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Vor allem Familien mit Kindern sollen in die Wohnungen nach Tegernseer Modell auf dem Krankenhaus-Areal einziehen. Hier Wohnhaus Nummer 3, rechts im Hintergrund das Hotel.

“Tegernsee Quartier“:

Wer eine Chance auf die „billigeren“ Wohnungen hat

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Bei der Architektur des Tegernsee Quartiers auf dem ehemaligen Krankenhausareal scheiden sich die Geister. Die „günstigeren“ Wohnungen sind trotzdem gefragt. Das sind die Kritierien:

Tegernsee – Die Facebook-Gemeinde war wenig angetan, als im Mai erstmals gezeigt wurde, wie die wuchtigen Mehrfamilienhäuser auf dem ehemaligen Krankenhausareal aussehen werden. Mittendrin ein nobles Hotel in ungewöhnlich runder Form, das als „Bohne“ bereits seinen Namen weg hat. Von „Plattenbau“, „Verschandelung“ und „grausamen Entwürfen“ war in Internet-Kommentaren die Rede. 

Dabei sind die Eigentumswohnungen offenbar begehrt. Planquadrat hat bereits mit der Vermarktung begonnen. Insgesamt 85 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 7680 Quadratmetern werden in den drei jeweils mehrstöckigen Häusern entstehen. 21 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 90 und 174 Quadratmetern darf planquadrat nicht am freien Markt verkaufen. Sie müssen – wie berichtet – nach dem Tegernseer Modell vergeben werden. Bewerber bekommen darin Punkte nach einem bestimmten System. „Die meisten Punkte gibt’s für Familien mit Kindern“, erklärt Rathaus-Geschäftsleiter Hans Staudacher. Weil planquadrat die Vermarktung dieser Wohnungen auch im Internet starten möchte, befasste sich der Tegernseer Stadtrat mit einigen Details, etwa mit der Frist, bis zu der Bewerbungen möglich sein. 

Hier wurde der 31. Oktober 2017 festgelegt. In dem Punktesystem spielt auch das Vermögen eine Rolle. Als Obergrenze wurden zum Stichtag 1. August maximal 51.000 Euro pro Person festgelegt. „Diese Summe entspricht dem EU-Recht“, erklärte Staudacher.

Laut Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) hätten sich bereits 58 Bewerber für eine Wohnung nach dem Tegernseer Modell vormerken lassen, davon 55 mit Kindern. Dass sie aus dem Tegernseer Tal kommen, ist dabei nicht zwingend nötig, würde auch nicht dem EU-Recht entsprechen. „Wir wollen junge Familien aus dem Speckgürtel von München nach Tegernsee holen“, hofft Bürgermeister Johannes Hagn (CSU).

Und die müssen sich ein „Quartier“ in Tegernsee auch erst einmal leisten können. Da die Wohnungen zwischen 90 und 174 Quadratmeter Wohnfläche haben, ist eine ordentliche Summe fällig. Der Preis liege aber mit rund 4000 Euro pro Quadratmeter deutlich unter der Hälfte dessen, was aktuell im Tegernseer Tal zu zahlen sei, so Hagn. Dennoch sei es richtig, auch größere Wohnungen anzubieten. „Da braucht’s dennoch zahlungskräftiges Publikum“, meinte Thomas Mandl (SPD). Er fand es gut, dass im Punktekatalog auch ehrenamtliche Tätigkeit belohnt wird. Wer sich im Tal engagiert, kann also mit weiteren Punkten rechnen. Laura Mandl (SPD) forderte eine Nachbesserung bei Alleinerziehenden. Ihrem Wunsch zufolge sollen die nun genauso bewertet werden wie Paare.

Insgesamt steht fest: Sollten sich dennoch nicht genug geeignete Bewerber finden, so soll eine zweite Bewerbungsrunde gestartet werden. Eventuelle Maklerkosten könnten dann an die Bewerber weitergereicht werden. Christine Laprell (CSU) erkundigte sich nach der Bindungsfrist, die auf 15 Jahre festgelegt ist. Die Stadt hat ein Vorkaufsrecht, erklärte Hagn, falls jemand vor Ablauf dieser Frist seine Wohnung wieder verkaufen möchte.

Die Stadt wird alle Punkte nun noch einmal mit dem Bauträger besprechen. Erst dann soll der gesamte Punktekatalog veröffentlicht werden. 2018 will planquadrat mit dem Bau des Projekts am Königin-Caroline-Weg beginnen. Alle Gebäude sollen gleichzeitig erreichtet werden. 2020 ist die Eröffnung geplant.

gr

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