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Ein historisches Bild mit einer ganzen Schwäneschaar in Bad Wiessee. Die Tiere wurden gezielt ausgesetzt.

quer besucht den Problem-Schwan

Schwan-Attacken: Schwäne wurden damals extra eingeführt - um Touristen zu erfreuen

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Heute Abend berichtet quer über unseren Problem-Schwan vom Tegernsee. Wir haben uns derweil über seine Vorfahren schlau gemacht. Von selbst sind die Schwäne nicht angeflogen.

Update vom 25. April: Quer berichtet - derweil geben unsere Recherchen Erstaunliches über die Vorfahren des Problemschwans vom Tegernsee preis: 

Wie immer, wenn eine Diskussion am Tegernsee ein bisschen öffentlichkeitswirksamer wird, ist auch dieses Mal quer zum Dreh angereist (wir berichteten, siehe Update vom 18. April weiter unten). Heute Abend läuft der Beitrag unter dem Titel „Mein ‚lieber‘ Schwan: Angriffe auf Wassersportler am Tegernsee“. Christoph Süß und Kollegen werden dort erwartbar aber sicher auch witzig die Allgemeinplätze Lebensraum, Mensch und Tier am Beispiel Problem-Schwan gegeneinander ausspielen.

Derweil haben unsere Recherchen zur Herkunft der Höckerschwäne am Tegernsee Erstaunliches ergeben. Die Vorfahren des aggressiven Schwans von der Schwaighofbucht haben sich demnach nicht selbst hier niedergelassen, weil sie den Tegernsee so schön finden. 

Schwan-Problem am Tegernsee: Vorfahren wurden gezielt eingesetzt

Im Gegenteil: Der Mensch bürgerte den Höckerschwan in den 1950er Jahren bewusst ein. Als Attraktion für die Gäste, wie sich der Wiesseer Bootsverleiher Sepp Grieblinger (62) erinnert. Damals waren es 8 bis 10 Paare. Später habe es Zeiten gegeben, in denen sich allein in der Wiesseer Bucht 50 bis 60 Schwäne getummelt hätten. Damals seien die freilich auch hemmungslos gefüttert worden. Erst Ende der 1970er, Anfang 1980er Jahre habe es ein Fütterungsverbot gegeben. Für Grieblinger sind deutliche Hinweise darauf auch heute die einzige Lösung. „Das Landratsamt müsste dringend Schilder aufstellen.“

Auch Vogelschutzexperte Wolfgang Hiller bestätigt die Aussagen Grieblingers. Bereits 1953 seien die ersten Brutpaare eingesetzt worden. 1973 zählte man sogar 113 Schwäne am Tegernsee. Seitdem ist die Zahl wieder deutlich zurückgegangen. „Im Durchschnitt halten sich sechs bis zehn Höckerschwäne am Tegernsee auf.“ Zum aktuellen Fall schränkt auch Hiller ein: „So aggressiv wie in diesem Jahr hat sich noch keiner aufgeführt.“

Hiller ordnete übrigens das Verhalten des Schwans bereits nach dessen ersten Attacken für uns ein (siehe weiter unten unseren ursprünglichen Artikel vom 2. April). 

Demnach ist jener Schwan, der in diesem Jahr besonders aggressiv Menschen auf dem Tegernsee attackiert (siehe Update vom 4. April weiter unten mit verschiedenen Erfahrungsberichten), auch selbst ein bisschen menschengemacht.

Übrigens scheint sich der Problem-Schwan gerade wieder genau zu dem zu mausern, was diejenigen, die seine Vorfahren am Tegernsee eingesetzt haben, im Sinn hatten: Der Problem-Schwan vom Tegernsee wird gerade zum Touristenmagneten.

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Update vom 18. April: Schwan-Abschuss steht nicht zur Debatte - Wassersportler werden gewarnt

Tegernsee - Dieser Schwan bewegt die Gemüter wie grade wohl kaum ein anderes Tier. Viele Anlieger und Wassersportler fürchten sich vor dem Ganter. Tierschützer aus München und ganz Bayern reagieren empört. Heute bekam der Problem-Schwan vom Tegernsee nun nochmal volle Aufmerksamkeit.

