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Komplett eingerüstet präsentiert sich derzeit die Kirche in St. Quirin. In den kommenden zwei Jahren soll sie gründlich saniert werden.

Verein sorgte für die Initialzündung

Kircherl in St. Quirin wird komplett neu gemacht

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Das Kircherl in St. Quirin ist von oben bis unten eingerüstet. Die Rundum-Sanierung hat begonnen. Zu verdanken ist sie auch dem Engagement eines rührigen Vereins - er steuert einen erheblichen Betrag bei.

St. Quirin – Die Komplett-Sanierung der katholischen Filialkirche, die so prominent am Ortseingang von Tegernsee steht, ist die erste große Aufgabe, die sich der ökumenische Kirchbauverein Tegernsee, Rottach und Kreuth auf die Fahnen geschrieben hat. Den Ursprungsverein gibt es zwar schon länger, offiziell auf ökumenische Beine gestellt wurde er aber erst 2012.

Den Anstoß dazu hatte Tegernsees evangelischer Pfarrer Martin Weber gegeben, bei seinem katholischen Kollegen, Monsignore Walter Waldschütz, rannte er mit der Initiative offene Türen ein. „Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Ökumene hier hervorragend funktioniert“, sagt der Dekan über die damalige Neugründung.

Rund 150 Mitglieder zählt der Kirchbauverein heute. „Und wir rechnen mit einem neuen Schub, wenn die Leute jetzt sehen, dass an der Kirche in St. Quirin etwas vorwärts geht“, meint Claus Cnyrim. Der ehemalige Tegernseer Bürgermeister steht dem Verein vor und wurde – ebenso wie die übrige Führungsriege – kürzlich bei der Jahreshauptversammlung wieder gewählt.

Die Pfarrer Martin Weber (l.) und Walter Waldschütz (r.) freuen sich gemeinsam mit Claus Cnyrim über den Beginn der Sanierungsarbeiten.

Stattliche 50.000 Euro will der Verein in die Erneuerung der stark beschädigten Kirche in St. Quirin investieren, über jede weitere Unterstützung durch Mitgliedschaften und Spenden sei man daher dankbar, betont Cnyrim. Dass das Kircherl aus dem 15. Jahrhundert – errichtet über einer Heilquelle – die Rundumerneuerung verdient, daran lassen die Beteiligten keine Zweifel.

„Die Kirche hat für mich pastoral eine große Strahlkraft“, meint Monsignore Waldschütz. Trotz Baugerüst („da muss man eben drüber steigen oder sich drunter durchbücken“) hält er derzeit noch regelmäßig Gottesdienste in der Kirche ab, kürzlich gab’s dort auch wieder eine Taufe und eine Feier zur Goldenen Hochzeit.

Die Gläubigen suchen und finden hier einen besonderen Rahmen, darin sind sich Waldschütz und Weber einig. Der evangelische Pfarrer betont zudem die „kulturhistorische Bedeutung“ des Gotteshauses – auch für Menschen, die nicht an die Kirche oder eine Konfession gebunden seien.

Bei der nun begonnenen Erneuerung handelt es sich um eine Totalsanierung. Innen wie außen. Insgesamt wird sie rund 1,3 Millionen Euro verschlingen, den Bärenanteil der Kosten – nämlich 85 Prozent – trägt die Erzdiözese. Dass das Ordinariat relativ zügig grünes Licht für die umfassende Maßnahme erteilt hat, ist letztlich dem Kirchbauverein zu verdanken, der den Eigenanteil von 50.000 Euro von vornherein zusagte. „Das war die Initialzündung“, sagt Monsignore Waldschütz.

Der Dekan rechnet damit, dass die Sanierung etwa zwei Jahre dauern wird. Danach soll die Kirche feierlich eröffnet werden und regelmäßig Anziehungspunkt sein für katholische und evangelische Christen. „Dieses Kleinod könnte ein Sinnbild für eine noch intensiver gelebte Ökumene werden“, meint Cnyrim. Unterdessen hofft er, dass er noch weitere Unterstützer für das Projekt gewinnen kann. Denn: Bestehende Kirchen zu sanieren, sei eine mühsame Angelegenheit. „Da ist jeder Euro wichtig“, betont der Vorsitzende.

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