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Der Schnee als Abenteuer: Zsuzsanna Guettler und die Mitarbeiter der ambulanten Pflege der Caritas nehmen den Winter sportlich.

„Zur Not kommen wir zu Fuß“

Tegernsee: So will die Caritas ihre Patienten trotz Schnee versorgen

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Tegernsee: 200 Patienten verlassen sich täglich auf die Betreuer der Caritas. Schneefrei kann es für sie nicht geben. So trotzen sie dem Schnee.

Tegernsee – Wer Menschen betreut, kann sich keine Winterpause erlauben. Auf die 38 Pflegefachkräfte des ambulanten Pflegediensts der Caritas Miesbach verlassen sich etwa 200 Patienten bis zu drei Mal täglich. Susanne Nortmeier, Leiterin der ambulanten Pflegedienste, ist zuversichtlich, für sie auch diesen Winter dem Schnee trotzen zu können.

Tegernsee: So will die Caritas ihre Patienten trotz Schnee versorgen

Wie kommen ihre Pflegekräfte mit dem Winter zurecht, Frau Nortmeier?

Bisher ganz gut. Wir konnten alle Patienten versorgen. Der Schnee macht es uns nicht einfacher, aber manche Mitarbeiter mögen das Abenteuer der verschneiten Straßen. Andere Menschen fahren in der Freizeit in die Wüste, wir kämpfen ums eben im Beruf durch schweres Gelände. Wirklich gefährlich ist das nicht. Es kommt zwar mal vor, dass unsere Autos aus Schneewehen gezogen werden müssen. In der Gegend fahren aber so viele schwere Fahrzeuge, das ist kein Problem. Schwierig ist eher, dass alles länger dauert, vom Fahren bis zum Umziehen.

Susanne Nortmeier (52), Leiterin der ambulanten Pflegedienste im Landkreis

Ist dieser Winter schlimmer als andere?

Für uns ist das Wetter normal. Es gibt jeden Winter einige Tage mit viel Schnee. In der Region Tegernsee ist das durch den vielen Tourismus-Verkehr und die oft steilen Anfahrten nie ganz einfach. Unsere Mitarbeiter sind aber daran gewöhnt und auch wir in der Verwaltung haben uns darauf vorbereitet.

Wie?

Indem wir die richtigen Autos gekauft haben. Unsere Fahrzeuge haben alle ESP und Traktionskontrolle, etwa ein Viertel hat Allradantrieb. Damit kommen wir gut durch. Auf den kritischen Strecken setzen wir die Allradautos ein. Wird es trotzdem einmal schwierig, finden wir kreative Lösungen. Bei einigen Höfen holen uns zum Beispiel die Angehörigen mit dem Traktor ab, wenn die Anfahrt zugeschneit ist. Zur Not kommen wir zu Fuß, wenn es irgendwie geht. Probleme haben wir in diesem Winter vor allem von Problemen mit Parkplätzen. Die sind öfter zugeschneit als die Straßen. Aber dann parken wir eben beim Nachbarn.

Fürchten Sie, dass Patienten abgeschnitten werden könnten?

Nein. Die Gemeinden sind alle auf mehreren Wegen erreichbar und einer ist immer frei. Schlimmer ist es im Sommer, wenn ganze Straßen wegen Sportereignissen gesperrt werden. Dann sind manche pflegebedürftige Menschen tatsächlich abgeschnitten. Im Winter ist das weniger gefährlich.

Also werden Sie keine Betreuungen absagen müssen?

Die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht vor. Ist die gefährdet, müssten wir eine Behandlung absagen. Das wollen wir natürlich vermeiden. Meistens schaffen wir das auch, indem wir den Termin verschieben. Wird es zum Beispiel in einer Gegend immer abends glatt, kommen wir eben am Nachmittag vorbei. Oder eine andere Pflegefachkraft übernimmt den Auftrag, wenn die Anfahrt abgeschnitten ist. Unsere Patienten sind sehr verständnisvoll und hilfsbereit, das macht eine Lösung leicht.

Ist der Winter für Ihre Patienten generell eine schwierigere Zeit?

Ja. Aber weniger wegen Schnee und Kälte. Ältere Menschen sind von ihrer Kindheit daran gewöhnt. Heute sind die Häuser schwellenfrei und haben Fußbodenheizung. Das machte es leichter. Alle anderen Probleme sind lösbar. Wenn es einem Patienten schwerfällt, die Treppe zu räumen, greifen unsere Pfleger auch mal zur Schaufel. Kritischer ist es, wenn der Winter länger dauert und die Tage dunkel bleiben. Das belastet manche Menschen. Dann schauen wir bei ihnen auch einmal mehr vorbei.

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