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Die Wiedereröffnung der Villa am See lässt auf sich warten. Besitzer Klaus Hurler sucht noch nach einem geeigneten Betreiber. 

Warten auf die Wiedereröffnung dauert an

Villa am See: Gerüchteküche brodelt

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Was passiert mit der Villa am See? Wie lange stehen das stillgelegte Hotel und Gourmet-Restaurant noch leer? Und was hat Schönheits-Papst Werner Mang damit zu tun? Die Gerüchteküche brodelt.

Tegernsee – Der Tegernsee ist angesagt und hip. Heißt es. Wenn es aber darum geht, geeignete Bewerber für Top-Hotel-Objekte zu bekommen, dann wird es schon schwieriger. Um so einen Fall handelt es sich offenbar bei der Villa am See in Tegernsee-Süd. Der Gebäudekomplex mit dem ehemaligen Gourmet-Restaurant, dem Hotel mit Zimmern und Suiten, dem Seepavillon und dem Schiffsbistro gehört dem Unternehmer Klaus Hurler.

Zuletzt kursierten immer wieder Gerüchte, Hurler wolle die Villa am See loswerden. 2013 hatte er bereits die Fährhütte in Rottach-Egern an die Althoff-Hotelgruppe verpachtet. Ein Signal, dass er sich aus dem Gastro-Geschäftam Tegernsee zurückziehen wolle. Dazu kam, dass das Verhältnis zum letzten Pächter der Villa am See offenbar nicht das Beste war: Erich Schwingshackl stand ab Mai 2012 am Herd, machte die „Schwingshackl Esskultur“ daraus und schaffte es innerhalb von nur fünf Monaten, sich mit einem begehrten Michelin-Stern zu schmücken. 2014 übernahm er auch das Hotel. Im September 2017 dann das Aus: Der Vertrag wurde nicht verlängert, Schwingshackl kehrte dem Tal den Rücken. Lief das Geschäft mit der Sterneküche nicht gut genug am Tegernsee? Könnte durchaus sein, schließlich hatte auch Dieter Maiwert, ein weiterer Sternekoch, dem Tal Ende 2016 den Rücken gekehrt. Es sei schwieriger geworden am Tegernsee, sagte er damals in einem Interview mit der Tegernseer Zeitung. Tatsächlich stand ein Insolvenzverfahren gegen seine Lebensgefährtin im Raum, Maiwert zog nach Dresden.

Schwingshackl zumindest taucht jetzt in Bad Tölz wieder auf: Ab 1. Dezember übernimmt er das traditionsreiche Alte Fährhaus am Isarufer und will sich dort eine neue Gourmet-Fangemeinde erkochen.

Und die Villa am See? Wie lange steht sie noch leer? Wir erreichen Klaus Hurler, immer noch Besitzer des Anwesens, und dürfen ihn so zitieren: „Wir suchen den richtigen Unternehmer und Gastronomen, der qualifiziert ist, die Villa am See zu übernehmen.“ Will heißen: Die Villa am See soll Hotel und Restaurant bleiben. Offenbar laufen bereits Verhandlungen mit Bewerbern. War der Richtige noch nicht dabei? Hurler hüllt sich in Schweigen, darf und will sich nicht äußern. Er sei sich aber mit Bürgermeister Johannes Hagn einig, dass die Villa am See Hotel und Restaurant bleiben soll. Das ist auch der Wille des Stadtrats. In einer Sondersitzung im Januar wurde beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen, der die berg- und seeseitigen Flächen umschließt. Die Nutzung für den Fremdenverkehr sollte darin festgeschrieben werden. Damit wollte die Stadt verhindern, dass aus dem Anwesen in Top-Lage womöglich Luxus-Wohnungen werden. Auf den Erlass einer Veränderungssperre, die andere Nutzungen unterbindet, wurde aber verzichtet. Auf Nachfrage lässt Bauamtsleiterin Bettina Koch wissen: „Wir stehen in Verhandlungen mit Käufern für die künftige Nutzung des Seegrundstücks und der Villa am See. Das Bebauungsplanverfahren wurde daher noch nicht weitergeführt.“

Unterdessen hält sich im Tal hartnäckig das Gerücht, dass Schönheitschirurg Werner Mang, Inhaber der Bodenseeklinik in Lindau, Interesse an dem Anwesen haben soll. Hurler äußert sich auch dazu nicht. Rathauschef Hagn sagt, dass er nichts davon wisse. Klärung kann also nur ein Anruf in Mangs Bodenseeklinik bringen. Die Antwort ist deutlich: „Eine Falschmeldung“, stellt eine Sprecherin klar. Herr Mang habe kein Interesse an einer „Villa am See“. Das Warten auf die Wiedereröffnung, es dauert also an.

gr

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