Während die BR-Sendung quer aktuell gerade am Tegernsee dreht, sitzen Experten und Behördenvertreter zum Schwan-Sondergipfel  am Donnerstagnachmittag im Landratsamt Miesbach zusammen.

Schwan-Sondergipfel im Landratsamt: Kein Abschuss, aber...

Ergebnis: Der Schwan bleibt zumindest noch über den Sommer dem Tegernsee erhalten. Seine Gemahlin brütet gerade in der Schwaighofbucht. Er verteidigt aktuell das Nest. Und das darf er auch weiter tun. Und das soll er auch.

Denn: Sein Verhalten sei artgerecht, teilt das Landratsamt in einer aktuellen Pressemitteilung mit. 

Dass jener schon etwas problematischer auf ganz gewisse Verkehrsteilnehmer auf dem Tegernsee reagiert, nehmen auch die Behördenvertreter zur Kenntnis.

„In der Vergangenheit hatte es einige gefährliche Situationen mit dem Ganter gegeben. So griff dieser Schwimmer oder Wassersportler wie Stand-Up-Paddler, Kajakfahrer oder Ruderer an.“

Aber das sei eben zumindest zum Teil artgerecht. „Ein Abschuss steht nicht zur Debatte.“ Ferner soll das Tier im Herbst gemeinsam mit seiner Gans-Frau eingefangen und umgesiedelt werden. Dann sind die Kinder aus dem Haus und die Schwäne haben auch keine Schonfrist mehr. Und warum gleich beide? „Schwäne leben monogam“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage. Den Schwan von seiner Frau zu trennen wäre demnach nicht nur unmenschlich, der Ganter würde auch einfach zu ihr an den Tegernsee zurückkehren.

Die Behörden appellieren nun an alle Nutzer des Tegernsees, sich in der Schwaighofbucht nicht den brütenden Tieren zu nähern. Dies gilt besonders für Schwimmer und Stand-Up-Paddler, auf die die Tiere besonders reagieren.

quer filmt Schwan am Tegernsee - er ist ganz friedlich

Dem kann sich Angela Brogsitter-Finck von der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal nur anschließen. Sie erreicht unsere Redaktion kurz nach dem quer-Dreh an der Schwaighofbucht. Dort habe benannter Schwan gar nicht aggressiv reagiert. Im Gegenteil: Er sei ganz friedlich und ganz nah vor der Kamera auf und ab geschwommen und habe dabei sogar gegründelt.

Dass er auf gewisse Ruder recht aggressiv reagiert, ist auch Brogsitter-Finck nicht entgangen. Aber: „Der See ist groß genug. Es können sich doch wohl für die Brutzeit alle Ruderer von der Schwaighofbucht fernhalten.“

Und danach, am Ende des Sommers - sofern die Behörde an ihrem Plan festhält - heißt es nicht nur für viele Touristen „Ade Tegernsee“, sondern auch für das Schwan-Paar selbst. Doch bis dahin ist ja noch ein bisserl Zeit.

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Update, 15. April: Problem-Schwan wird vom Tegernsee entfernt: Noch immer erreichen fast täglich neue Erlebnisberichte vom Zusammentreffen mit dem „Problemschwan“ unsere Redaktion. „Da muss was passieren, bevor der Mensch zu Schaden kommt“, fordert etwa Albrecht Graf von Perponcher aus Tegernsee, der das Tier seit drei Jahren beobachtet und selbst zweimal attackiert wurde. 

Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen hat sich dieser Tage ein Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach auf den Weg gemacht und das Tier beobachtet. 

Und der hat offenbar ganz andere Erfahrungen gemacht. „Wir konnten kein aggressives Verhalten feststellen, obwohl sich der Kollege bis auf zwei Meter dem Schwan genähert hat“, berichtet Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamts. 

Problem-Schwan am Tegernsee: Behörde trifft Entscheidung

Und dennoch hat die Behörde in Verantwortung für die öffentliche Sicherheit jetzt eine Entscheidung getroffen: Der Schwan kommt weg. Was das konkret bedeutet, erklärt Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. 

