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Das Hotel Westerhof in Tegernsee soll demnächst einen Anbau bekommen.

Bahnt sich endlich eine Lösung an?

Westerhof in Tegernsee: Nachbarschaftsstreit landet vor Gericht

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Westerhof-Eigentümer Andreas Greither und sein Nachbar sind sich nicht grün. Sie streiten unter anderem wegen einer Zufahrt und wegen der Höhe von Sträuchern und Bäumen. Jetzt landete der Zwist vor Gericht. 

Tegernsee – Es handelt sich um zwei Filetstücke mit Seeblick am Tegernsee. Seit Jahren streiten sich die Eigentümer der Grundstücke, das Hotel Westerhof mit seinem Eigentümer Andreas Greither und sein Nachbar, um den Seeblick, die Höhe von Bäumen und Sträuchern sowie um ein Bebauungsverbot. Am Mittwoch landete die Auseinandersetzung vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Dort hat sich eine Lösung angebahnt.

Die Krux an der Sache ist folgende: Der Nachbar kaufte sein Grundstück im Jahr 1998. Im notariellen Vertrag wurde eine Baum- und Strauchbeschränkung für das Nachbargrundstück, das später der Hotelier erwarb, vereinbart. Das heißt, es wurde eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit auf dem Nachbargrundstück bestellt.

Dadurch ist der jeweilige Eigentümer verpflichtet, „unentgeltlich und immerwährend“ auf einem genau bezeichneten Grundstücksteil nur solche Bäume und Sträucher zu belassen, die nicht höher als zwei Meter sind. Außerdem wurde eine weitere Dienstbarkeit bestellt, nach der ebenfalls auf einer genau bezeichneten Fläche „jegliche Bebauung“ verboten ist.

Lesen Sie hier einen Bericht aus dem Stadtrat: “Blick auf Beton statt Natur“: Nachbarn kritisieren Westerhof-Neubau-Pläne

Auf der von der Dienstbarkeit umfassten Fläche befindet sich jedoch nun ein Weg, der teilweise als Schotterweg ausgebaut ist, teilweise wieder mit Humus bedeckt und begrünt wurde. Nun fürchtet der Nachbar, dass diese Straße bald als Baustellenzufahrt dienen soll – denn der Westerhof wird anbauen. „Frühestens nächstes Jahr“, wie der Besitzer vor Gericht sagte.

Das Gericht rang lange mit den Parteien um eine mögliche Einigung. Schließlich gelang es, einen Entwurf zu Protokoll zu geben, der allerdings noch nicht unterschrieben ist. Demnach stimmt der Kläger zu, in einem unteren Bereich der Dienstbarkeit eine Fläche zur Verfügung zu stellen, über die eine neue Baustellenzufahrt geschaffen werden kann. Gesprochen wurde von einer sogenannten „Südspange“, die dann über eine Wiese führen würde. Er würde dann auch auf einen Rückbau des jetzigen Schotterwegs verzichten. Der Beklagte wiederum würde sicherstellen, dass der Schotterweg nicht von Gästen und Lieferanten befahren wird – und dass auch die Westerhofstraße nicht als Zuweg genutzt wird.

Auch das Verwaltungsgericht hatte sich schon mit Klagen von Nachbarn beschäftigt - diese aber abgeschmettert

Über die Bäume wurde derweil gar nicht mehr groß diskutiert. „Mein Mandant wird die Bäume nicht absäbeln“, sagte der Anwalt des Hoteliers, „wenn der Kläger das will, muss er sich mit dem Landratsamt auseinandersetzen.“ Laut Anwalt des Klägers sind die Bäume jedoch bruchgefährdet. Weiter wurde die Diskussion nicht vertieft.

Anschließend begann das Gericht, 13 Zeugen zu der Situation vor Ort zu vernehmen. Nun müssen sich die Parteien überlegen, ob sie einem Vergleich zustimmen oder ob das Gericht ein Urteil fällen muss.

Der Westerhof kann auf eine 1000-jährige spannende Geschichte zurückblicken

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