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Schweißtreibendes Vergnügen: Nicht nur die 52 Sänger der Sunshine Gospels, sondern vor allem auch ihr Dirigent Lorenz Höß legten sich beim Konzert im Tegernseer Barocksaal richtig ins Zeug.

Im Barocksaal

Donnernder Applaus für die Sunshine Gospels

Tegernsee - Ein Voradventskonzert, das vor Lebensfreude nur so sprühte, präsentierten die Sunshine Gospels im Barocksaal des Tegernseer Schlosses. Ihr Programm: "Walk together children". 

Optimistische, freudvolle, spirituelle Lieder und ein Riesenspaß daran, selbige ungewöhnlich zum Besten zu geben. Damit rissen die Sunshine Gospels mit ihrem knapp zweieinhalbstündigen Programm „Walk together children“ im Barocksaal des Tegernseer Schlosses mit. Ein glaubens- und lebensbejahendes Voradventskonzert.

52 begeisterte Sänger, vier Saxophonisten, jeweils ein Bassist, ein Schlagzeuger und ein Pianist, ein engagierter Chorleiter Lorenz Höß und 250 mitklatschende Zuschauer: Kein Wunder, dass dabei am Samstag- und Sonntagabend ein kraftvoller Klangkörper das Tegernseer Schloss erfüllte. Energiegeladen vom ersten Ton an nahm der in drei Reihen einmarschierende Gospelchor seine Gäste in Empfang und nordete sie musikalisch mit der Botschaft „Walk together children“ ein. Ein Gemeinschaftserlebnis sollte es werden, wie ein Hohelied auf die christliche Gemeinschaft, die in ihrer vielfältigen Farbigkeit freudvoll zusammensteht.

Entsprechend vielfältig war das Programm aufgebaut – eine Mischung aus afroamerikanischen und afrikanischen Spirituals, durchsetzt mit tiefgründigen Rockballaden wie „A groovy kind of love“ von Phil Collins oder „The longest time“ von Billy Joel. Überraschend war, dass sich die Sunshine Gospels mit den Klassikern, die man sonst bei einem Gospel-Konzert erwarten würde, zurückhielten. Freilich gab es mit „Hail holy queen“ und „I will follow him“ eine Verneigung in Richtung des Kultfilms „Sister Act“, und auch sein Lieblingslied, den Dauerbrenner „Rock-a my soul“, gab der Chor zum Besten. Im Großen und Ganzen war es aber eine feine Auswahl weniger bekannter, jedoch sängerisch herausfordernder Spirituals.

Die wiederum interpretierten die Sunshine Gospels vielschichtig. „Righteousness“ kam rockig-fließend rüber. „Crown him king“ erinnerte an den Revue-Stil der 1930er-Jahre. „Viva la vida“ mutete anfänglich gregorianisch an, „Power“-jazzig im Stil der 1970er und „Wade in the water“ stellenweise kunstvoll-avantgardistisch. Ungemein kurzweilig war das, weil es zusammen mit der emotionalen Choreografie zeigte, wie sich das Genre über die Epochen spannt und individuell berührt.

Mit Feuer und Freude waren die Sänger, darunter auch die beiden Asylbewerber Esther und Emmason aus Rottach-Egern und Tegernsee, dabei. Da hätte der beredt dirigierende Chorleiter Höß gar nicht dazu auffordern müssen, die Lied-Botschaften zu empfinden. So war es ohnehin ein sichtlich schweißtreibendes Unterfangen für ihn, die beseelten Sänger zu bändigen und zusammenzuführen. „Aber ein Riesenspaß!“, wie Höß in der Pause attestierte.

Das Publikum, das den Tegernseer Barocksaal an beiden Tagen komplett füllte, sah es genauso – und belohnte die Leistung mit donnerndem Applaus, Jubel und Zugabe-Rufen.

Von Alexandra Korimorth

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