Dem Verein wurde die Verantwortung über das weitere Vorgehen übertragen, er hat die Federführung: „Wir werden versuchen, den Schwan zu fangen“, sagt Ecker-Schotte. „Dann werden wir ihn wegbringen.“

Update, 10. April: Soll der Problem-Schwan vom Tegernsee abgeschossen werden? 

Der Problem-Schwan vom Tegernsee polarisiert die Gemüter - nicht nur am Tegernsee. Der Schwan löst eine ganz grundsätzliche Diskussion aus: Was tun, wenn ein Tier an einer der beliebtesten Ausflugs-Destinationen Bayern beginnt, regelmäßig Menschen anzugreifen? 

Theoretisch könnte das Landratsamt den Schwan zum Abschuss freigeben (siehe Update vom 5. April weiter unten). Viele sind dafür. Fast täglich gehen teils erschreckende Erfahrungsberichte von Wassersportlern bei unserer Zeitung ein, die mit dem Schwan zusammengestoßen sind (siehe Update vom 4. April). Auch im Rathaus der Stadt Tegernsee gehen Beschwerden ein. Die größte Sorge vieler: Was, wenn sich der Schwan irgendwann nicht nur auf Paddler beschränkt, sondern auch Kinder angreift?

Aber ist überhaupt das Tier das Problem - oder vielmehr der Mensch? Denn der Tegernsee ist - wie die meisten Naturdenkmäler - nicht nur Touristenmagnet, sondern auch Lebensraum vieler, teils bedrohter Tierarten. Wessen Wohl wirkt schwerer? Ihre Meinung ist an dieser Stelle gefragt.

Wir wollen von Ihnen wissen: Soll der Problem-Schwan vom Tegernsee abgeschossen werden? Stimmen Sie hier jetzt ab:

Update, 5. April, 13.25 Uhr: Das aggressive Verhalten des Schwans aus der Rottacher Bucht beschränkt sich ganz offensichtlich nicht nur auf die Brutzeit. Unsere Leser berichten von einer Vielzahl an Attacken, auch erst in den vergangenen Tagen (siehe Update vom 4. April). 

Manche fürchten, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Mensch durch die Attacken zu Schaden kommt. Was also tun? Wäre eine Umsiedelung oder gar Entnahme des Tieres denkbar? Und wenn ja, durch wen?

Wie Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamtes Miesbach, erklärt, sind gleich mehrere Abteilungen der Behörde mit dem Thema befasst. Zum einen der Bereich Umwelt, zum anderen der Bereich Öffentliche Sicherheit (Jagdrecht). „Bei dem Schwan handelt es sich vermutlich um einen Höckerschwan. 

Dieser ist umweltrechtlich besonders geschützt“, teilt Nemitz mit. Auch unterliege das Tier dem Bundesjagdgesetz und dürfe demnach nur in der Zeit vom 1. November bis zum 20. Februar eines Jahres bejagt werden.

Theoretisch, so der Sprecher, könnte die Jagdbehörde am Landratsamt einen Abschuss anordnen. Allerdings müsste sich erst einmal ein Jäger bereit erklären, das Tier auch wirklich abzuschießen. „Angesichts der zu erwartenden öffentlichen Meinung ist sicher nicht jeder Jäger dazu bereit“, vermutet Nemitz.

Man könnte daher zunächst andere Maßnahmen ausprobieren, etwa das Aufstellen von Warnschildern. „Diese Schilder könnten darauf hinweisen, dass man sich am besten von brütenden Schwänen fern hält.“

Update, 4. April, 11.42 Uhr: Tegernsee - Der Problem-Schwan vom Tegernsee hat heute Morgen wieder zugeschlagen. Tegernseer Tilmann Domzig wollte den morgendlichen Tegernsee im Ruderboot genießen. Daraus wurde nichts. Der Schwan tauchte auf:

„Die Jahre zuvor hat der Schwan immer einen Sicherheitsabstand gehalten, er hat mich nie berührt. Dieses Jahr hat er die Grenze überschritten und hat meine Ruder attackiert.“

Auch Domzig geht davon aus, dass es sich um ein und denselben Schwan handelt. „Er ist sehr aggressiv.“ Und die ganze Situation war nicht ungefährlich. Domzig war mit einem Renneiner unterwegs. 

