Tegernsee: Vodafone baut Riesenmast am Leeberg - Anwohnerin fürchtet um ihren Blick und klagt
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Dort hinter den Bäumen neben ihrem Haus am Leeberg, wird Vodafone den 31,5 Meter hohen Mobilfunkmasten errichten. Martina Scherbaum protestiert.

„Warum ausgerechnet vor unserer Nase?“

Vodafone baut Mast am Leeberg - Anwohnerin fürchtet um ihren Ausblick und nimmt sich Anwalt

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Über den Mast wird seit Jahren diskutiert. Die Baugenehmigung an einer der exklusivsten Lagen am Tegernsee liegt vor. Doch eine Anwohnerin hat sich jetzt einen Anwalt genommen.

Tegernsee – Wenn Martina Scherbaum auf dem Balkon ihres Hauses an der Leebergstraße steht, dann sieht sie bisher vor sich den Tegernsee und in südlicher Richtung den Wallberg. Diese Aussicht wird sich ändern, denn die Vodafone GmbH, ein deutsches Tochterunternehmen der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone Group, baut demnächst am Leeberg eine neue Mobilfunkstation – und zwar eine stattliche: Auf 31,5 Meter Höhe wird es der aus Stahlbaugitter konstruierte Mast bringen. Über 90 Quadratmeter dehnt sich die ganze Station aus. Und die Stadt stellt die Fläche zur Verfügung.

„Der Standort dient dem Aufbau einer Mobilfunkstation zur weiteren Versorgung von Tegernsee und Rottach-Egern mit schnellem mobilen Internet über 4G/LTE“, erklärt Mediensprecher Dirk Ellenbeck. Ein bisheriger Mast am Tegernseer Leeberghof soll dann verschwinden. „Durch diesen Wegfall einer vorhandenen Station im Süden von Tegernsee schaffen wir damit bereits die Voraussetzung für einen lückenlosen Übergang und bieten unseren Kunden mit der LTE-Inbetriebnahme zusätzlich eine sehr gute Gebäudeversorgung“, so der Sprecher.

Doch Martina Scherbaum will den geplanten Riesenmast, dessen Bau demnächst beginnen soll und für den Abholzungen sowie eine Abgrabung des Hangs nötig sind, nicht hinnehmen. Einen Anwalt hat sie bereits beauftragt. Sie sei ziemlich entsetzt gewesen, als sie jetzt die Information des Landratsamts über den bevorstehenden Baubeginn im Briefkasten vorfand. „Wegen eines längeren Auslandsaufenthalts wussten wir nichts und konnten auch nicht fristgerecht Einspruch erheben“, sagt Martina Scherbaum. Sie werde dennoch auch weiterhin alles versuchen, den Masten noch zu verhindern.

„Warum ausgerechnet vor unserer Nase?“

Ihre Chancen allerdings dürften schlecht sein. „Der Standort ist mit der Kommune abgestimmt, eine Baugenehmigung liegt bereits vor“, erklärt der Vodafone-Sprecher. Dem Unternehmen seien auch keine weiteren Einsprüche bekannt.

„Warum ausgerechnet vor unserer Nase?“, fragt sich die Leeberg-Bewohnerin, deren Besitz nur etwa 50 Meter vom künftigen Bauzaun entfernt liegt. „Für ein leistungsfähiges Mobilfunknetz ist es erforderlich, dass Stationen im Zentrum der Versorgungsfläche liegen“, erklärt der Vodafone-sprecher. „Alle anderen Standorte kamen nicht in Betracht.“ Welche Standorte noch geprüft worden, ist jedoch nicht bekannt.

Der Tegernseer Bauausschuss hatte sich im bereits mit dem Antrag befasst. Damals hatten die Mitglieder sich auch über die riesige Höhe gewundert. Sie wurden jedoch aufgeklärt, dass die Station, die auch von anderen Netzbetreibern genutzt werden könne, über die Baumwipfel hinausragen müsse. Am Ende segneten sie den Antrag einstimmig ab.

Laut Vodafone soll die Mobilfunkstation im vierten Quartal dieses Jahres in Betrieb gehen. Ein Trost bleibt der Nachbarin, sollte ihr Einspruch keinen Erfolg haben: Der Stahlmast bekommt einen tannengrünen Anstrich. „Zur optischen Anpassung an die Landschaft“, lässt der Vodafone-Sprecher wissen.

gr

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