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Die Turnhalle wird geräumt.

Neue Unterkunft auch schon gefunden

Räumungs-Termin für Tegernseer Turnhalle steht 

Tegernsee - Seit Sommer 2015 ist die Tegernseer Turnhalle Flüchtlingsunterkunft. Jetzt soll dieser Zustand ein Ende nehmen. Das Landratsamt nennt einen Termin für die Räumung - und eine neue Bleibe für die Asylbewerber.

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) ist „vorsichtig optimistisch“, dass die Landkreis-Turnhalle beim Gymnasium Tegernsee zum 1. April geräumt werden kann. Voraussetzung ist, dass bei der Errichtung der Traglufthalle in Holzkirchen nun alles glatt läuft. 320 Menschen sollen darin Platz finden. Eine Entlastung bedeutet auch die vor kurzem eröffnete Rottacher Traglufthalle. Dort ist noch Platz für weitere 73 Asylbewerber. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt auch die Zahl der Flüchtlinge, die der Freistaat dem Landkreis Miesbach zuweist. Sollte die Regierung von Oberbayern die Zuteilungsquote plötzlich stark erhöhen, wäre der Zeitplan nicht zu halten.

In Zukunft sollen 60 Flüchtlinge im Hotel Bastenhaus unterkommen.

Fest vereinbart ist: Die Tegernseer Halle soll nach der Räumung und Sanierung nicht wieder mit Flüchtlingen belegt werden. Das hat das Landratsamt nach Mitteilung von Sprecher Birger Nemitz dem Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) zugesichert. Und auch die kleine städtische Halle bleibt weiterhin frei für den Sport. Wie berichtet, hätte die kleine Halle, die früher schon einmal Flüchtlingsheim war, wieder zur Behelfsunterkunft werden sollen. Doch das ist nun nicht mehr vorgesehen. 

Stattdessen soll ab 1. Juni das an der Hauptstraße gelegene Hotel Bastenhaus als Flüchtlingsheim dienen. Der Hotelpächter möchte dem Landratsamt zufolge seinen Vertrag nicht mehr verlängern. Darum wird das Haus am See jetzt als Asylbewerberunterkunft ans Landratsamt vermietet. Offiziell hat dies Bürgermeister Hagn erst bei der Besprechung mit dem Landrat am Donnerstag erfahren. Rund 60 Asylbewerber sollen dort wohnen. „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt Hagn. Aus touristischer Sicht schmerze der Verlust der Gästebetten. Allerdings werde dies durch die Wiedereröffnung des Hotels Fackler und den Hotel-Neubau auf dem Krankenhausgrundstück aufgefangen. In Anbetracht der Notwendigkeit, nach der Räumung der Halle wieder Flüchtlinge in Tegernsee unterzubringen, sei die Belegung des Hotels Bastenhaus aber eine sehr gute Nachricht, meint Hagn. Vor allem, weil die Geflüchteten dort wesentlich angenehmer wohnen können. „Die Probleme, die wir hatten, waren vor allem durch die Enge in der Halle verursacht“, erklärt Hagn. 

Zudem werden die Menschen, die im Bastenhaus einziehen, länger bleiben, was eine Integration überhaupt erst möglich macht. „Wir möchten als Stadt ja gerne Jobs vergeben“, meint Hagn. Die Stadt werde sich mit dem Bezug des Bastenhauses auch wieder für die Betreuung der Asylbewerber engagieren. Das hatte sie früher schon für die Bewohner der kleinen Halle gemacht. „In der großen Halle sind zu viele, da geht das nicht“, meint Hagn. Jetzt wird wieder ein Helferkreis unter der Regie der Stadt eingerichtet. Zudem will Hagn Gespräche mit den Nachbarn des Bastenhauses führen. Ziel ist es, Vereinbarungen für ein harmonisches Miteinander zu treffen. 

Die Landkreis-Turnhalle muss nach dem Auszug der Flüchtlinge saniert werden. Laut Nemitz bei einer permanenten Belegung mit 200 Personen ein normaler Vorgang. Was zu tun ist, lässt sich jetzt noch nicht ganz abschätzen. Der Boden könnte trotz eines Schutzes gelitten haben, auch die sanitären Anlagen müssen überarbeitet werden. Die Renovierung könnte mehrere Monate dauern. Laut Landratsamt-Sprecher Nemitz sollen die Arbeiten auch in den Pfingstferien erledigt werden, die von 17. bis zum 28. Mai dauern. Geht alles glatt, könnte die Halle schon nach den Pfingstferien wieder für den Sport zur Verfügung stehen – spätestens aber nach dem Sommerferien.

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