Bei stillem Wasser unterm Morgennebel mit ein paar Sonnestrahlen - wie sich der See heute Morgen dargeboten hat - eigentlich kein Problem. Doch bei einer Schwan-Attacke schon. 

„Ein Renneiner ist ein sehr wackeliges Ruderboot. Bei diesen Wassertemperaturen über Bord zu gehen ist kein Spaß.“

Domzig weiter: „Dass der Schwan "liebestoll" ist, kann ich nicht nachvollziehen, da er das ganze letzte Jahr so aggressiv war.“

Eine ausführliche Einordnung von Experten und Behörden lesen Sie im ursprünglichen Artikel weiter unten.

Tegernseee: Ist der bösartige Schwan etwa liebestoll?

Update, 3. April:  Tegernsee - Wieder ist ein Problem-Schwan am Tegernsee unterwegs. Bereits in den Vorjahren erreichten uns Meldungen über ein aggressives Tier, dass es vor allem auf Stand-Up-Paddler abgesehen hatte. Doch auch Kajak-Fahrer bleiben nicht von dem Tier verschont.

Der Schwan könnte liebestoll sein, vermutet Vogel-Experte Hiller. Und verantwortlich für die Zwischenfälle seien vor allem die Menschen, die die Tiere füttern (siehe ursprünglichen Artikel weiter unten). 

Allerdings gibt es weit mehr Zwischenfälle am Tegernsee, als bisher bekannt. Zwei Leser schrieben und schilderten uns ihre Erfahrungen. Sie widersprechen dem Experten und haben einen eigenen Verdacht. 

Problem-Schwan am Tegernsee: Plötzlich gewaltige Flügeschläge von hinten

Dieser Schwan in der Schwaighofbucht zeigt derzeit ein aggressives Verhalten. 

Harald Stark paddelte im Juli mit rund 100 Meter Entfernung an einem Schwan am Tegernsee vorbei - und dachte sich nichts böses - bis er gewaltige Flügelschläge in seinem Rücken hörte.

Der Schwan schoss knapp über den Kopf des Kajak-Fahrers hinweg. „Ich war ganz schön geschockt.“ Doch damit nicht genug: Der Schwan kehrte zurück und griff wieder von hinten an. Beim dritten Mal fuhr Stark mit dem Paddel in die Höhe. Aber auch das verscheuchte das Tier genauso wenig wie lautes Rufen und ins Wasser schlagen.

Stark. „Die einzige Möglichkeit mich von diesem Schwan sicher zu entfernen war folgende: Rückwärtsfahren und mit ständigem Augenkontakt zu dem Vieh.“ 

Eine weitere Beobachtung findet Stark dabei bemerkenswert: „Im weiten Umkreis war kein weiterer Schwan, geschweige denn Jungschwäne, zu sehen. Die Brutzeit war ja auch schon längst vorbei.“ Dass Stark falsch reagiert hätte, weist er gleich im Vorfeld zurück: „Ich bin in seit gut 15 Jahren und knapp 10.000 km auf Flüssen und Seen in Europa unterwegs. Man kann mich also durchaus als erfahrenen Kajaksportler bezeichnen.“

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Problem-Schwan am Tegernsee: Handelt es sich seit Jahren um dasselbe Tier?

Starks Erfahrung würde zu Torsten Frankes Verdacht passen. Franke wurde ebenfalls ein Opfer des Problem-Schwans. Sein Verdacht: Es handelt sich seit Jahren um dasselbe Tier - und das seit Jahren. 

„Dieser Schwan greift auf der gesamten Rottacher Buch Paddler, SUPs, Ruderer und auch Schwimmer an sowie seine eigene Vorjahresbrut und Gänse. Teilweise droht er auch Nutzern der Flachen Stege, insbesondere Kindern. Dies von Frühjahr bis Spätsommer und auch im Anflug quer über die ganze Bucht unter ‚Vernachlässigung‘ seines Nestes oder seiner aktuellen Brut.“

Auch Franke ist regelmäßig auf dem See unterwegs und spricht aus Erfahrung. Seine Befürchtung: 

