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Im Reisberghof ist die vhs Tegernseer Tal untergebracht.

Stadtrat fasst einstimmigen Beschluss

Tegernsee steht hinter der vhs-Fusion

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Eine Fusion hat die Volkshochschule (vhs) im Tegernseer Tal schon erfolgreich gemeistert. Jetzt steht die nächste an – und Tegernsee macht wieder mit.

Tegernsee –Alle bisherigen Volkshochschulen sollen wegen neuer Förderrichtlinien verschmelzen. Ein neuer Verein „vhs Oberland“ ist das Ziel, mit einem Vorstand und einem fünfköpfigen Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Die bisherigen vhs-Vereine müssten aufgelöst werden. Alle 17 Landkreis-Kommunen sollen dem neuen Verein beitreten und einen solidarischen Beitrag von einem Euro je Bürger einbezahlen. Jede Kommune bekommt dafür als ordentliches Mitglied eine Stimme.

Miesbach hat Bedenken

Was das für die Stadt und die vhs Tegernseer Tal bedeutet, hat Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstagabend diskutiert. Finanziell kommen auf Tegernsee Mehrkosten von 1908 Euro jährlich zu, kündigte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) an. Auch künftig wären Zahlungen für die Kursräume im Reisbergerhof fällig. Bisher sind das knapp 55 000 Euro jährlich.

SPD-Stadtrat Thomas Mandl, der schon jetzt die vhs Holzkirchen-Otterfing leitet und im Gespräch ist als künftiger Vorsitzender, ist schon jetzt überzeugt, dass sich das Angebot in der Erwachsenenbildung verbessern werde. „Es geht nicht um eine Unterwerfung“, sagte Mandl und bat seine Kollegen um Zustimmung, „dies ist der beste Weg für eine vhs im Landkreis.“

Norbert Schußmann (CSU) hatte das Vermögen der vhs Tegernseer Tal im Blick. „Versickert das im neuen Landkreis-Gebilde?“, wollte er wissen. Hagn, der im Lenkungskreis an der Fusion mitarbeitet und für dessen Engagement sich Mandl ausdrücklich bedankte, versicherte, dass das Geld zweckgebunden für die Erwachsenenbildung eingesetzt werde. Er sei froh, dass das Kirchturmdenken großteils aufgegeben wurde, allerdings werde es noch Zeit brauchen, um nachzujustieren.

Gmund war zuletzt skeptisch

Noch sind nicht alle Gemeinden überzeugt. So haben im Landkreis bisher nur Kreuth, Otterfing, Irschenberg, Waakirchen, Warngau, Valley und Weyarn zugestimmt. „Es kann durchaus sein, dass es eine Fusion mit zwei Geschwindigkeiten gibt“, glaubte Hagn.

Was die Tegernseer vhs betrifft, so könnte nach der Auflösung ein Förderverein gegründet werden mit einem Beirat, der sich nur mit dem Bildungszentrum Tegernsee befasst. Hagn war sich bewusst, dass noch etliche Fragen zu klären seien, dennoch machte er sich dafür stark, den bereits eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Am Ende standen alle Stadträte hinter diesem, Weg. Sie legten im einstimmigen Beschluss fest, dass die Stadt Tegernsee das Vorhaben unterstützt, dem neuen Verein beitritt und sich mit dem solidarischen Beitrag von einem Euro je Einwohner beteiligt. Beim Standort Reisbergerhof für das Kursangebot und die finanzielle Unterstützung des Hauses soll es bleiben.

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gr

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