Villa Tegernsee-Süd Schwaighofstraße
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Diese Villa an der Schwaighofstraße in Tegernsee-Süd sorgt für viel Gesprächsstoff. 

Neuer Antrag für Herrschaftshaus in Tegernsee-Süd

„Diese Dallas-Villa ist ein No-Go“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Die rote Villa in Tegernsee-Süd hat schon für viel Gesprächsstoff gesorgt. Jetzt wurde wieder im Bauausschuss diskutiert, weil ein neuer Antrag vorlag. 

Tegernsee – Seit im April 2017 die Pläne präsentiert und im Mai 2018 mit dem Bau begonnen wurde, sorgt das Haus an der Schwaighofstraße in Tegernsee-Süd für Gesprächsstoff. Nicht nur, weil kein „normaler“ Talbewohner hier einzieht, sondern Mohamed Sahoo Al Suwaidi aus Abu Dhabi, einer der einflussreichsten Männer der Energieversorgung in den Vereinigten Emiraten. Das Haus steht – und wirkt wie die bayerische Interpretation eines Traums aus tausendundeiner Nacht. Es ist der Baustil über den „reihum viel diskutiert“ wird, wie Peter Hollerauer (FWG) jetzt feststellte, als das Haus wieder einmal im Bauausschuss Thema war.

Nein, es ging nicht um die ziegelrote Farbe, die seit dem vergangenen Sommer fragende Blicke auf sich zieht. Es ging auch nicht um die Energieversorgung des Hauses, die der Bauunternehmer für seinen Auftraggeber neu planen muss. Es ging auch nicht um die mächtigen Balkone und deren Baluster. Diesmal ging es um eine Mauer, mit der das Grundstück teilweise eingefriedet werden soll – über 20 Meter entlang der Schwaighofstraße und weitere elf Meter entlang der Grenze zum Spielplatz. Auf die 60 Zentimeter hohe und 25 Zentimeter breite Mauer sollen zudem 1,55 Meter hohe Pfeiler gestellt werden, „ähnlich der Säulen in den Balkonen“, wie Geschäftsleiter Hans Staudacher erklärte. Der Antrag sei mit der Hochwasserthematik begründet, so Staudacher. Denn das ohne Keller errichtete Gebäude befindet sich im Überschwemmungsbereich (HQ100), die Bodenplatte liegt fünf Meter über dem Gehweg. Die Stützmauer soll dafür sorgen, dass das Wasser im Fall der Fälle abfließt und sich nicht aufstaut. Für die Mauer wäre eine Ausnahme von der städtischen Gestaltungssatzung nötig, und darum ging es.

Rote Villa in Tegernsee-Süd: „Schrecklich und nicht ortstypisch“

Das gesamte Haus habe einen „gewissen Stil“, formulierte Rudolf Gritsch (CSU), daher solle nun auch die Einfriedung passen. Einen Zaun aus Holzlatten hielt Gritsch nicht für passend. Und schon war das Gremium mitten drin in einer Debatte über Gefallen und Nicht-Gefallen. Neu-Stadtrat Marcus Staudacher (Grüne) fand deutliche Worte: „Diese Dallas-Villa ist ein No-Go. Sie ist schrecklich und nicht ortstypisch.“ Er fragte sich, wie der Stadtrat so etwas habe befürworten können und forderte die Überarbeitung der Gestaltungssatzung. Auch Michael Bourjau (FWG), ebenfalls neu am Ratstisch, fand: „Dieses Haus polarisiert. Es sollte Anlass sein für Nachbesserungen, um zu zeigen, wo die Grenzen sind.“ Neu-Stadträtin Manuela Brandl (BürgerListe) bezeichnete das Haus als „nicht extrem schlimm, aber auch nicht extrem schön.“ Sie hielt es ebenfalls für wichtig, über die Satzung zu diskutieren.

Debatte um rote Villa: Tal soll authentisch sein und Traditionen achten

Es sei ein wichtiges Thema für das Tal, authentisch zu sein und auf die Traditionen zu schauen. „Deshalb kommen die Gäste.“ Gebäudliche Ausreißer seien da nicht zielführend. 

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) versicherte, dass er sich die Gestaltungssatzung zusammen mit der Bauamtsleiterin bereits vorgenommen habe. Er schlug zudem ein Klausur des Stadtrats zu diesem Thema vor. Von einem Aufblähen der Satzung durch das Aufnehmen der verschiedenen Geschmäcker hält er nichts. „Dann hätte die Satzung tausend Seiten, und wir kommen in den Wald hinein.“

Dass die Geschmäcker auseinandergehen, zeigte die Abstimmung: Mit 6:3 wurde die Mauer befürwortet. Die Säulen dürfen maximal 1,40 Meter hoch werden.

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier.

gr

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