„Ich bin zwar kein Wildbiologe, aber so ein Verhalten habe ich noch in keinem Revier von einem Schwan gesehen. Nach meiner Einschätzung ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Mensch ernsthaft zu Schaden kommt.“

Ursprünglicher Artikel vom 2. April

Rottach-Egern Es sollte ein gemütlicher Ausflug werden, als Claudia und Peter Gottschalk aus Ehekirchen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) auf Höhe der Ganghoferstraße in Rottach-Egern ihre Kajaks ins Wasser setzten und lospaddelten. Auf Höhe der Ruderfähre begann der Horror: „Der Schwan kam angeflogen, landete direkt neben meinem Kajak“, schildert der 56-Jährige das Szenario. Obwohl das Ehepaar das Tier nicht beachtete, wurde der Schwan immer lästiger, bis er schließlich die Frau aus der Luft angriff und sie mit den Flügeln an der Schulter erwischte. Gottschalk versuchte, das Tier mit Paddelschlägen aufs Wasser und durch Anschreien zu vertreiben. Vergeblich. Das Ehepaar flüchtete schließlich in ein Bootshaus und paddelte nach einiger Zeit weiter Richtung Strandbad, „wo das Tier schon wieder lauerte.“ Die Kajakfahrer brachen ihre Tour schließlich ab.

„Wir fahren seit Jahrzehnten Kajak, aber so etwas ist uns noch nie passiert“, sagt Gottschalk, der von einer „gefährlichen Situation“ spricht. Sollte es wiederholt zu solchen Vorfällen kommen, müsste man seiner Meinung nach über einen Abschuss des „Problemschwans“ nachdenken.

Lesen Sie hier: Aggressiver Schwan greift Stand-Up-Paddler an.

Auch über diesen Vorfall hat die Tegernseer Zeitung berichtet.

Attacken dieser Art sind tatsächlich kein Einzelfall. Im vergangenen Sommer ging ein aggressiver Schwan wiederholt auf Stand-Up-Paddler los. Damals begründete Wolfgang Hiller vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Miesbach, die Attacken mit der Sorge des Tieres um seinen Nachwuchs. „Diesmal glaube ich, dass sich der Schwan wegen der Brutzeit so verhielt“, sagt Hiller. Kurzum: Der Schwan in der Egerner Bucht sei liebestoll oder bereits in Sorge um seinen künftigen Nachwuchs. Ob es sich bei dem Tier um dasselbe Exemplar von 2018 handle, könne er nicht sagen. Er wisse von sechs Schwänen, die derzeit am Tegernsee leben, darunter ein Pärchen in der Schwaighofbucht.

Auch interessant: Das Problem mit der Schwaighofbucht

Das Problem, so Hiller, liege nicht an der allgemeinen Zunahme des Betriebs auf dem Wasser, sondern im Verhalten der Menschen an Land. „Sie müssten aufhören, die Tiere zu füttern, dann würden sich die Schwäne auch andere Plätze suchen“, sagt Hiller. 

„Man tut den Tieren nichts Gutes, wenn man tütenweise altes Brot in den See wirft“, fügt Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal hinzu. So ein Fall sei nämlich in der Schwaighofbucht bekannt.

Den „Problemschwan“ vergrämen oder gar entnehmen? „Das ist von Seiten des Landratsamts nicht geplant“, erklärt Birger Nemitz als Sprecher der Kreisbehörde. Auch seiner Meinung nach seien nicht die Tiere das Problem. „Spaziergänger und besonders Hundebesitzer sollten die Tiere respektieren und ausreichend Abstand halten.“ Und Fütterungen seien weder nötig noch artgerecht und würden auch noch Schädlinge anziehen. Kommunen, so Nemitz, müssten das Füttern deutlich untersagen und Verstöße sogar sanktionieren.

gr/kmm

Ungewohnte Gäste hatte eine Tankstelle in Fürstenfeldbruck. Eine Entenfamilie watschelte über die Anlage. Das Team der Tankstelle handelte sofort:

Eine weitere Tiergeschichte mit einem wildgewordenen Rehbock gibt es in Konzell nahe Straubing. Dort wurde das aggressive Tier getötet und zu Wildragout verarbeitet. 

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