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Wurde von der Auszeichnung überrascht: Johann Rappenglück von der Schlossbrennerei.

Auszeichnung im Restaurantführer Gault & Millau

Rappenglück im Glück

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In seiner neuesten Ausgabe lobt, bewertet und beschreibt der Restaurantführer Gault & Millau gleich acht Lokale. Auf Anhieb hinein geschafft hat’s die Schlossbrennerei in Tegernsee.

Tegernsee – Wenn Johann Rappenglück (37) zusammen mit seiner Lebensgefährtin Ina Dimpel (36) am Samstag nach zehntägiger Betriebsruhe wieder das große Eingangstor zur Schlossbrennerei aufsperrt, dann dürften schon allein aufgrund der neuesten Gastrobewertung etliche Reservierungsanfragen eingelaufen sein. Erst im Juni hatte ihm Herzogin Anna in Bayern das Lokal mit einem Fünf-Jahres-Pachtvertrag überlassen, und auf Anhieb verliehen die Tester des Gault & Millau jetzt 13 Punkte und eine Kochmütze – für „kein anderes Programm als die zwei Dutzend ordentlichen Gasthöfe am See, freilich handwerklich sauber und sehr solide“, so das Urteil. Aber gerade das passt.

Lesen Sie hier über den neuen Koch des Jahres

Rappenglück, der „Fortuna“ schon im Familiennamen trägt, wurde im Urlaub von einem Kollegen über die Auszeichnung informiert: „Wir freuen uns riesig“, sagt er. Das ist eine tolle Auszeichnung für das ganze Team.“ Er habe nie damit gerechnet, denn so kurz nach der Eröffnung eine Auszeichnung zu bekommen, sei nie das Ziel gewesen.

Auszeichnung im Restaurantführer Gault & Millau: Rappenglück ist schon Sternekoch

Klingt ziemlich bescheiden, dabei kam der gebürtige Kasseler schon einmal in den Genuss einer noch funkelnderen Auszeichnung: Der Guide Michelin verlieh ihm 2014 einen Stern im Münchner Lokal Les Deux, wo er sich im Oktober 2012 selbstständig gemacht hatte. Rappenglück stand nach seiner Ausbildung nicht nur in Basel in einem Zwei-Sterne-Restaurant am Herd, sondern auch bei Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler. In dessen Residenz Aschau wurde er 2008 mit 25 Jahren jüngster Küchenchef des Restaurants.

Für Tegernsee hat er offenbar das richtige Rezept gefunden. „Die Auszeichnung hilft uns, hoffe ich, auch für die harten Zeiten im Winter.“ Zudem gelte es, den schlechten Ruf der Schlossbrennerei wieder gutzumachen. „Und das ist jede Menge Arbeit.“

Und dann muss er neben dem Bräustüberl bestehen, in das die Besucher nur so strömen. Wie er das schafft? „Konkurrenz belebt das Geschäft“, findet Rappenglück und betont, dass er kein Problem mit seinem Nachbarn habe, der seine Sache im Übrigen „supergut“ mache. „Je mehr Restaurants und Hotels am Tegernsee aufsperren, desto besser ist es für uns alle. Es kommen dann einfach mehr Gäste.“ Das Bräustüberl fahre ein komplett anderes Konzept wie die Schlossbrennerei.

Rappenglück im Glück – schielt er nicht doch schon nach mehr als einer Kochmütze? „Die Auszeichnung ist einfach so passiert und zeigt, dass wir akribisch gut arbeiten in der Küche und im Service“, sagt der 37-Jährige dazu nur. „Sie zeigt, dass wir uns bemühen, gut dazustehen.“

Punkte und Kochmützen: So sahnt das Tegernseer Tal ab

Platz 1 der kulinarischen Hitparade des Gault & Millau in Bayern hält seit neun Jahren Christian Jürgens von der Überfahrt in Rottach-Egern – „dank der kaum zu übertreffenden Geschmacksfülle und sinnlichen Opulenz seiner Gerichte, die berückende Optik und gedankliche Tiefe verbinden“. Er bekam erneut die Höchstpunktzahl von 19,5 und fünf Kochmützen.

In der Überfahrt befinden sich zwei weitere Restaurants, die Gault & Millau lobt: Das Il Barcaiolo mit Küchenchef Stefano Romano bekam 16 Punkte und zwei Kochmützen. „Ein sehr lohnendes Stückchen Italien“, heißt es. 

Das Restaurant Egerner Bucht mit Küchenchef Walter Leufen, ebenfalls in der Überfahrt, darf sich über 14 Punkte und eine Kochmütze freuen. Hier bestimme die Region das Angebot, heißt es. 

Die Dichterstub’n im Parkhotel Egerner Höfe mit Küchenchef Thomas Kellermann sahnte 17 Punkte ab, was für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung steht“. Obenauf gab’s drei Kochmützen. 

Die Fährhütte 14 am Weißachdamm in Rottach-Egern, wo Magdalena Klein den Kurs vorgibt, gefiel den Testern nicht nur wegen dem Logenplatz am See, sondern schon deshalb, weil hier nicht mit der Pinzette angerichtet und stundenlang getüftelt wird. 

Erwähnt, aber ohne Note, ist der Gasthof Zur Weissach im Hotel Bachmair Weissach. 

Der Haubentaucher an der Seestraße mit Alois Neuschmid bekam den Stempel „pop“ für „unkonventionelle Konzepte außerhalb des klassischen Restaurantformats“.

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier

gr

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