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Vermählung am Standesamt Tegernsee: Bis Ende September sind alle Termine ausgebucht. 

So viele Hochzeiten wie nie in Tegernsee

Heiraten am Tegernsee: Standesamt meldet Rekordzahlen

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Die Nachfrage steigt und steigt: So viele Paare wie nie zuvor gaben sich im Standesamt Tegernsee 2018 das Jawort. Für Heiratswillige wird‘s 2019 schon wieder eng.

Tegernsee – Das Tegernseer Tal als prächtige Kulisse für den schönsten Tag des Lebens ist gefragter denn je: So viel Brautpaare wie nie zuvor zog es 2018 an den See, um sich im zentralen Standesamt in Tegernsee das Jawort zu geben. Bürgermeister Johannes Hagn gab jetzt im Stadtrat neue Rekordzahlen bekannt: 

In allen sechs Standesämtern Gmund, Bad Wiessee, Rottach-Egern, Kreuth, Waakirchen und Tegernsee schlossen im vergangenen Jahr 695 Paare den Bund fürs Leben. Im Jahr zuvor waren es noch 605. Allein am Standesamt in Tegernsee, das alle anderen Standesämter im Tal mitverwaltet, wurde 375 Mal geheiratet, 36 Mal mehr als 2017. Überhaupt geht die Kurve in den vergangenen Jahren steil nach oben: 2009 verzeichnete das Standesamt noch 389 Vermählungen talweit, in Tegernsee allein waren es vor zehn Jahren noch 117.

Interessant auch ein Blick auf das Verhältnis von Einheimischen und Auswärtigen: Allein unter den Brautpaaren in Tegernsee kam 2018 gerade Mal ein Dutzend aus Tegernsee selbst, der Rest von Auswärts.

Irmgard Amler (63) ist seit Oktober 2010 Leiterin des zentralen Standesamts. Sie wird unterstützt von Maria Schmid und seit dem vergangenem Jahr auch von Katharina Aust, der dritten Standesbeamtin im Bunde. Rathauschef Hagn übernimmt vor allem für Einheimische die Trauung und besiegelt den Bund des Lebens.

So viel Andrang, wie ist das zu bewältigen? „Tatsächlich sind wir am obersten Limit unserer Kapazitäten angekommen“, gesteht Irmgard Amler. Maximal drei Trauungen können am Tag vorgenommen werden, wobei die Trauungstage in der Regel Montag, Donnerstag, Freitag und jeder zweite Samstag im Monat sind. An den Samstagen dazwischen wechseln sich die anderen Standesämter ab. „Selbst bei mehreren Zeremonien ist das keine Routine“, sagt die Standesbeamtin und gesteht: „Auch ich hab’ nach wie vor immer ein wenig Lampenfieber. Schließlich sind da so viele Emotionen im Raum.“

Termine bis September ausgebucht

Wer heuer noch vorhat, in Tegernsee zu heiraten, der ist reichlich spät dran. „Bis Ende September sind alle Termine vergeben“, sagt Irmgard Amler. Erst danach seien vereinzelt noch Tage möglich. In den anderen Standesämtern würde es nicht viel besser aussehen.

Wegen des Andrangs wurde übrigens der Anmeldemodus geändert: Bis vor Kurzem gab es einen Stichtag, ab dem man sich für eine Hochzeit anmelden konnte. „Doch da standen die Telefone nicht mehr still“, erklärt Amler. Jetzt kann man sich immer laufend für ein Jahr im Voraus anmelden – augenblicklich also bis Ende Februar 2020.

Mit der Bestätigung des Termins bekommt das Brautpaar dann auch ein paar Verhaltensregeln mitgeteilt: So ist das Streuen von Reis, Blumen oder Konfetti nicht erwünscht. Auch von Luftballons, deren Plastikreste dann im See oder auf Wiesen landen, hält die Stadt wenig. Die meisten Hochzeitsgesellschaften würden sich daran halten, ein paarmal musste die Reinigung des Rathausvorplatzes allerdings in Rechnung gestellt werden.

Das kostet das Heiraten in Tegernsee: Unter der Woche fallen 70 Euro an Gebühr an, bei einem Samstagstermin kommen 80 Euro Wochenendzuschlag dazu. Wer wegen der Größe der Gesellschaft nicht im Trauungszimmer Platz findet, sondern den Sitzungssaal braucht, muss 50 Euro extra bezahlen. Für Urkunden und Stammbücher kommen Gebühren dazu.

Apropos Trauungszimmer: Auch das Rathaus hat sich hübsch gemacht für den Hochzeits-Ansturm: Die grüne Seidentapete im Trauungszimmer wurde entfernt und durch einen weißen Anstrich mit grüner Bordüre ersetzt. Statt Kunstblumen sorgen nun Frischblumen für gepflegtes Ambiente.

Lesen Sie hier: So schön war die Traumhochzeit von Herzogin Sophie in Tegernsee.

Auch interessant: Paar lehnt Angebot für Hochzeit am Tegernsee ab.

gr

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