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Wer ein Parkticket zieht, ist zunächst auf der sicheren Seite. Wer die Zeit überschreitet oder im Parkverbot steht, muss demnächst damit rechnen, dass dies strenger überwacht wird. 

Verkehrsüberwacher bekommt Verstärkung

Tegernsee nimmt Falschparker ins Visier

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Autofahrer in Tegernsee müssen sich auf eine schärfere Verkehrsüberwachung einstellen. Eine zweite Kraft soll die Falschparker ins Visier nehmen.

Tegernsee – Am Montagabend bei der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses, sagte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) deutlich, um was es geht: „Es geht nicht darum, mehr Geld zu kassieren, sondern steuernd einzugreifen.“ Weil München wachse und die Leute nichts aufs Auto verzichten wollen, müsse die Stadt verschiedene Maßnahmen ergreifen, so Hagn. 

Nicht der fließende Verkehr, also Tempoüberschreitungen, stehen im Fokus, sondern der ruhende Verkehr, also parkende Fahrzeuge – und da herrscht vor allem in den Sommermonaten oftmals Chaos. Während es auf den bewirtschafteten Wanderparkplätzen am Fuße der Neureuth und des Riedersteins, wo das Tagesticket drei Euro kostet, noch einigermaßen geregelt läuft, nutzen Autofahrer etwa am Sonnleitenweg oder am Prinzenweg jede Lücke. Halteverbote werden dort gnadenlos ignoriert. Hier sowie für die Neureuthstraße wird sich der neue Stadtrat bei seiner nächsten Verkehrsklausur Maßnahmen überlegen. „Wir werden die Schraube weiter anziehen“, kündigt Hagn an, der wieder als Bürgermeister kandidiert.

Lesen Sie hier: Was die Stadt gegen Spekulanten tun will

Verkehrsüberwachung: „Einer allein schafft das nicht mehr“

Schon bald kommt nun Verstärkung, um Falschparker zur Raison zu bringen. Tegernsee arbeitet bereits mit einem Privat-Unternehmen zusammen und bezahlt für eine Kraft, die sieben Tage die Woche, außer an bestimmten Feiertagen, jeweils sechs Stunden durch die Stadt streift. Künftig soll eine zweite Kraft täglich von Mai bis Oktober Unterstützung leisten, wobei die beiden Überwacher dann in der Kernzeit zwischen 10 und 15 Uhr gemeinsam unterwegs sein sollen. Während Falschparker auf Behinderten-Parkplätzen, vor E-Ladesäulen und an Feuerwehrzufahrten sofort mit 35 Euro bestraft werden, müsste ein Überwacher an einem falsch geparkten Auto schon dreimal vorbei streifen, um dann im 30-Minutentakt erst ein Pickerl über zehn Euro, dann über 20 und schließlich 30 Euro an die Scheibe zu heften. „Einer alleine schafft das nicht mehr, um effektiv zu sein“, sagte Bauamtsleiterin Bettina Koch. 

Rudolf Gritsch (CSU) hielt die verschärfte Überwachung für die einzige Möglichkeit, um beim Verkehr einzugreifen. Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) war überzeugt, dass bei den Falschparkern ein „Lerneffekt“ eintreten werde, wenn sie mehr bezahlen müssen. Am Ende war das Gremium für die Verstärkung, die auch an Regentagen bezahlt werden muss, wenn sie vermutlich weniger Strafzettel ausstellen wird. Rund 100 000 Euro, so Kämmerer Jürgen Mienert, nimmt die Stadt jährlich aus Strafzetteln ein. Lediglich Peter Hollerauer (FWG) war dagegen: „Wir haben nur Kosten und ändern nichts an der Parksituation. Teurere Strafzettel interessieren niemanden“, so Hollerauer.

Was das Parkplatz-Angebot überhaupt betrifft, so spricht Hagn von verschiedenen „Dominosteinen“. Die Erweiterung der Tiefgarage soll der erste sein, um den Zentralparkplatz zu kompensieren. Dort sollen auch alle unterkommen, die bisher im Zentrum zwischen Rosenstraße und Bräustüberl parken. „Wir brauchen diesen Platz für Fußgänger und Radfahrer“, betont Hagn.

Auch interessant: Neureuth-Gasthaus öffnet wieder.

gr

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