt klar: Wir wollen keine Radler auf dem Steg

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Tegernsee – Soll das Radfahren in Tegernsee auch auf den Stegen und auf dem Uferweg an der Länd erlaubt sein? Nein, sagt die Stadtverwaltung und lehnte einen Antrag der Bürgerliste ab.

Die Ortsmitte Tegernsees ist mit ihren üppig bepflanzten Verkehrsinseln zwar schön, aber auch eng und gefährlich. Besonders zwischen dem Bootsverleih Heinzelmann und dem Rathaus sei die Situation für die steigende Zahl an Radfahrern „sehr kritisch“, findet die Bürgerliste. Um die Situation zu entschärfen, hatte die Fraktion mit Florian Kohler, Martina Niggl-Fisser und Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein schon Anfang August einen Antrag mit mehreren Vorschlägen dem Stadtrat vorgelegt. So solle das Radeln auf dem Seeufersteg zwischen dem Bootsverleih Heinzelmann und dem Rathaus grundsätzlich erlaubt sein. 

Ein entsprechendes Schild (gemeinsamer Geh- und Radweg) solle signalisieren, dass Fußgänger jedoch Vorrang haben und Radler höchstens Schrittgeschwindigkeit fahren dürften. Über den Steg am Rathaus, wo das Bistro Seehaus liegt, sollen Radler ihr Gefährt schieben müssen. Eine einarmig schwingende Schranke solle sie dort zum Absteigen zwingen. „Insgesamt“, so die Bürgerliste, „sollte dadurch das Passieren der Ortsmitte Tegernsee für Radfahrer gefahrloser als bisher möglich sein, ohne dass Fußgänger darunter leiden.“

Mit einer knapp vierseitigen Begründung hat die Verwaltung der Stadt dem Antrag nun eine Abfuhr erteilt. Zum einen hält sie bauliche Gründe für ausschlaggebend: Die Uferwegflächen hätten nur eine lichte Breite von zwei Metern, „für einen gemeinsamen Geh- und Radweg sind aber mindestens 2,50 Meter Voraussetzung“, zitierte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) jetzt im Bauausschuss. Auch ein eigener Radweg scheide wegen der zu geringen Breite aus. Die zu Rate gezogene Polizeiinspektion (PI) Bad Wiessee äußerte Bedenken bei der Beschilderung „Gemeinsamer Geh- und Radweg“. Um die Benutzung tatsächlich in den Griff zu kriegen, müssten Schilder wie „5 km/h Schrittgeschwindigkeit“ oder „Fußgänger haben Vorrang“ installiert werden. Vier bis fünf km/h seien „realitätsfern und würden vor allem von E-Bikern nicht eingehalten“, urteilte die PI.

Keinen Anlass gebe es dafür, einen Radweg regelrecht anzuordnen. Dafür sei die Gefahrenlage nicht groß genug. Zwar sei die Situation „auch nicht günstig oder völlig gefahrenfrei für Radler“, so die PI, jedoch zeige die Erfahrung, dass sie funktionieren kann. Höchstens ein bis zweimal komme es zu speziellen Unfällen wegen der relativ geringen Fahrbahnbreite. Dieses Phänomen sei aber nicht nur ein Tegernseer Problem, heißt es in der Begründung. Die einzige Lösung sei hier eine Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmer.

Das Thema ist nicht neu in Tegernsee: Um Radlern Richtung Rottach-Egern das Befahren der B 307 zu ersparen, hatte die Stadt in der Vergangenheit den Gehweg ausgebaut und sich die Benutzung für Fußgänger und Radler genehmigen lassen. Allerdings, so die Untere Straßenverkehrsbehörde, sei dies schon „am Rande des Vertretbaren“.

Ein hohes Konfliktpotenzial sieht Hagn am Seehaus. Er sei dort selbst schon fast „über den Haufen gefahren“ worden. Bestärkt wurde er in seiner Meinung durch ein Schreiben der Seehaus-Wirtin. Sie ist klar der Meinung: „Radler haben auf dem Steg nichts verloren.“ Mit Hindernissen und Pflanzkübeln werde man versuchen, die Situation zu entschärfen, erklärte Hagn. Überhaupt sei das Ziel, „die hohe Aufenthaltsqualität der Seeuferwege zu sichern“.

FWG-Sprecher Andreas Obermüller zollte der Verwaltung Respekt für die ausführliche Begründung. Er erkannte die vielen „eklatanten Rechtsprobleme“ und räumte ein, dass die Radler am Seehaus ein Problem seien. Thomas Mandl (SPD) sieht den Antrag als Anlass, sich mit der Schaffung von Radwegen weiter zu befassen: „Das müssen wir doch irgendwie gebacken kriegen.“ Die enge Ortsdurchfahrt, so Mandl, sei leider ein „negatives Highlight auf der Seerundfahrt“. Sowohl Bauamtsleiterin Bettina Koch als auch Hagn machten da wenig Hoffnung: „Es fehlen die Breiten an der Straße“, sagte Koch. Für Hagn hätten die Querungshilfen zumindest den Vorteil, dass die Autos nicht überholen könnten. „Ideal“, so der Rathauschef, „wird’s wohl nie.“

Antragsteller Heino von Hammerstein kann gut mit der Entscheidung leben: „Jetzt ist die Sache geklärt“, reagierte er auf die Ablehnung. „Vielleicht bietet sich ja die Chance, die Möglichkeiten für Fußgänger zu verbessern.“

gr

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