Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Feuerwehrhaus Tegernsee Neubau
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An die Stelle des bisherigen Feuerwehrhauses (r.) soll ein L-förmiger Neubau entstehen. Die Gestaltung erweist sich als schwierig. 

Bei Sondersitzung wurden neue Zahlen für das Tegernseer Feuerwehrhaus bekannt

Kosten klettern auf 13 Millionen Euro

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Seit 2015 plant Architektin Claudia Schreiber mit dem Stadtrat am neuen Feuerwehrhaus. Bei einer Sondersitzung kam jetzt eine neue Kostenberechnung auf den Tisch.

Tegernsee – Die Stadt muss vorankommen mit der Planung des Feuerwehrhauses. Grundsätzlich steht fest: Auf einen L-förmigen Sockelbau soll in Nord-Südachse ein zweigeschossiger Riegel für Feuerwehrzwecke und Wohnungen aufgesetzt werden. Bei der Sondersitzung wurde klar, dass eine endgültige Lösung noch nicht gefunden ist. Dennoch wurden weitere Entscheidungen getroffen.

Energiekonzept

Bereits im März hatte der Stadtrat eine Variante mit Luft-Wasser-Wärmepumpe plus Photovoltaikanlage plus Gas-Brennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung favorisiert, jedoch eine weitere Variante mit zusätzlicher Solarthermie gewünscht. Wegen der besseren CO2- und Energiebilanz fiel die Wahl nach ausführlicher Debatte einstimmig auf die ursprünglich favorisierte Variante.

Wohnungen

Eigentlich hatte der Stadtrat schon entschieden, dass im ersten Obergeschoss ein kleine Wohnung und im zweiten Stock vier größere Wohnungen entstehen sollen. Nach Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern musste die Architektin jedoch neu planen. Um vom Zuschuss über 450 000 Euro zu profitieren, müssen fünf kleinere, zudem barrierefreie Wohnungen (zwischen 40 und 70 Quadratmeter) entstehen. Für einige Stadträte war dies nicht nachvollziehbar, denn die Schaffung von Wohnraum für junge Familien waren ursprünglich das Ziel. Wegen des Zuschusses war der Stadtrat mit den Gegenstimmen von Thomas Mandl (SPD) und Florian Kohler (BürgerListe) aber einverstanden.

Fassadengestaltung

Wieder einmal machte die Architektin zwar zig Vorschläge, mit einer greifbaren Visualisierung konnte sie aber nicht dienen. Die Stadträte standen vor der Qual der Wahl und diskutierten kontrovers. Wie kann der Funktionsbau der Feuerwehr gestaltet werden, wie der Aufbau? Unten mit Stein, Putz oder Recyclingbeton und oben mit vorbehandeltem Holz? Soll der Bau ein Flachdach oder ein Satteldach bekommen? Wie kann beides zu einem stimmigen Ensemble zusammengefügt werden? „Da müssen wir noch dran arbeiten“, gestand die Architektin. Während etwa Ursula Janssen (Grüne) einen Funktionsbau mit klaren Formen favorisierte, war unter anderem Andreas Obermüller (FWG) für einen konventionellen Bau. Die „optische Leitwirkung“ (Obermüller) oder der „Ensemble-Charakter“ (Kohler) war vielen wichtig. „Nichts von den Entwürfen überzeugt mich“, sagte Anton Lengmüller (FWG) und sprach damit wohl vielen aus dem Herzen. Dennoch ließ Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) abstimmen. Mit 11:4 fand sich eine Mehrheit für ein Satteldach, das mit Überstand (9:3) geplant werden soll. Carolin Machl (CSU) sowie die Grünen Marcus Staudacher und Ursula Janssen verließen den Saal, weil sie da nicht mitstimmen wollten. Die Mehrheit (11:2) legte sich auf die Gestaltung mit Stein, Beton oder Putz unten und Holz oben fest.

Kostenschätzung

Auf Antrag der Grünen wurden die Gesamtkosten vorgelegt. Sie liegen bei inzwischen rund 13 Millionen Euro. Das Feuerwehrhaus wird demnach 11,43 Millionen Euro kosten, 2,88 Millionen Euro mehr als in der Machbarkeitsstudie geschätzt. Allein für die Baugrube sind 1,35 Millionen Euro veranschlagt, knapp 612 000 Euro kostet die Altlastenbeseitigung des alten Feuerwehrhauses. Die Wohnungen schlagen mit 1,27 Millionen Euro zu Buche, 246 000 Euro mehr als 2019 geschätzt. Die Interimslösung im Schulhof verschlingt 428 000 Euro, die Kosten für die Spielplatzverlegung in den Kurgarten (347 000 Euro) werden fast komplett über eine Erbschaft finanziert. Die Forderung von Ursula Janssen („habe mich entschlossen, trotz aller Zweifel konstruktiv mitzuarbeiten“), wegen dieser „alarmierenden Entwicklung“ den Rotstift anzusetzen, griff Hagn auf und schlug eine Analyse gemeinsam mit den Fraktionssprechern vor.

Lesen Sie hier: Auch Waakirchen plant ein Feuerwehrhaus.

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